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975 Über die ersten Gewalthaber
ohann Christoph Klotz, der ehemalige Prediger von St. Salvator in Gera, schrieb im Jahr 1816 folgende Zeilen zum 10. Jahrhundert, kurz vor der Erstererwähnung des Ortes. "Der erste Gewalthaber in dieser Gegend der seinen Sitz auf der Burg Gleißberg oder Glitzberg (Veitsberg) gehabt, soll entweder schon vom König Heinrich I. aber wenigstens von seinem Sohne Otto, dahin gesetzt worden sein, dessen Name nicht mehr bekannt, aber wohl seine 2 Söhne, die Gebrüder Graf Aribo und Attribo, und Graf Zico oder Gizzo. Sie lebten in der zweiten Hälfte des 10ten Jahrhunderts, hatten aber keine Nachkommen männlichen Geschlechts, sondern eine Tochter Jordana oder Jornanda, welche sich mit einem sächsischen Herrn, Eckbert genannt, vermählte. Dieser nun wird allgemein für den Stammvater der nachherigen Voigte im Voigtland gehalten. Er hatte einen Sohn mit Namen Heinrich und dieser wieder einen gleichen Namens, welche beyde, wenn nicht noch ein dritter, oder wohl gar vierter dazwischen gewesen (welches sehr wahrscheinlich ist), zusammen gegen 150 Jahre in dieser Gegend Sitz müßten gehabt haben."

Zusatzinformationen
1073 Zum Ursprung des Namens Gera
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über einen seiner Vorgänger als Stadtchronist folgendes wörtlich auf: "Was ist dieser Rücksicht Henricus Meihoninus de veteris Saxoniae finitimarumque regionum quarundam pagis: part. II.lit. b. hierüber schreibt, ist immer einer Beherzigung würdig, er meldet von dem Dorfe GERAHA: "dessen Name wird gelesen in dem Briefe Diterici, Bischof zu Zeitz, (wie P. Lamgius in seiner zeizischen Chronik p. m. 783 anmerkte) daß selbiges gelegen sey an dem Elster-Fluß, allwo noch heutiges Tages eine Stadt gleiches Namens liegt." - Daraus läßt sich schließen, daß Gera zuerst ein Dorf gewesen sey, und Geraha geheisen habem welches hernach Graf Wipprecht von Groitschen ums Jahr 1073 wie aus der Historie dieses theuern Helden hervorgehet, seiner Gemahlin zu einem Leibgedinge besser angebauet und wohl befestigt habe." (Die Rechtschreibung wurde übernommen.)
1080 Bei Klotz nachgelesen
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Für das 11. Jahrhundert sind unter anderem folgend Worte von Klotz überliefert. "Im Jahr 1080 nach Christ Geburt wirde der Stadt Gera anderweit mit folgenden Worten gedacht: "Als Kaiser Heinrich IV. wider Rudolph, (welcher die Sachsen auf Anstiften des Papstes Hildebrand zum Gegenkaiser erwählet,) sich wehren und ausziehen müßen, hat ihn Graf Wipprecht von Groitsche auch einen schönen Zeug von Böhmen zu Hülffe geführet. Der Kaiser zog seinem Feind entgegen im Oktober, und stießen beyde Heere auf einander im Osterlande, oder beim Theil des Meißner Landes, so Libonotria genennet wird) an dem Wasser, die Elster genannt, zwischen Gera und Schloss Dreysing (Droisig)." Ingleichen wird der Stadt Gera in einem Briefe des Königs Wenzeslaus zu Böhmen gedacht, sub dato 1371 und zwar so: "daß Gera weiland geistlich quedlinburgisches Lehen gewesen, wobey der Burg und der Stadt Erwähnung geschehet." (Klotz spielt hier auf den Gang nach Canossa, Heirich IV. zu Papst Hildebrand (Gregor VII.) an und des weiteren auf die Schlacht an der Weißen Elster, bei der der Widersacher Heinrichs, Rudolph von Rheinfelden, geb. um 1025, im Jahr 1080 sein Leben ließ und Heinrich wieder die alleinige Macht genoss.) (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1086 Klotz über die Erbauung Geras
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Er schrieb: " Dresserus lib. de praecipuis Germaniae urbibus, schreibt von Gera: daß es von Graff Wipprecht zu Groitschen ums Jahr 1086 sey erbaut worden, welcher des Königs in Böheim Tochter Jutta geheuratet, und zur Morgengabe unterschiedene Prefecturas bekommen habe. Der Monachus Pegaviensis meldet in vita Wigberti p. m. 3. daß es Wigberti von Groitschen municipium gewesen sey, welches gegen Ausgang bey dem Elsterfluß gelegen, mit Namen Goisea, benabst allen nahe angelegten Orten, und pag 8. sagt es: mit Namen Schwortz, welche seiner Gemahlin Leibgedinge seyn sollte (vt ei esset tutum pracssidium). Auf dem Rande hat R. Reineccius hinzugefügt: Brotusco dicitur Gerau. Auch werden von dem gedachten Monacho Pegaviensi zugleich noch einige andere, damals schonexistierende Städte genennet, als Weyda, Mülsen an der Elster, Worzin, Libitz, Zeitz." (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1118 Bei Klotz gelesen
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. "Lange in seinem Chronico p. 784 sagt. "Anno Domini 1118 ist berühmt gewesen Graff Wipprecht, ein tapferer und sehr beherzter Kriegsmann, von welchem wurdeliche Dinge gelesen und erzählet werden; derselbe hat die Provinz, so Sworbia genannt, beherrscht." (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1143 Nicht alle hießen Heinrich
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über den gebräuchlichen Vornamen derer zu Reuß folgendes auf. " Allein, da jeder dieser Heinriche mehrere Brüder gehabt, die nicht eben denselben, sondern anderen Namen als: Otto, Burchard, Bernhard führten, so kann man den Namen Heinrich noch nicht mit Recht für den einzigen Familiennamen zu jener Zeit ausgegeben." ... und weiter... "Dieser Zeitpunkt trat erstlich mit dem Henrico de Wida ein, der vom Jahr 1143 an, in ächten Urkunden vorkömmt, und also in der 2ten Hälfte des 12ten Jahrhunderts. Vermuthlich war es dessen Sohn, der zu allererst seinen Söhnen den Namen Heinrich beylegte, wobey es hernach in der zahlreichen Nachkommenschaft bis auf jetzige Zeiten verblieben ist. - Warum aber dieser letzte Herr den einzigen Namen Heinrich in seinem Geschlechte eingeführt hat, davon findet man keine Anzeige, weder in dem milderfuthischen Klosterberichte, noch in Paul Langens zeizischer Chronik, noch auch bey dem pirnischen Mönch, als nur diese: "daß Henricus de Wida, der Besitzer des ganzen Voigtlandes, der 1193 das Kloster Mildenfurth stiftete, Bertham, eine Gräfin zu Tyrol, (nicht Herzogin von Kaernthen, wie andere falsch angeben,) die mit dem Kaiser Heinrich VI. verwandt gewesen, geheurathet, und alle mit ihr gezeugten Söhne Heinrich genannt habe." Hieraus sollte man fast den Schluß machen, daß dieser einzige Name dem Kaiser Heinrich VI. zu Ehren angenommen worden, wiewohl es bleibt immer nur eine Vermuthung und Wahrscheinlichkeit." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1179 Zum Namen Heinrich
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über dem Vornamen Heinrich aller männlicher Nachkommen derer zu Reuß folgendes auf. "Über den Ursprung des Namens Heinrich, dessen das Reußen-Geschlecht sich ausschließlich als Taufname bedient, herrscht eben so viel Dunkelheit, als über den Ursprung des Namens Reuß. Was Beckenstein, Körber, Marquart, Büchner und andere sagen, ist bloß Vermuthung, und für den Wahrheitsforscher in der Geschichte sehr unbefriedigend, " daß nämlich schon zu Heinrich des Voglers Zeiten, im 10ten Jahrhundert bey den Vorfahren des reußischen Geschlechts der einzige Name Heinrich gebräuchlich gewesen, und diesem Kaiser zu Ehren angenommen worden sey." Ingleichen: daß dieser Kaiser, oder irgend einer seiner Nachfolger über gewisse Verträge, die deswegen in dieser Familie der reußischen Vorfahren errichtet worden seyn sollen, Bestätigung oder Privilegien ertheilet habe - alles das kann nicht durch Dokumente erwiesen werden, und ist bloß leere Vermuthung. In Ansehung dieses Zeitpunktes, in welchem der Gebrauch dieses Namens seinen Ursprung genommen habe, sagen zwar die alten Klosternachrichten, daß einer von den Söhnen des Grafen Eckbrechts, als des bekannten Stammvater des Geschlechts der Voigte, von welchem sich das jetzige reußpl. Haus beschreibt, schon den Namen Heinrich geführt habe; - und man findet auch in den Nachrichten, in jeder folgenden Generation einen Heinrich, - und in dieser Rücksicht ließe sich allenfalls behaupten: daß der Name Heinrich bey diesem Geschlecht, wo sich seit dem 10ten, doch gewiß seit dem 11ten Jahrhundert gebräuchlich gewesen. - Allein, da jeder dieser Heinriche mehrere Brüder gehabt, die nicht eben denselben, sondern anderen Namen als: Otto, Burchard, Bernhard führten, so kann man den Namen Heinrich noch nicht mit Recht für den einzigen Familiennamen zu jener Zeit ausgegeben." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1193 Die alte Nikolauskapelle
ie war vermutlich Namensgeber für den Geraer Nikolaiberg, auf dem sie etwa in diesem Jahr errichtet worden war. Sie war das Vorgängerbauwerk der St. Salvatorkirche eben auf diesem Nikolaiberg. In einer mittelalterlichen chronikalischen Nachricht war von der Straßenkapelle die Rede. Heinrich der Reiche, Vogt zu Weida, gründete im gleichen Jahr das Prämonstratenserkloster in Mildenfurth bei Wünschendorf und besetzte es mit Magdeburger Chorherren.
1289 Der Name Reuß
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über den Reußischen Namen. "Nach Beckenstein entdeckte man einen bisher verborgen gebliebenen wichtigen genealogischen Umstand in des böheimischen Geschichtsschreibers B. Balbini Miscellan. histor. regni Bohemiae Dec. II. Libr. 2 p.i., nämlich man fand darinnen die Anzeige, daß des beheimischen Fürsten Brezetislaw IV. Tochter Maria an einen Herren von Plauen vermählt gewesen, welcher der Zeitrechnung nach kein anderer, als jener ältere Voigt von Plauen gewesen seyn kann, von dem oben gesagt, daß durch ihn im Jahe 1289 der reußische Namen entstanden sey. Brezetislaw stammte von dem König in Böheim Wladislaw I. ab. Er hatte eine russische Prinzessin zur Ehe, die ebenfalls Maria hieß, welche von Balbinius Russiae dux, und der Gemahl selbst Russiae per uxorem princeps genennt wird. demnach war die Mutter jener beyden jungen Herren eine böheimische und die Großmutter eine russische Prinzessin. Daraus entstand dann die Vermuthung, daß der eine der Mutter, und der andere der Großmutter zu Ehren seinen Beynamen empfangen habe."

Zusatzinformationen
27.11.1296 Geschichte der Katholiken in Gera
it der Besiedlung des Sorbenlandes durch deutsche Bauern aus Franken, Thüringen und Sachsen kam auch der christliche Glaube in unsere Region. Eine entscheidende Rolle spielte in diesem Zusammenhang sicher auch der am 15.5.719 von Papst Gregor II. als Missionar für die Germanen ernannten Mönch Wynfreth (Bonifatius). Im Jahre 968 wurde das Bistum Zeitz gegründet und ein Jahr später schenkt Kaiser Otto der Äbtissin des Stifts Quedlinburg den "Landstrich Gera". Im Jahre 1022 legte Papst Benedict VIII. fest, das Priester nicht mehr heiraten dürfen, was sicher auch Auswirkungen auf die Geraer Geistlichen hatte. Auf dem Nicolaiberg entstand um 1193 die Nicolauskapelle. Heute befindet sich hier die evangelische Kirche St. Salvator.In den Urkunden werden um 1200 ein Pfarrer Conrad und 1234 erstmals eine Johanniskirche erwähnt. Die Christianisierung im Raum Gera war wohl in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts abgeschlossen. Am 27.11. 1296 wurde ein Magister Herrmann als Geistlicher der Johanniskirche urkundlich erwähnt. Im Jahre 1358 erhalten die Marktgrafen von Wettin vom Stift Quedlinburg das Lehen Gera. Die geistliche Zuständigkeit verbleibt beim Bistum Zeitz. Im Mittelalter gab es außer der genannten Johanniskirche und der Nicolauskapelle die Dreikönigskapelle, die St. Wolfgangs- und die Hl. Kreuz Kapelle. Außerdem entstehen das Marien- und das St. Wolfgangshospital. Die Stadt hat Mitte des 15. Jahrhunderts rund 1500 Einwohner. Im sächsischen Bruderkrieg brennt 1450 die Johanniskirche ab, wird wieder aufgebaut und 1488 neu geweiht.
1364 Die Pflege Langenberg
it diesen Worten schrieb Johann Christoph Klotz, Prediger von St. Salvator im März 1816 über Langenberg in seinem Buch "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera". "Langenberg war vormals eine eigene Pflege zu welcher einige und 50 Dörfer gehörten und folglich stärker war, als die alte Herrschaft Gera. Die Herren Reußen, welche Ronneburg besaßen, waren auch Herren von Langenberg, bis es 1364die Vögte von Gera käuflich an sich brachten. Vormals hatte es 2 Schlösser, eines ausserhalb des Flecken, auf dem sogenannten Hausberge, und dieses war die landesherrliche Residenz, und eines ausserhalb des Ortes, bey welchem auch eine Kapelle befindlich, die noch einigermaaßen brauchbar ist. (Die Rechtschreibung wurde von Klotz übernommen.)
1393 Der Name derer zu Reuß
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über den Namen derer zu Reuß folgendes auf. "Wenn einige alte Geschichtsschreiber auch den übrigen NebenliniendiesenNamen andichten, so ist solches sehr falsch. so giebt z.B. Enoch Widmann vor, daß gegen das Jahr 1393 die Herren von Weyda zuerst Rußen oder Reußen genennet worden wären, weil der gemeinen Meinung nach sich einer aus diesem Geschlechte lange in Russia aufgehalten habe. Neuere Geschichtsschreiber eifern gar sehr gern gegen diese Meinung, und P. Peckler führt p. 257 eine zuverlässige Urkunde v.J. 1289 an, darinnen Heinrich Voigt von Plauen seine beyden Söhne als Zeugen aufführt, und sie Heinrich den Boehmen und Heinrich den Russen nennet. Dieseinnach könnte in das genannte Jahr der Anfang des Namen Reuß gesetzt werden. Eine andere Frage ist aber diese: wodurch derselbe Name veranlaßt worden sey? Die Meinung der ältern und neuern Schriftsteller sind sehr verschieden hierüber. Einige bleiben nur bey der Worterklärung stehen und glauben, es bedeute Reuß so viel wie Riese, weil der erste dieses Namens besonders groß von Person gewesen sey. Andere suchten der Quelle näher zu kommen, und vermutheten, diese Benennung sey von irgend einem Lande oder Gegend hergekommen, in der sich ein Herr dieses Geschlechts eine Zeitlang aufgehalten habe. Was Beckenstein hierüber sagt, siehet zu sehr einer Fabel ähnlich, als daß ich diese Blätter mit seiner Erzählung anfüllen sollte." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1529 Die Hermsdorfer Kirche
n diesem Jahr war die Ersterwähnung der St. Salvator Kirche Hermsdorf Die lutherische Reformation hatte auch diese Gegend erfasst. Gera wurde erst 1533 reformiert. In diesem Jahr wurden in Hermsdorf 17 Bauern erwähnt, welche dem Pfarrer Decem gaben: Nicol Fischer, Hans Harris, Merten Walter, Urban Gebler, Hans Symon, Jobst Lonnser, Jobst Plotner, Hans Hofmann, Hans Kargs, Erhard Wetzel, Jobst Fischer, Hans Hase, Nicol Hopf, Nicol Lonnser, Mathes Baum, Jobst Harris und Hans Mattes.
1529 Ein Pfarrer in Hermsdorf
n den Jahren von 1529 bis 1568 war Balthasar Poel (oder auch Buhel) Pfarrer in der St. Salvator Kirche Hermsdorf. Im selben Jahr war das Gotteshaus erstmals aktenkundig geworden. Hermsdorf war lutherisch reformiert worden im 16. Jahrhundert.
1544 Die erste Schule
n diesem Jahr kurz vor der Mitte des 16. Jahrhunderts war die erste überlieferte urkundliche Erwähnung einer Schule in Hermsdorf. Den Stellenwert einer Kirche zu dieser Zeit sieht man hier auch darin, dass die Erwähnung der ersten St. Salvatorkirche im Ort 15 Jahre früher erfolgte.
1564 Ein reußisches Erbe
er Chronist und Prediger von St. Salvator in Gera, Johann Christoph Klotz, schrieb im Jahr 1816 ein Buch mit dem Titel "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und bemerkte: "Nach zuverlässigen Urkunden findet man nun im Jahr 1564 Heinrich den jüngeren Reußen, den jüngsten Sohn Heinrichs des Stillen und Friedsamen, des gemeinsamen Stammvaters der noch in Segen blühenden durchlauchtigsten alten und jüngeren Linie der Herren Reußen von Plauen, im Besitz der Herrschaft Gera. Er war geboren im J. 1530, trat die Regierung der Herrschaft Gera im J. 1564 an; nahm hierauf seinen Sitz auf dem Schloße Osterstein bey Gera, vermählte sich noch in demselben Jahre, am 23. Junius, mit Elisabeth Brigitta, einer Tochter des Grafen Johann Heinrich von Schwarzburg zu Lautenberg, die ihm aber bald wieder durch den Tod entrissen wurde, dann das zweitemal am 6. Januar 1566 mit Dorothea, einer Tochter des Grafen Friedrich Magnus zu Solms, und wurde durch diese letzte Ehe der Stifter der dritten und jüngeren Hauptlinie der Herren Reußen von Plauen. Er starb bey einer Zusammenkunft der sämmtlichen Herren Reußen zu Schleiz, daselbst am 6. April 1572 im 42. Jahre. Noch war bey seinem Tode kein männlicher Erbe, wohl aber 3 Töchter vorhanden, aber die hinterlassene Frau Witwe war hoch schwanger. Wünsche und Gebete der Unterthanen gingen dahin, daß Gott durch sie dem Lande einen männlichen Erben schenken möchte und er erhörte es. Zwei Monate nach des Vaters Tode den 10. Junius ward auf dem Schloße Osterstein ein junger Herr geboren. Dieser ist der in der Folge so glorreich berühmte Heinrich der Jüngere, mit dem Beynamen Posthumus, dem Gera und das ganze Land so viele herrliche Veranstaltungen verdankt." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1586 Die Reußen und ihre Namenszahl
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über die gebräuchlichen Namenszahlen derer zu Reuß folgendes auf. "Schon gegen das Ende des 16ten Jahrhunderts ist bey dem Geschlecht der Herren Reußen von Plauen der Gebrauch aufgekommen, den Söhnen neben dem hergebrachten Taufnamen: Heinrich, zu einiger Unterscheidung eine Zahl, gleichsam als einen Zunamen, in der Ordnung, wie sie der Geburt nach auf einander folgten, beyzulegen. Jeder Vater zählte in seinem Hause für sich besonders, und es wurde auf solche Art bey jeder Genealogie in jeglichem einzelnen Hause eine neue Zahlenreihe anzufangen. Weil aber nach dieser Einrichtung bey größerer Ausbreitung des Geschlechts in verschiedenen einzelnen Aesten und Häusern öfters in der gesamten Familie etliche Herren zugleich lebten, die einerley Zahl führten, und solches manche Verwirrung veranlaßte, so wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, um dieser Unbequemlichkeit abzuhelfen, der Entschluß gefaßt, wenigstens nur in jeder der beyden übriggebliebenen Hauptlinien des ganzen reußischen Geschlechts besonders zu zählen, die Zahlenreihe aber durch abgetheilte einzelne Häuser in derselbigen Linie fortlaufen zu lassen." (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz mit übernommen.)
1590 Ein verkauftes Uhrwerk
n dem kleinen Ort Hermsdorf stand schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts die St. Salvatorkirche. Diese war evangelisch-lutherisch, da auch dieser Thüringer Ort reformiert worden war. Im Jahr 1590, zum Ende des 16. Jahrhunderts verkaufte man das alte Uhrwerk der Turmuhr für den Preis von 30 Groschen. Grund dafür war, dass der Kirchturm im Vorjahr eine neue Turmuhr erhalten hatte und man keine zwei Uhrwerke brauchte.
1592 Die Kirche in Hermsdorf
er Kirchturm der Hermsdorfer St. Salvator Kirche, nach der Reformation evangelisch-lutherisch, wurde am Ende des 16. Jahrhunderts repariert. Das Dach des sakralen Gebäudes erhielt neue Ziegel und alle vier Seiten des Daches wurden mit schwarzem Schiefer gedeckt.
1597 Bier für die Hermsdorfer
ie Gemeinde Hermsdorf hatte sich ein neues Brauhaus gebaut. Dafür erhielten die Brauer auch eine großzügige finanzielle Unterstützung durch die evangelisch-lutherische Kirche St. Salvator im Ort. Ganz uneigennützig wird das die Kirche nicht getan haben, sie wird wohl auch mit zu den Hauptabnehmern des Gerstensaft gehört haben.
1600 Kirchenumbau in Hermsdorf
ie evangelisch-lutherische St. Salvator Kirche in Hermsdorf wurde um 1600 großzügig umgebaut. Das geschah, um Raum für eine neue Empore zu schaffen. Gleichzeitig erfolgten auch wieder Arbeiten am Dachstuhl, welcher im Jahrzehnt zuvor schon mit Schiefer gedeckt worden war.
14.08.1602 Klotz über die reußische Herrschaft
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich den II. jüngere Linie folgende Zeilen. "Der nunmehrige Herr von Gera, und Stifter des Geraischen Hauses, Heinrich der II. J.L. Reuß war geboren am 14. Aug. 1602. Er vermählte sich am 23. November 1642 mit Katharina Elisabeth, einer Tochter des Grafen Christian Günther von Schwarzburg zu Arnstadt. Im Jahre 1666 nach erfolgtem Tode seines Bruders Heinrich IX. zu Schleiz, der keine Leibeserben hinterließ, fiel ihm auch die Pflege Saalburg zu, womit es sich also verhielt. Heinrich I., Herr zu Saalburg übernahm die Herrschaft Schleiz, und gab nun Saalburg ins Erbe, da dann von Saalburg diejenigen Ortschaften, welche vormals von den Herrschaften Schleiz und Lobenstein dazu geschlagen worden, wieder an ihre alten Stammherrschaften zurückfielen, und Saalburg in seine alten Gränzen trat. Von dieser Zeit an ist es beständig bey Gera verblieben. Der Tod Heinrich II. erfolgte am 2. Mai 1670, nachdem er ein Alter von 68 Jahren erreicht hatte. er hinterließ 2 Töchter, welche beyde dem Vater im Monat März 1686 in die Ewigkeit nachfolgten, und einen Sohn." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1604 Geistliche und Weltliche Gerichte in Gera
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zu den Geistlichen und Weltlichen Gerichtshöfen der Herrschaft Gera folgendes auf. "der unvergeßliche Posthumus, der so ganz Vater des Vaterlandes war, und seiner Unterthanen Glück so viel als möglich zu befördern suchte, hatte, damit die Regierungsgeschäfte einen besseren gang gehen möchten, zwey neue Dikasterien (Als Dikasterien bezeichnet man die einzelnen Ämter der römischen Kurie. Sie sind die vom Papst (Heiliger Stuhl) mit der Leitung der römisch-katholischen Kirche beauftragten Zentralbehörden. Zu ihnen zählen das Staatssekretariat, die Kongregationen, die kirchlichen Gerichtshöfe, die Päpstlichen Räte und Kommissionen und Ämter. Dem bedeutendsten Dikasterium (dem Staatssekretariat) steht der Kardinalstaatssekretär vor. Die Leiter der Kongregationen und der Apostolischen Signatur werden Präfekten, die der Päpstlichen Räte und der Kommissionen Präsidenten genannt.) eingerichtet, die die Regierung seiner sämmtlichen Herrschaften zu besorgen hatte, nämlich eine weltliche Landesregierung oder Kanzelley, oder wie es auch genennet wurde: ein Hofratskollegium, daß aus einem Kanzler und besonders zugegebenen Schreiber-Bestand. Vorher hatten die Bundesregierungsgeschäfte bloß von einem Kanzler und einem ihm zugeordneten Schreiber beschtritten werden müßen. Solch neue Einrichtung der Bundesregierung brachte Posthumus im J. 1604 zu Stande. Unterm 8ten Januar dieses Jahres machte er eine ausführliche Vorschrift deswegen, oder eine Kanzelley- Amts- und Gerichts-Ordnung bekannt. Bey dieser von Posthumus ursprünglich gemachten Einrichtung fanden in der Folge einige der Zeit angemessene nöthige Abänderungen statt, daß also jetzt der oberste weltliche Gerichtshof in der Herrschaft Gera ist: " (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz mit übernommen.)
1605 Zur Geschichte des Rutheneums
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Zum Rutheneum (später Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608) veröffentlichte er folgende Zeilen, die Zeit drei Jahre vor der Eröffnung der Lehranstalt betrefffend. " Den Grundplan zum neuen Gymansium hatte zwar Posthumus selbst entworfen, sich aber dabey des Rathes einheimischer und fremder gelehrter Männer zur Ausführung bedient; vorzüglich des Leipziger Professors Hieronymus Megisers, den er sich deshalb vom Kurfürsten Christian II. in Sachsen ausgebeten hatte, und welcher 2 Jahre lang in Gera verweilte, um alles in Ordnung bringen zu helfen. Dieser machte die Abteilung in Classen, zeigte die Lectionen an, verfasste die Schulgesetze u. übernahm gleich anfänglich die eine Zeitlang, bis zu seiner Zurückberufung, selbst die Arbeit eines rektors des neuen Gymnasiums. (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1610 Hermsdorf im 17. Jahrhundert
ermsdorf bestand zu Beginn des 17. Jahrhunderts zwar lediglich aus 50 Häusern, war aber eine bekannte Siedlung, die wenige Jahre später im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) schwer zu kämpfen hatte ebenso in der Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) und der Befreiungskriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wo der Ort viele Durchmärsche und Einquartierungen marodierender und kriegsziehender Soldaten zu verkraften hatte. Die evangelisch-lutherische St. Salvator Kirche erwarb zu Anfang des 17. Jahrhunderts Land für einen neuen Friedhof außerhalb des Ortes, in der späteren Geraer Straße.
1635 Nach dem Tod von Posthumus
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zu der Zeit nach dem Tod von Heinrich II. Reuß jüngere Linie "Posthumus" (1572-1635) folgendes auf. "Nach seinem tödtlichen Hintritte wurde zu Gera eine gemeinschaftliche Hofhaltung beliebt, und die beyden älteren Brüder, nebst der Frau Mutter, führten die Vormundschaft über die beyden jüngeren, noch unmündigen Brüder, bis zu einer 1647 veranstalteten Hauptteilung, bey welcher der ältere Bruder Heinrich II. die Herrschaft Gera, Heinrich der IX. die Herrschaft Schleiz, Heinrich der X. die Herrschaft Lobenstein, und Heinrich I. (ein Sohn des schon verstorbenen Bruders Heinrich der III.) Saalburg, wozu viele Ortschaften von den Herrschaften Schleiz und Lobenstein geschlagen wurden, erhielten." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
25.10.1648 Das Malzhaus in Gera
er Rat der Stadt Gera kaufte an diesem Tag das Malzhaus vor der St. Salvatorkirche. Später wurde es abgetragen und an seiner Stelle entstand die charakteristische Treppe an dem Kirchenbau auf dem bekannten Nikolaiberg.
1650 Kirchenbauarbeiten
n der evangelisch-lutherischen St. Salvator Kirche in Hermsdorf erfolgte in diesem Jahr, neben anderen kirchenbaulichen Tätigkeiten, auch der Einbau der zweiten Empore im Gebäudeinneren.
13.03.1650 Klotz über Heinrich IV. Reuß
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich IV. Reuß. "Heinrich IV., welcher am 13. März 1650 geboren war, und dem 1670. verstorbenen Vater, im J. 1671, nach erlangter Volljährigkeit in der Regierung folgte. Von dem J. 1673 an, schrieb es sich gleich den übrigen sämmtlichen Reußen älterer und jüngerer Linie. "Graf und Herr von Plauen". Er vermählte sich am 9. Junius 1672 mit Anna Dorothea, einer Tochter des Grafen Anton Günther von Schwarzburg zu Sondershausen. Mit dieser Gemahlin zeugte er 8 Söhne, zu denen 3 schon in früher Jugend wieder verstarben, und 5 den Vater überlebten, nämlich Heinrich XVIII., Heinrich XX., Heinrich XXII., Heinrich XXV. und Heinrich XXVII. Sein Tod erfolgte am 13. März 1686 an den Maasern im 36. Jahre seines Lebens. (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
27.08.1681 Aus dem Leben eines Reußen
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich den XXV., der nach dem Tod seines letzten und siebten Bruders die Herrschaft Gera erbte, folgende Zeilen nieder. "Heinrich XXV., der im J. 1681. am 27. Aug. geboren war. Dieser Herr vermählte sich zweimal. das erste Mal am 21. Febr. 1717 mit Justine Eleonore Sophie, einer Tochter des Grafen Karl Gottfried von Riech in Turnau, welche aber am 1. Febr. 1718. wiederum kinderlos verstarb, und das 2te Mal am 24. August 1722. mit Sophie Marie, einer Tochter des Pfalzgrafen Johann Carl von Birkenfeld, aus welcher Ehe 2 Kinder entsprossen, nämlich ein Sohn, Heinrich XXX., und einer Tochter, Sophie Henriette Dorothee, nachherige Gemahlin d. Grafen Friedrich Botho v. Stollberg Roßlau, welche am 22. Aug. 1789 in Gera als Witwe verstorben. Heinrich XXV. gieng am 13. März 1748 in die Ewigkeit, und überließ nun die Regierung der Herrschaft Gera und Pflege Saalburg seinem einzigen Sohne Heinrich XXX." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1686 Heinrich XVIII. erlangte die Macht
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich XVIII. "Heinrich XVIII, der älteste Sohn des verstorbenen Heinrich IV., geboren am 21. März 1677, gelangte nun zur Regierung der Herrschaft Gera und Pflege Saalburg, die er aber erst nach erlangter Volljährigkeit antrat. Er verstarb im Jahr 1735 unvermählt, und hinterließ die Regierung seinem einzig überlebenden Bruder Heinrich XXV." Sein Vater Heinrich IV war am 13. März 1686 im Alter von nur 36 Jahren verstorben. Dieser und seine Gemahlin Anna Dorothea hatten 8 Söhne, von denen 3 sehr früh verstarben und 3 weitere in jungen Jahren, sodass nur der Regent und ein jüngerer Bruder ein höheres Alter erreichen konnten. (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1710 Kirchenneubau in Hermsdorf
u dieser Zeit wurden erste Anträge zum Neubau beziehungsweise den Teilneubau der evangelisch-lutherischen St. Salvator Kirche in Hermsdorf gestellt, da sie zu klein und auch baufällig geworden war. Zu dieser Zeit war aber die Finanzierung nicht gesichert. Derartige Geldsorgen sind also kein spezielles Phänomen der Neuzeit.
24.08.1717 Grundsteinlegung der Salvatorkirche
nter der Leitung des kursächsischen Landbaumeisters David Schatz wurde mit der Grundsteinlegung der Bau der St. Salvatorkirche auf dem Nikolaiberg begonnen. Die feierliche Einweihung war am 12. 07. 1720.
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19.05.1719 Viel Geld für Schnupftabak
er sächsische Landesbaumeister David Schatz, welcher die Geraer St. Salvatorkirche erbaut hatte, muss eine enorme Schwäche für Schnupftabak gehabt haben. Tabak war als Genussmittel zwar recht teuer zu dieser Zeit, aber die Summe von 15 Thalern, allein für dieses Laster zu entrichten, war schon ein Kostenfaktor für das Stadtsäckel. Die Zahlung ging aus der Baurechnung des Amtes hervor.
1720 Eine neue Orgel
ie ab 1717 in Gera auf dem Nikolaiberg errichtete St. Salvatorkirche erhielt im Jahr 1720 eine Orgel. Johann Georg Fincke (1680-1749) aus dem Thüringischen Saalfeld hatte die erste Orgel für das neue Gotteshaus eingebaut. Johann Sebastian Bach (1685-1750) hatte dann das Instrument im Auftrag des Geraer Stadtrates noch im gleichen Jahr begutachtet und eingespielt.
1723 Rechtsstreit wegen Kirchenbau
ereits in diesem Jahr, nur drei Jahre nach der Fertigstellung, hatte sich der Geraer Rat infolge eines Rechtsstreites mit dem Baumeister der St. Salvatorkirche, David Schatz, über die schlechte Qualität des neuen Bauwerkes beschwert. So schrieb man zu dieser Zeit "... die bereits zum Teil wegen allzuflachen Daches, verfaulten und eingefallenen capellen, und mit vielen schwereren Kosten aufgefühlte Portal, auch anders am Gebäude sich iezo eußerenden Fehler und Gebrechen". Außerdem hatte der Geraer Rat in Erfahrung gebracht, dass von den verwendeten 17.300 Gulden, allein am 19. Mai 1719 waren dem Baumeister 12 Taler für Schnupftabak ausgezahlt worden, zwei dergleiche Kirchen hätten gebaut werden können.
1723 Silbermann war zu teuer
ie Kirche in Münchenbernsdorf sollte eine neue Orgel erhalten und so wurden von der Gemeinde mehrere Angebote eingeholt. Auch Johann Gottfried Silbermann (1683-1753), der Bruder von Andreas Silbermann (1687-1734), reichte ein Kostenangebot ein. Er wollte der Kirche für 600 Taler, eine sehr große Summe im 18. Jahrhundert, eine Orgel bauen. Dazu kam es dann aber nicht, weil der Orgelbauer Johann Georg Fincke (1680-1749), welcher auch den Orgelbau in der St. Salvatorkirche realisiert hatte, den Zuschlag erhielt. Nun bekam die Kirche, und da war man seinerzeit sehr froh darüber, für "nur" 450 Taler eine neue Orgel. Die Nachwelt war aber um so trauriger angesichts der Tatsache, dass der kleine Ort nun keine weltberühmte "Silbermannorgel" besaß, weil 150 Taler zu Mehrkosten zu teuer für die Silbermannorgel waren.
1724 Das Zucht und Waisenhaus
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Klotz schrieb über das Zucht- Und Waisenhaus, zu dieser Zeit noch vor den Toren der Stadt gelegen, folgendes auf. "Das Zucht- und Waisenhaus mit seiner Kirche. An der Stelle desselben stand vormals eine Kapelle, der heil. Jungfrau gewidmet, und ein Hospital, welches letztere oder hernachmals vor das Badergatter verlegt worden ist. Der Bau des Zucht- und Waisenhauses wurde unter der Regierung Heinrichs XVIII. im J. 1724 angefangen, aber erst im Frühjahr 1732 beendigt, und am 24. April von dem damaligen Superintendent Avenarius feyerlich eingeweiht, welcher eine Predigt und ein Waisenvater angestellt, und im Theile des Zuchthauses ein Zuchtmeister. Ausser den Waisenkindern, die in der eigentlichen Waisenhausanstalt sind, befinden sich im Zuchthause nicht nur die Züchtlinge, die hauptsächlich mit Farbeholzraspeln, Gypsbrennen und Mahlen, in der zunächst am Zuchthause angebrachten Gypsbrennerey beschäftigt werden, sondern es werden auch Blödsinnige und Wahnsinnige darinnen aufgenommen und haben gute Aufsicht und Wartung. Das Waisenhaus ist mit einem Thurme versehen, darinnen sich 2 Glocken und eine Uhr befinden." (Die Rechtschreibung hat Johann Christoph Klotz zu verantworten.)
1732 Eine neue Kirche
n Hermsdorf wurde in diesem Jahr eine neue Kirche geweiht. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts, nachdem sich die Lutherische Reformation in weiten Teilen des Landes durchsetzt hatte, war auch dieser kleine Ort reformiert worden und daher handelte es sich bei der St. Salvatorkirche um ein evangelisch-lutherisches Kirchenbauwerk.
25.11.1735 Tod eines Reußen
er reußische Fürst Heinrich XVIII. verstarb an diesem Tag in Gera. Er galt als der Erbauer der Vorstadt vor dem Klotztor, der St. Salvatorkirche, des Küchengartens, des Zucht- und Waisenhaus und des Regierungsgebäudes in Gera, weil all das in seine Regierungszeit fiel.
1742 Entwürfe für St. Salvator
m Jahr 1717 hatte man unter der Leitung von David Schatz den Grundstein für die neue St. Salvatorkirche auf dem Geraer Nikolaiberg gelegt und dann bis 1720 an dem turmlosen, kastenartigen Sakralbau mit seiner repräsentativen Schaufassade gebaut. In den Jahren 1742 und 1753 entstanden Entwürfe für einen Westturm der Kirche, welche allerdings nie praktisch ausgeführt wurden.
13.03.1748 Machtantritt von Heinrich XXX.
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über Heinrich XXX., welcher nach dem Tode seines Vaters Heinrich XXV. am 13.März 1748, die Herrschaft Gera als Regent übernommen hatte. "Heinrich XXX., welche er (die Regentschaft) am 13. März 1748 antrat. Er vermählte sich den 28. Okt. 1773 mit der noch lebenden Durchlauchtigsten Witwe, Louise Christiane, einer Tochter des Pfalzgrafen Johann zu Birkenfeld und Schwester des Herzogs Wilhelm zu Baiern, welche am 17. Aug. 1748 geboren ist. Dieser Herr hat während seiner Regierung viele Drangsale erfahren, die zuerst der 7jährige Krieg, dann die große Theuerung von 1770 bis 72, und endlich der traurige, allgemein zerstörende Brand der Stadt Gera, den 18. Okt. 1780, nach sich gezogen. Im Jahr 1798 feyertte er sein Regierungsjubiläum, und den 26. April 1802 gieng er, ohne Leibeserben zu hinterlassen, in seinem 75. Lebens- und 54. Regierungsjahr in die Ewigkeit, und beschloß die Reußisch geraische jüngere Linie." (Die "Rechtschreibung" von Johann Christoph Klotz wurde im Zitat übernommen.)
1765 Die Figurengruppe im Schreiberschen Haus
irekt über dem Portal des bekannten Geraer Gebäudes auf dem Niklaiberg in unmittelbarer Nähe der St. Salvatorkirche befindet sich eine Figurengruppe welche in der Mitte der 1760er Jahre entstand. Die linke Seite stellt Merkur, den römischen Gott des Handels dar, welcher den linken Arm auf ein verschnürtes Paket gelegt hat. Eine weiter Figur, weiblich, welche sich an einen Bienenkorb lehnt, sollte die Allegorie des Fleißes darstellen. Ähnliche Figurenportale an weiteren bürgerlichen Wohnanlagen der Stadt Gera stellten seit je her eine Besonderheit barocker Portalarchitektur Thüringens dar. Durch diese und andere Portale gelangte man in geräumige, langgestreckte Innenhöfe der Geraer Handelshäuser, in denen sich balkonartige Laubengänge, die Speicher und so manches mal auch die Schweineställe befanden.
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1775 St. Salvator wuchs in die Höhe
nstelle der 1686 abgebrannten Johanniskapelle wurde zwischen 1717 und 1720 die St. Salvatorkirche auf dem Nikolaiberg errichtet. Der Turm der Kirche war allerdings nur bis zur Dachhöhe des Kirchenschiffs aufgebaut worden. Zwischen 1775 und 1779 wurde der Turm dann durch Johann Gottfried Dicke vollendet. Beim Stadtbrand von 1780 stürzte die Kuppel in das Kirchenschiff und zerstörte den Innenraum weitgehend. Nach der Wiederherstellung wurde die Kirche 2 Jahre später neu eingeweiht.
1775 Ein Turm für St. Salvator
ls in den Jahren 1717 bis 1720 auf dem Geraer Nikolaiberg die St. Salvatorkirche errichtet wurde, hatte der kastenartige Sakralbau noch keinen Turm. Die Entwürfe für einen Westturm aus den Jahren 1742 und 1753 waren nicht umgesetzt worden. 1775 wurden die Planungen und 1777 wurde mit dem Turmbau begonnen und nach insgesamt vier Jahren der Arbeit waren die Bauarbeiten abgeschlossen.
1779 St. Salvator hatte einen Turm
s waren 66 Jahre seit der Grundsteinlegung durch den Kursächsischen Landesbaumeister David Schatz für den Bau der St. Salvatorkirche vergangen, da sollte der Turm des Bauwerkes vollendet werden. Ursprünglich hatte die Kirche keinen Turm und die späteren Turmbau-Entwürfe aus den Jahren 1742 und 1753 waren nicht umgesetzt worden. Unter Graf Heinrich XXX. Reuß-Gera jüngere Linie (1727-1802) und dem Ratsbaumeister und Hofzimmermeister Johann Gottfried Dicke wurde der Turm ab 1775 erbaut. Der Entwurf für den Turm stammte entweder schon von David Schatz aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts oder von Meister Gerardo Hoffmann, welcher in der Mitte des 18. Jahrhunderts aus Italien kommend in Gera Station gemacht hatte.
11.1781 Neuaufbau von St. Salvator
m Nachmittag des 18. September 1780 war es in Gera zu einem großen Stadtbrand gekommen. Im Jahr danach übernahm es der Geraer Ratszimmermeister Gottfried Dicke für 4030 Taler das Gebäude wieder aufzubauen. Allein 59 starke Baumstämme wurden für das steile Dach benötigt, auf dem 500 Zentner (25 Tonnen = 25.000 Kilogramm) Schiefer mit handgeschmiedeten Nägeln befestigt werden mussten. Nach nur zwei Jahren war die Wiederaufbauarbeit getan und die St. Salvatorkirche wurde zur Stadtkirche in Gera. Die Johanniskirche, die eigentliche Geraer Stadtkirche unterhalb des Marktes, war auch beim Brand zerstört worden, war aber für einen Aufbau zu sehr ruiniert. 1782 wurde in der St. Salvatorkirche das erste Weihnachtsfest nach dem Brand und dem erfolgten Wiederaufbau gefeiert.
04.06.1782 Klotz über die Salvatorkirche
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Klotz schrieb zum Thema Salvatorkirche folgendes nieder. "Diese Kirche ist ebenfalls am 18. Sept. 1780 ein Raub der Flammen geworden. Da aber das Mauerwerk noch gut war, so fieng man den neuen Bau bald wieder an, und wurde den 4. Junius1782 das Dach gerichtet, und das Gebäude so weit hergestellt, daß man am ersten Weihnachtsfeyertage dieses Jahres zum erstenmal wieder einen Gottesdienst darinnen halten konnte. Der Thurmbau wurde aber erst im J. 1783 beendigt und am 8. August Knopf und Fahne aufgesetzt. Eine Orgel bekam diese Kirche i. J. 1788, da sie am 13. p. Trinit. zum erstenmale gespielt wurde." (Die Rechtschreibung wurde dem Originaltext entnommen.)
08.08.1783 Der neue Turm von St. Salvator
ach dem Brand von 1780 waren ab 1781 die Brandschäden am Saalbau der Kirche behoben worden. Bis 1783 war auch der Turm unter der Regie des Bildhauers Christian Friedrich wiederhergestellt. Der Turm wurde aber lediglich repariert und im unteren Bereich verstärkt und nicht, wie zuvor in Fachkreises dieser Zeit vermutet, als verputzter Ziegelbau neu aufgeführt. Im Kopf des Turms wurde eine Schilderung des Brandunglücks und ein Verzeichnis der um die Wiederherstellung der Kirche verdienten Personen verwahrt. Bürgermeister Thienemann wurde dort nicht nur schriftlich erwähnt, sondern noch in einem Mosaikbild an der rechten Seite des Altarraumes der Kirche nachträglich verewigt. Das Bild war 1907 von Georg Hirsch gespendet worden.
1784 Eine neue Orgel für St. Salvator
ach dem großen Stadtbrand von 1780 war die Kirche St. Salvator sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch der Turm war schwer beschädigt worden. 1784 war dann die Turmglocke und die Orgel von einem gewissen Herrn Schädlich aus Hohenleuben erneuert und eingebracht in den bekannten Sakralbau.

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18.01.2015
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