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Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
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1150 Die hochmittelalterliche Kolonialstadt Gera
eber die ersten Jahrhunderte der Stadt Gera ist nicht viel bekannt, da kaum Aufzeichnungen angefertigt wurden, was zu dieser Zeit üblicherweise nur die Kirche veranlasst hatte. Gera wurde vermutlich in der Mitte des 12. Jahrhunderts, also um 1150, als noch recht kleine Kaufmannssiedlung in der Nähe einer Stadtburg und des slawischen Dorfes Zschochern am Flussübergang der Handelsstraße von Leipzig nach Nürnberg angelegt. Das Zschochern einst ein eigener Ort war, konnte spätestens in den 1980er Jahre nochmals nachgewiesen werden, als der alte Brunnen in Mitten auf dem Zschochernplatz wiederentdeckt und restauriert wurde. Bereits seit dem Jahr 1234 war in Gera eine Kirche nachgewiesen. 1254 soll späteren Quellen zufolge das erste Rathaus errichtet worden sein und die Stadtmauer, so wird vermutet, erst im 14. Jahrhundert zum Schutz der Stadt und ihrer Bewohner erbaut. Die mittelalterliche Stadt umfasste, allerdings von fünf Stadttoren durchbrochen, ein Mauergeviert von etwa 350 Metern Seitenlänge. Dieser Mauerring wurde in der gesamten Zeit seines Bestehens niemals vergrößert, und bis ins Industriezeitalter wuchs die Stadt nur wenig. In der Südwestecke, in der Burgstraße / Ecke Florian-Geyer-Straße, der ummauerten Stadt befand sich im Mittelalter die Stadtburg der Vögte.
1196 Ersterwähnung von Langenberg
ie Chronik des Geraer Stadtteils Langenberg ist hier kurz, aber dennoch ausführlich nachzulesen.
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1254 Das erste Treffen
n diesem Jahr kam es im alten Geraer Rathaus zum ersten in den Annalen der Stadt verbrieften Treffen der Geraer Ratsherren. Seit der Erhebung Geras zur Stadt und der Verleihung der Stadtrechte war ein Gemeinwesen aufgebaut worden, zu dem auch die Ratsherren zählten und über die Stadt bestimmten.
1254 Die Geraer Ratsherren
as Privileg "Stadtrecht" besaß Gera erst seit dem Jahr 1237 und erst seit diesem Jahr nannte man die Geraer daher auch "Bürger". Diese Bürger wiederum hatten eine städtische Vertretung, die Ratsherren. Diese trafen sich im Jahr 1254 erstmalig im alten Geraer Rathaus zu einer Versammlung. Was in dem zu dieser Zeit noch gotischen Rathausbau besprochen wurde, ist leider nicht überliefert.
1333 Zur Geschichte von Langenberg
angenberg war ursprünglich eine eigene Pflege, zu der über fünfzig Dörfer gehörten und damit einige mehr als zum damaligen Gera. In einer Urkunde von 1333 sind folgende 24 als zu Langenberg gehörend verzeichnet: Söllmnitz, Waswitz, Naundorf, Dorna, Hirschfeld, Bethenhausen, Zschippach, Kulm, Groitzschen, Lauenhain, Cretzschwitz, Negis, Collis, Kaimberg, Pforten, Windischenbernsdorf, Töppeln, Kaltenborn, Harpersdorf, Stublach, Roschütz, Kraftsdorf, Speutewitz und Bartholdisdorf. Die beiden letzteren sind heute Wüstungen, von den anderen gehören mittlerweile 12 zur Stadt Gera, die restlichen liegen im Landkreis Greiz. Kulm fiel in den 1950er Jahren dem Bergbau zum Opfer. Als Ursprung der deutschen Gründung Langenberg gilt eine auf dem Hausberg gelegene Burg mit lang gestrecktem Grundriss, die nach Ernst Paul Kretschmer auch dem Ort ihren Namen gegeben hat – nicht ein langer Berg, wie zu vermuten wäre. Die vermutliche Entstehung Langenbergs als befestigte Militärstation dürfte um 950 liegen. 1060 kam es als Schenkung Kaiser Heinrichs V. an das Bistum Naumburg-Zeitz, später in Meißnischen Besitz. Als Burgwardum Langenberch wird es 1196 zusammen mit einem Burgmann namens Thilo de Langenberc erwähnt, 1238 als Castrum Langenberg in einer Urkunde des Markgrafs Heinrich von Meißen.

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1391 Der Marktplatz und das Rathaus
er Marktplatz entstand während der Ortserweiterung in der späteren Innenstadt. Es war ein geplanter und fester Marktplatz auf dem Händler, Handwerker und Kaufleute auch aus benachbarten Stadten kommend ihre Waren angeboten. Als im Jahr 1450 der sächsische Bruderkrieg wütete, wurde der Markt zerstört. Später erfolgte eine getreue Nachbildung des Marktplatzes und des Rathauses. Die Handwerker wohnten in Nebengassen, die zum Teil den Namen des Gewerks das ausgeübt wurde trugen. Die Häuser der Handwerker wie Böttcher (Böttchergasse), Weber (Webergasse) oder Schuhmacher (Schuhgasse), war sowohl Wohnraum für sie als auch Werkstatt. Diese Leute waren ihr Leben lang tief in ihrer Arbeit verwurzelt. Die Kaufleute ihrerseits gehörten zur Oberschicht und wohnten am Markt und in den Handelsstraßen. Dem reichsten Bürger Geras gehörte die Apotheke. So entstand im Jahr 1592 die Stadtapotheke, an die im Jahr 1606 durch einen Erlass von Bürgermeister Hans Hörel noch ein Erker angefügt wurde. An diesem berühmten Anbau wurden die zehn Apostel sowie die vier Jahreszeiten und einige Wappen im Relief angebracht. Auf dem Marktplatz befand sich auch das Geraer Rathaus, noch ohne den Turm, von dem im Jahr 1425 zum ersten Mal berichtet wurde. Es diente schon zu dieser Zeit als Versammlungs-, Verwaltungs- und Gerichtsort. Selbst der Ratskeller, das älteste bis in die Neuzeit betriebene Gasthaus Deutschlands, stand für Feste zur Verfügung.
1400 Der Geraer Markt
er Markt bildete seit jeher den zentralen Warenumschlagsplatz einer Stadt. Auch gibt es seit jeher ein Verbrieftes Marktrecht. Mehr über den Geraer Markt in den Zusatzinformationen.
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1419 Die Hussitenkriege wüteten in Europa
ie Kriege verwüsteten in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht nur Böhmen und Mähren, sonder griff auch auf Thüringen und andere Nachbarländer über. Auch in Gera wuchs die Angst vor Zerstörung und Tod. Die Kriege sollten bis 1434 andauern.
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30.03.1425 Die Landesteilung in Gera
n diesem Tag wurde eine Landesteilung vorgenommen zwischen den Brüdern Heinrich dem Älteren, Heinrich dem Mittleren und Heinrich dem Jüngsten, den Herren zu Gera, welche seit dem 12. Jahrhundert alle den Namen Heinrich trugen. Der jüngste der Herren erhielt damit Gera mit Schloss und Stadt und der Nutzungen und den Zugehörungen. Ausgenommen waren jedoch 50 Schock neues Geld, wovon 21 Schock 1 Gulden waren und der Zins vom Rathaus zu Gera, die Heinrich der Mittlere, und dem Dorf mit Vorwerk Tinz und Langenberg, die Heinrich der Ältere zu ihren Teilen miterhalten. Langenberg und Tinz waren zu dieser Zeit Weingüter der Herrschaft zu Gera. In Langenberg wurde am Hausberg bis zum Jahr 1808 auch Wein angebaut.
30.05.1425 Landesteilung
nlässlich einer Landesteilung zwischen den Herrn zu Gera wird ein Zins vom Rathaus zu Gera erwähnt.
1426 Das Rathaus und der Markt
n der Mitte des fast rechteckigen Altstadtbereiches befindet sich der Marktplatz, der ursprünglich nach der Großen Kirchstraße hin durch acht kleinere Häuschen abgeschlossen war, die nach dem Stadtbrand von 1886 nicht wieder aufgebaut wurden. Das der Sage nach bereits 1254 erbaute, urkundlich erstmals 1426 genannte Rathaus teilte diesen Platz in zwei Teile (Hauptmarkt und Kornmarkt, früher Töpfermarkt), die durch die Jüdengasse und den großen Torweg des Rathauses miteinander verbunden blieben. Der ältere Rathausbau ist wie das Schloss den Wirren des Sächsischen Bruderkrieges zum Opfer gefallen. An seiner Stelle entstand in den Jahren zwischen 1573 und 1576 durch Nikolaus Deiner aus Lobeda und Zimmermeister Christoff Becker aus Gera der Rathausneubau im Renaissancestil, in den wahrscheinlich alte Teile einbezogen worden sind. 1780 wurde auch dieser Bau schwer beschädigt, bis 1784 aber wiederhergestellt.
14.10.1450 Ein zerstörtes Rathaus
u dieser Zeit tobte auch in Gera der als "Sächsischer Bruderkrieg" bekannt gewordene Konflikt. Neben zahlreichen Menschenleben, welche der Krieg gekostet hatte, ging auch ein Großteil der Geraer Bausubstanz verloren. An diesem tag brannte das alte Geraer Rathaus völlig nieder.
1478 Die Geraer Elle
ie Elle war zu dieser Zeit ein gängiges Maß, wurde aber in fast jeder Stadt mit einer anderen Länge angegeben. Nur die sogenannten Kurzwaren (Knöpfe, Schnallen, Bänder u.a.) wurden ohne die Elle verkauft, da sie gezählt und einzeln verkauft wurden. Tuche und Stoffe bezeichnete man später als Meterware, oder hier "Ellenware". Die Geraer Elle war für jeden Händler verbindlich, auch die auswärtigen Händler hatten sich danach zu richten, wie die Geraer Tuchhändler in anderen Städten ebenfalls die jeweils andere Elle anerkennen mussten.. Daher war sie auch öffentlich ausgestellt und ist in der Neuzeit am Rathausportal zu sehen. Im Innungsbrief von 1478 wurde die Länge der Geraer Elle festgelegt und hatte die neuzeitlichen 0,57 Meter in der Länge.
1487 Zur Geraer Rechtspflege
rst im Jahre 1306 gelangten die Vögte und Herren von Gera in den Besitz des quedlinburgischen Schultheißamtes, welches sie dann wohl in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an die Bürgerschaft veräußerten. Das städtische Schöffengericht - als Nieder- oder Erbgerichtsbarkeit - bildete nach dem Geraer Stadtrecht von 1487 der mittlere Ratsmittel als "sitzender Rat", was einen turnusmäßigen Wechsel in 3-Jahres-Folge bedeutete. Das städtische Gericht befand sich damals im Rathaus, vorgeladen wurde mit der Glocke. Der Rat, der Stadtschreiber sowie einige niedere Chargen, wie Flurväter/Flurschützen und Stadtknechte. Die Stadt selbst erlangte im 16. Jahrhundert des Status einer landesherrlichen Stadt, galt als "kanzleischriftsässig" und hatte als Körperschaft ihren Gerichtsstand am reußischen Hofgericht. (Der Autor dieses Artikels, Udo Hagner, ist Rechtspfleger im Grundbuchamt des Amtsgerichts Gera. Der Aufsatz ist dem Jahrbuch des Museums Reichenfels-Hohenleuben (Heft 43) entnommen.)
1487 Das alte Rathaus
as im sächsischen Bruderkrieg im Jahr 1450 fast völlig zerstörte zerstörte alte Geraer Rathaus Rathaus wurde nun fertiggestellt.
1487 Wie Gera zu den Höhlern kam
ie Geraer Höhler sind ein System von künstlich angelegten Hohlräumen unter fast allen Häusern der Altstadt von Gera, die früher zur Lagerung von Bier genutzt wurden. Höhler gibt es auch in anderen Städten Mitteldeutschlands (z. B. in Zeitz), doch nur in Gera dienten sie zur Bierlagerung. Umgekehrt gibt es in manchen Städten unterirdische Bierlagerstollen, die nicht "Höhler" genannt wurden. Schon im ältesten überlieferten Stadtrecht von Gera aus dem Jahr 1487 war das Braurecht genau geregelt - das Brau- und Schankrecht stand jedem zu, der in Gera ein Haus besaß. Doch wurde bis ins 16. Jahrhundert in der Gegend von Gera in erster Linie Weinbau betrieben, woran u. a. noch der Weinberg bei Untermhaus erinnert. Durch verschiedene Gründe - u. a. Klimaveränderungen - wich der Wein jedoch etwa ab 1600 dem Hopfenanbau. Dadurch wuchsen die Anforderungen an die Bierbrauer. Die kleinen Keller unter den schmalen Häusern der Altstadt waren nicht groß und auch nicht kühl genug, um das Bier optimal zu lagern. Darum baute man "Keller unter den Kellern" - sogenannte Höhler. Die Höhler wurden professionell durch Bergleute errichtet, was zum Teil ebenfalls den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen dieser Zeit geschuldet ist. Die geringen Kupfer- und Silbervorkommen des Geraer Raumes, wo seit dem Mittelalter Bergbau betrieben wurde, waren im 17. Jahrhundert so gut wie ausgebeutet. Der Bau der Höhler bot den Bergleuten eine neue Arbeitsmöglichkeit. In ganz Gera entstanden so etwa 220 Höhler mit einer Gesamtlänge von neun Kilometern. In der Regel liegen sie fünf bis acht, manchmal auch bis zu zehn Meter unter der Erde. Teilweise bestehen auch zwei Sohlen übereinander. Vor der Industrialisierung waren die Höhler für das Geraer Brauwesen unabdingbar. Nach dem großen Stadtbrand von 1780 verzichtete man auf eine grundlegende Neugestaltung der Stadt, sondern behielt die alte Aufteilung der Straßenzüge und Grundstücke im Wesentlichen bei - u. a. aus dem Grund, da die Zuschüttung von Höhlern aus wirtschaftlicher Sicht unvertretbar gewesen wäre. Im Zweiten Weltkrieg erhielten die Höhler eine neue Bedeutung als Luftschutzkeller. Zu diesem Zweck wurden viele Höhler - die bislang alle nur vom Haus aus erreichbar gewesen waren - durch neue Tunnel miteinander verbunden. Im Zuge der nationalsozialistischen Kriegsplanungen war schon 1935 damit begonnen worden, die Höhler auf ihre Tauglichkeit als Luftschutzbunker zu prüfen und zu optimieren. Nachdem zwischen 1976 und 1978 von der Bergsicherung Ronneburg eine grundlegende Vermessung des Höhlersystems durchgeführt worden war, erfolgte von 1986 bis 1989 der Ausbau von zehn Höhlern mit einer Gesamtlänge von 250 Metern zum Museum. Ihnen angegliedert ist heute der Höhler Nr. 188 als Außenstelle des Naturkundemuseums mit einer Ausstellung zur Mineralienwelt Ostthüringens.Ein weiterer Höhler, der sich unter dem Geraer Rathaus befindet, ist ebenfalls öffentlich zugänglich - hier ist seit 1973 das Kabarett Fettnäppchen untergebracht.
02.11.1487 Neues Stadtrecht
ie Stadt erhielt an diesem Tag vom Landesherrn ein neues Stadtrecht verliehen. Die in 90 Abschnitte gegliederten Bestimmungen schufen wesentliche Voraussetzungen für die in der Folge einsetzende Entwicklung Geras zu einem wirtschaftlichen und politischen Mittelpunkt in Ostthüringen. Im 16. Jahrhundert und vor allem 1658 wurden die Stadtstatuten erneuert bzw. modifiziert. Im gleichen Jahr wurde das ebenfalls 1450 zerstörte Rathaus fertiggestellt.
1505 Ein Weinkeller
rstmals urkundlich erwähnt wurde in diesem Jahr der vermutlich schon vor Jahrhunderten angelegte Weinkeller im Rathaus zu Langenberg. Schon im frühen Mittelalter wurde in Thüringen Wein getrunken. Die antiken Römer hatten sich schon am Wein berauscht.
25.01.1511 Finanznot seit gut 60 Jahren
n diesem Tag verkauften der Bürgermeister und der Rat der Stadt Gera dem Rat zu Zeitz für die zwei Hospitäler an der St. Trinitatiskirche 40 fl. (florentiner Gulden) Zinseinnahme für die Zahlung von 666 fl. und 14 Groschen Kapital auf Wiederkauf. Am gleichen Tag erfolgte ein Verkauf von Ratseinnahmen in selber Höhe an den Kanzler Dr. Johann Biermost vom Rathaus der Stadt Gera. (Seit dem sächsischen Bruderkrieg von 1450 war Gera in argen Finanznöten.)
08.01.1543 Verkauf von Kirchengut
it Genehmigung der Landesherrschaft verkauft der Geraer Rat wertvolles Kirchengut aus der Ausstattung der Johanniskirche auf der Leipziger Neujahrsmesse für über 287 Gulden. Von den Einnahmen sollen u.a. Bauarbeiten am Geraer Rathaus bezahlt werden.
1569 Ein neues Rathaus
as alte Geraer Rathaus war im Oktober 1450 während der Kämpfe im "Sächsischen Bruderkrieg" komplett vernichtet worden. Es sollte danach 119 Jahre dauern, bis man mit einem Neubau begann. Dieser wurde wiederum ein Opfer des Stadtbrandes vom 1780, welcher fast die gesamte Stadt in Schutt und Asche legte.
1573 Rathausbau in Gera
n den Jahren von 1573 bis 1576 errichtete man in Gera auf dem Markt das bis in die Neuzeit erhalten gebliebene und genutzte Rathaus. Es war der wohl zweite Geraer Rathausbau. Zu dieser Zeit dachten die Bauherren allerdings noch nicht daran, dass der Bau später zu klein werden könnte und so musste 1715 wegen des Platzmangels eine Erweiterung geschaffen werden. In dem Anbau am Geraer Topfmarkt, dem späteren Kornmarkt, wurde die Steuer- und Advokatenstube untergebracht.
14.10.1575 Eine festliche Hinrichtung
u späteren Zeiten konnte man sich so etwas kaum noch vorstellen. Das man Feste im 16. Jahrhundert anders feierte und würdigte ist nicht unverständlich und brachte die Zeit mit sich, aber eine Hinrichtung als Volksbelustigung, sollte dann wohl in der Neuzeit nicht mehr zu städtischen Festlichkeiten gehören. Anlässlich der Einweihung des neuerrichteten Rathauses wurde nämlich im Oktober 1575 der Straßenräuber Nicol Voigtsberger aus Lobenstein auf dem Geraer Marktplatz hingerichtet. Eine Hinrichtung liesen sich die meisten Geraer nicht entgehen. Sie war auch nichts besonders und gehörte fast zum Alltag, obwohl natürlich nicht jeden Tag der Scharfrichter sein Schwert schwang. Aber ab und an waren Hinrichtungen so etwas wie eine Vorführung oder eine Darbietung. Eigentlich sollten sie abschrecken und die Menschen von Straftaten fernhalten.
10.10.1576 Das neue Rathaus
ätte es schon eine Boulevard Zeitung gegeben, dort hätte als Schlagzeile gestanden "Wir haben fertig". Das Geraer Rathaus, gebaut im Renaissancestil, war mit seinem 57 Meter hohen Turm, welcher das Gebäude dominierte, nun fertig gestellt worden. Der Marktplatz, mit seinem nahezu quadratischen Grundriss beeindruckte durch seine eindrucksvolle Geschlossenheit der Bebauung und bildete zu dieser Zeit den Mittelpunkt der Geraer Altstadt. Vier Tage später wurde es eingeweiht.
14.10.1576 Rathauseinweihung
nter den Bürgermeistern Michael Stimmel, Johann Bieger und Johann Mandel wurde das in der Zeit von 1573-1575 neuerrichtete Rathaus eingeweiht. Die Pläne stammten vermutlich von dem Torgauer Baumeister Nikol Gromann (andere Angaben deuten auf Nikol Teiner aus Lobeda).
Anlässlich der Einweihung wurde der Straßenräuber Nicol Voigtsberger aus Lobenstein auf dem Marktplatz hingerichtet.
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1609 Gründung der Zeugmacherinnung
on 55 Zeugmachermeistern wurde eine eigene Innung begründet. Für die Geschäfte der Innung und die Siegelung der Zeuge wurde auf dem Geraer Rathaus die Siegelstube eingerichtet.
1609 Die Geraer Leineweber
n diesem Jahr wurde von 55 Geraer Zeugmachermeistern eine eigene Innung gegründet. Sie nannten sich Leineweber. Für die Geschäfte der Innung und die Siegelung der Zeuge wurde im Geraer Rathaus eine Siegelstube eingerichtet. Damit bestanden nun zwei Innungen im Textilgewerbe der Stadt, die Tuchmacher und die Zeugmacher (Leineweber).
15.06.1614 Die Geraer Siegelstube
m Geraer Rathaus wurde an diesem Tag in einer feierlichen Zeremonie die Siegelstube (Amtstube) der Geraer Zeugmacherinnung eröffnet. Damit waren sie von Amtswegen bestätigt und hatten einen eigenen "Anlaufpunkt" im Rathaus der Stadt für ihre Anliegen.
27.07.1627 Ein heftiger Sommerwind
n diesem Sommer richtete ein heftiger Sturmwind in der Stadt Gera so mancherlei großen Schaden an. Sogar die Fahne des Rathausturmes wurde "mit der Spindel krumm gebogen". Was allerdings schon bald wieder in Ordnung kam.
1636 Konvent wegen der Pest in Gera
n Gera fand in diesem Tag ein wichtiger Konvent statt. Der Konvent (eine Zusammenkunft), der im Rathaus abgehalten wurde beschäftigte sich mit den sehr häufig auftretenden Pestepidemien in der Stadt. Natürlich wurde auch über die Bekämpfung der Seuche und deren Verhinderung in der städtischen Zukunft Geras gesprochen. Die Pest war zu dieser Zeit eine wahre Geisel Gottes und wurde nicht verstanden von den Menschen, weil sie sich nicht dagegen wehren konnten und dem Siechtum hilflos zusehen mussten.
1639 Das Geraer Rathausportal
n verschieden Geraer Quellen ist zu lesen, dass das Geraer Rathausportal mit dem Wappen und den Inschrifttafeln in der bis in die Neuzeit des 21. Jahrhunderts erhaltenen Form im Jahr 1639 entstanden sein könnte. Wenn das richtig ist, so ist von Glück zu reden, dass dieses wertvolle Portal nicht den Flammen des verheerenden Stadtbrandes vom September 1780 zum Opfer gefallen war.
1647 Langenberger Rathausbau
um Ende des Dreißigjährigen Krieges hin, soll in Langenberg das Rathaus entstanden sein. Zu dieser Zeit hatte der Ort 74 Familien mit 333 Einwohnern.
1685 Der Geraer Simson-Brunnen
er Simsonbrunnen ist ein Springbrunnen in der Mitte des Geraer Marktes. Die Brunnenfigur stellt den biblischen Löwenbezwinger Samson (oder Simson) dar. Der Sandsteinbrunnen wurde 1685 durch den Bildhauer Caspar Junghans der Ältere aus Rochlitz geschaffen und 1686 aufgestellt. Die ursprüngliche Version bestand aus Falkaer Sandstein. Ursprünglich in einer Ecke des Marktes gelegen, wurde er 1823 in dessen Zentrum platziert. Bis zu dieser Zeit befand sich am Sockel auch eine Inschrift, die die Namen des Bildhauers und der vierzehn damaligen Geraer Ratsherren nannte. Bis 1797 wurde er durch eine vom Geraer Mühlgraben abzweigende Wasserleitung gespeist, danach durch einen 1709 am Rathaus angelegten Tiefbrunnen. In der Nacht vom 12. zum 13. Januar 1930 wurde die im Lauf der Jahrhunderte bereits stark verwitterte Figur durch einen Sturm zerstört. Zur Wiederherstellung des Brunnens bildeten Geraer Vereine einen Ausschuss zur Wiederherstellung des Simsonbrunnens unter Vorsitz des Pfarrers Franz Simcik. Durch Spenden der Bevölkerung in der damals wohlhabenden Industriestadt konnte die Figur originalgetreu nachgebildet und 1932 wieder aufgestellt werden. Am 24. April 1932 wurde sie feierlich übergeben. Diese Version des Brunnens bestand aus unterfränkischem Muschelkalk aus Kirchheim und wurde von dem Geraer Bildhauermeister Ewald Tympel unter Mitarbeit seines Sohnes Rudolf sowie der Bildhauer Fritz Kröner (Würzburg), Otto Oettel (Gera) und Otto Hager geschaffen. Bereits 1979 wurde die Brunnenfigur jedoch durch eine weitere, durch den Geraer Bildhauer Heinz Plath geschaffene Kopie ersetzt.

1701 Der Langenberger Rathausturm
wischen Langenberg und Zeitz, in Richtung Leipzig, befand sich schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine unbefestigte Handelsstraße, welche 1891 den Namen "Leipziger Straße" erhielt. In Mitten dieser Straße befand sich zu dieser Zeit das Langenberger Rathaus. Dem Gebäude wurde 1701 ein Türmchen aufgesetzt und dieses wurde mit einer Uhr versehen.
1707 Verlegung der Geraer Märkte
b 1707 wurde der bis dahin in der Langen Gasse, Große Kirchstraße, abgehaltene Getreidemarkt, da er zum massiven Verkehrshindernis geworden war auf den "Kornmarkt", dem ehemaligen "Töpfermarkt" hinter dem Rathaus verlegt. Die Geraer Töpfer wurden in die Böttchergasse verwiesen.
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1715 Die Geraer Advokatenstube
inter dem Geraer Rathaus, in Richtung des Kornmarkt, wurde an das Gebäude ein Anbau errichtet. Dieser beherbergte dann die Steuer- und Advokatenstube in der Stadt Gera. Advokaten waren Rechtsgelehrte zu dieser Zeit.
1717 Gera ab dem 18. Jahrhundert
ie in den Jahren zwischen 1717 und 1720 an Stelle der alten Niklaskapelle neu errichtete Salvatorkirche trug schon bei dem Brand von 1780 schwere Schäden davon. Der damalige Brand hat weite Teile der Altstadt, u. a. das Rathaus, die 1722 erbaute Kanzlei, das Gymnasium, schwer getroffen; von den Bürgerhäusern sind lediglich die am Markt gelegene Stadtapotheke (1606, mit dem bekannten Erker) und das 1688 von dem Kauf- und Handelsherren Gottfried Ferner wohl unter Verwendung älterer Mauern errichtete Haus, später das Schreibersches Haus, Nikolaiberg 3, über die Katastrophe hinweggerettet worden. Ihr folgte ein einheitlicher Wiederaufbau in einem an das Spätbarock anknüpfenden Stil, der in der Folgezeit dem Stadtbild das Gepräge gab. Die rasch um sich greifende Industrialisierung seit der Mitte des 19. Jh. brachte die Aufschließung weiteren Wohn- und Industriegeländes sowie die Eingemeindung der benachbar­ten Dörfer. 1881-84 baute man die neue Johanniskirche auf dem früheren Theaterplatz. Durch die Schlusskämpfe des Zweiten Weltkrieges, besonders durch den Bombenangriff des 6. 4. 1945, wurde die Stadt wiederum stark in Mitleidenschaft gezogen, was sich um so schwerer auswirkte, als man bei dem folgenden Wiederaufbau auch teilweise durchaus noch instandsetzungsfähige Baudenkmäler beseitigte.
1723 Errichtung der Fleischbänke
n der Rückseite des alten Rathauses wurden am Kornmarkt die Fleischbänke errichtet.
1723 Ein Rathausanbau
n diesem Jahr wurde der Rathausanbau auf dem Kornmarkt, hinter dem historischen Altstadtmarkt errichtet. Im Erdgeschoss befanden sich vor dem Stadtbrand von 1780 die Fleischbänke und im Geschoss darüber lagerte man das städtische Archiv. Das bis in die Neuzeit erhalten gebliebene Gebäude erhielt seine spätere Form im Jahr 1793.
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1747 Die Hermsdorfer Geleitstelle
n den Jahren 1747 / 1748 erhielt der kleine Ort Hermsdorf eine zweite Geleitstelle, die sich gegenüber dem späteren Standort des Rathauses, im ehemaligen Gasthof "Zur Guten Quelle", befand. Sie war bis zum Jahr 1834 noch in Betrieb.
1750 Industrielle Entwicklung in Zeulenroda bei Gera
m 1750 entwickelte sich Zeulenroda zu einer Hochburg der Strumpfwirkerei und erlangte bis ins 19. Jahrhundert hinein Weltruhm. Außerdem gewannen im Laufe der Zeit das Tischlerhandwerk sowie die Gummiwirk- und Strickwarenfabrikation an Bedeutung. Nach den Entwürfen des Fabrikanten Christian Heinrich Schopper wurde von 1825 bis 1827 im klassizistischen Stil das spätere Rathaus errichtet, in die 1880 auch die 1851 gegründete Sparkasse Zeulenroda einzog. Bis 1848 gehörte Triebes zu Reuß-Schleiz, danach (bis 1918) zum Fürstentum Reuß jüngere Linie. Der Deutsche Krieg brachte 1866 das Fürstentum Reuß ältere Linie, welches auf Österreichs Seite stand, an den Rand der Auflösung. Nach dem Krieg trat Reuß ältere Linie dem Norddeutschen Bund bei und wurde 1871 Teil des Deutschen Reiches. In Triebes entwickelte sich ab 1875 die Jute-Industrie. 1883 wurde die durch Zeulenroda und Triebes führende Bahnstrecke der Mehltheuer-Weidaer Eisenbahn-Gesellschaft eingeweiht.
01.01.1760 Immer wieder Scharmützel in Gera
era war in die Wirren des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) geraten. Täglich patrouillierten 10 bis 20 Mann in der Stadt. Dabei wechselten sich die Preußen mit den Österreichern ab. Der Geraer Stadtrat blieb Tag und Nacht im Rathaus präsent und lies nie seine Tätigkeit ruhen. Österreichische Truppenverbände lagen bei Großebersdorf und die Preußen bei Zeitz. Immer wieder kam es zu Scharmützeln während des Krieges in Gera.
19.10.1772 Der Stadtbrand in Schmölln
ine Zäsur in der Stadtgeschichte bildet der verheerende Stadtbrand vom 19. Oktober 1772, bei dem binnen 12 Stunden ein Großteil der damaligen Stadt (228 Häuser, ca. 70 Scheunen und weitere Stadtgebäude, darunter auch das Rathaus) zerstört wurde. Vermutlich war Brandstiftung in der Scheune in dem Garten auf dem späteren Goetheplatz die Ursache des Feuers. Die "Brandstraße" unterhalb des Marktes verweist noch auf das Ereignis, das sonst kaum mehr Spuren hinterließ, da in dessen Folge die in der Neuzeit noch vorzufindende Bausubstanz errichtet wurde. Die Stadtkirche Sankt Nikolai, im 15. Jahrhundert erbaut, wurde beim großen Stadtbrand ebenfalls weitgehend zerstört - lediglich der nach Süden weisende Gebäudeteil, welcher das Stadtarchiv enthielt, blieb dank der Löschbemühungen unversehrt. Nach dem Brand wurde das Bauwerk in heutiger Form als dreischiffige, spätgotische Hallenkirche mit verändertem Turm neu errichtet.
1773 Regelmäßige Konzerte
eit diesem Jahr gab es regelmäßige Konzertreihen, die "Winterconzerts", im Geraer Rathaussaal. Es spielten neben einheimischen Musikgruppen auch zahlreiche reisende Virtuosen in der Stadt.
1773 Ein neuer Rathaussaal
m Jahr 1773 erfolgte der Neubau des Geraer Rathaussaals. Der obere Saal, der sogenannte Pelzboden, wo die Kürschner, die Pelzverarbeiter der Stadt werktags immer ihre Waren anboten, verschwand bei den Baumaßnahmen.
18.09.1780 Der Türmer hatte gewarnt
er Geraer Rathausturm hatte auch zu dieser Zeit einen Türmer. Dieser Wächter, welcher in einer winzigen Stube auf dem Turm wohnte, warnte die Stadtbewohner vor generischen Angriffen und vor allem vor Feuersbrünsten. Der Geraer Türmer war sehr pflichtbewusst und warnte die Bürger so lange er konnte, als er den Stadtbrand bemerkte und rettete sich als letzter vor dem verheerenden Stadtbrand.
18.09.1780 Archivarien gingen verloren im Feuer
urch die Brandkatastrophe von diesem Tag ging ein großer Teil des mittelalterlichen Geras für immer verloren. Mit den historischen Bauwerken waren auch viele geschichtlichen Überlieferungen untergegangen. Das städtische Archiv, zu dieser Zeit im noch vorhandenen zweiten Rathausturm untergebracht, konnte nicht gerettet werden. Auch die große Bibliothek des Gymnasiums (Goethegymnasium Rutheneum seit 1608), welches zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch Fürst Heinrich Posthumus entstanden war und über die Geraer Grenzen hin berühmt wurde, war mit über 10.000 Exemplaren verbrannt. Über die Bibliothek ist bekannt, dass zu ihren Gunsten für bestimmte Vergehen der Schüler Geldstrafen entrichtet werden mussten. Außerdem war jeder Buchdrucker und Buchhändler im Lande Reuß angehalten, ein Exemplar seiner Bücher der Bibliothek zur Verfügung zu stellen.
12.1781 Ein Notdach fürs Rathaus
urz vor dem Ende des Jahres 1781 wurden die Mauern des Geraer Rathausturms mit einem sogenannten Notdach versehen. Vermutlich musste man es noch schnell vor dem Wintereinbruch schützen und hatte noch keine endgültige Dachlösung auf Dauer aufbringen können.
11.1782 Erneute Rathausweihe
er große Geraer Stadtbrand anno 1780 hatte große Zerstörungen in der Stadt angerichtet. Auch das Rathaus war betroffen gewesen. In diesem November wurde es wieder eingeweiht.
1783 Der Wiederaufbau ging voran
m Jahr 3 Nach dem großen Stadtbrand von 1780 erfolgte der Wiederaufbau von 44 Wohnhäusern in der Stadt. Ach das Geraer Rathaus war wieder unter Dach und Fach gebracht worden. Das Rathaus war nur mit einem Notdach versehen worden, damit es kurz nach dem Brand weiter genutzt werden konnte.

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18.01.2015
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