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27.10.1780 Jakob Anton Morand geboren
orand erhielt 1804 gemeinsam mit Daniel Gottfried Naumann die Genehmigung zur Errichtung einer Kommissions- und Speditionshandlung in Gera. Im Jahr 1805 erfolgte die Genehmigung zum unbeschränkten Vertrieb von Zeugwaren. Ab 1810 trat Johann Christian Ferber aus Naumburg, aber seit 6 Jahren in Gera ansässig, mit seiner Materialwarenhandlung in die Firma mit ein. Die erste Dampfmaschine in Gera wurde in der Fabrik 1833 in Betrieb genommen. Der in Carouge bei Genf in der Schweiz geborene Jakob Anton Morand verstarb am 2. Juni 1844 in Gera.
1804 Die Familie Ferber kam nach Gera
ohann Christian Ferber (1783-1862) kam im Jahr 1804 nach Gera und begründete die Geraer Linie der Familie Ferber. Er wurde wenige Jahre später Teilhaber der Textilfirma Morand & Co. und hatte wesentlichen Anteil am Wachsen der Geraer Textilindustrie. Er legte die Grundlage für die Modernisierung der Geraer Textilindustrie, welche im Wesentlichen durch seinen Sohn, Dr. Moritz Rudolph Ferber weiter vorangetrieben wurde. Dieser war es auch, der 1842 das repräsentative Anwesen in Gera, Weidaer Gasse 37 und 39 erwarb, welches später als "Ferbersches Haus" bekannt wurde und dem Museum für angewandte Kunst (MAK) Raum bot. Zeugnisse des Wirkens der Familie Ferber für Wohltätigkeit und zum Wohle der Stadt haben sich bis in die Neuzeit erhalten. Die Familie Ferber unterstützte studierende junge Leute aus armen Verhältnissen und tat sich als wohltätige Stifter hervor.
13.08.1804 Eine neue Weberei in Gera
n diesem Tag wurde in Gera die Weberei Morand & Co gegründet. Ab 1836 wurde der bekannte Betrieb durch eine Dampffärberei erweitert. Seit der industriellen Revolution war das Textilgewerbe in Gera stark auf dem Vormarsch und prägte die Stadt über Jahrhunderte nachhaltig.
14.03.1805 Unbeschränkter Vertrieb von Waren
ie erst im August 1804 in Gera durch Daniel Gottfried Neumann und Jakob Anton "Jaques Antoine" Morand gegründete Weberei "Neumann & Morand" erhielt im März 1805 die Konzession zum "unbeschränkten Vertrieb von Zeugwaren" zugesprochen.
14.07.1805 Moritz Rudolph Ferber geboren
oritz Rudolph Ferber war von 1828 bis 1875 technischer Leiter des Geraer Textilbetriebes Morand & Co. 1833 stellte er in Gera die erste Dampfmaschine aus und richtete 1839 die erste Dampffärberei in Gera ein. Er ließ in den Jahren 1874/75 den Ferberturm bauen. Verstorben ist Ferber am 28. August 1875 in Gera. Am 23. September 1874 wurde eine Straße unterhalb des Ferberturms als "Ferbers Anbau" benannt. Am 1. September 1960 wurde die Straße nach dem kommunistischen Arbeiterturner Otto Thomas (8. Januar 1872-11. Dezember 1945) umbenannt. Ab dem 1. März 1991 war es dann wieder "Ferbers Anbau".
27.07.1810 Ferber trat mit ein
er bekannte Geraer Johann Christian Ferber trat an diesem Tag der im August 1804 in Gera durch Daniel Gottfried Neumann und Jakob Anton "Jaques Antoine" Morand gegründete Weberei "Neumann & Morand" bei.
13.12.1813 Firmenänderung bei Morand
b diesem Tag firmierte das Geraer Textilunternehmen Neumann & Morand neu. Sie nannte sich nun Morand & Cie. Der Zusatz Compagnie, heutzutage fast immer Co. oder Cie. abgekürzt, dient in Firmen dem Hinweis, dass es neben der in der Firma genannten Person noch weitere Gesellschafter gibt. Morand & Co. bedeutet zum Beispiel, dass Morand nicht alleiniger Unternehmensinhaber ist. Die Abkürzung Cie. wurde bis in das 19. Jahrhundert im gesamten deutschsprachigen Raum gebraucht.
1817 Eine neue Zeugdruckerei
n diesem Jahr wurde am Rande des Mühlgrabens die Führbringerische Zeugdruckerei und die Wollwaren Morand & Co, die Lederfabrik Plarre und die Tabakfabrik Wieprecht & Hausschild gegründet. All diese Unternehmen siedelten ihr Geschäft ab 1871 in der "De-Smit-Straße" an.
1823 Morand & Co erweiterte
ie im August 1804 in Gera durch Daniel Gottfried Neumann und Jakob Anton "Jaques Antoine" Morand gegründete Weberei "Neumann & Morand" erhielt in diesem Jahr die Konzession zum Aufstellen Wollkämm-Maschine in ihrer Fabrikationshalle. Das Inbetriebnehmen solcher neuen Produktionstechniken bedurfte noch einer Genehmigung.
24.11.1826 Robert Eisel geboren
n diesem Tag wurde der spätere Heimatforscher Robert Eisel geboren. Der Vater, Gymnasiallehrer Karl Friedrich Eisel, weckte in ihm schon frühzeitig die Liebe zur Natur und Heimat. Ab seinem 14. Lebensjahr war er dann bei der Geraer Firma Morand & Co, welche 1833 die erste Dampfmaschine in Gera aufgestellt hatten, als Kaufmann angestellt. Nach 40-jähriger Tätigkeit bei der Firma setzte er sich zur Ruhe und widmete sich der Heimatforschung. Er starb am 10. April 1917 in Gera. Am 16. März 1926 wurde eine Straße in Gera nach ihm benannt.
18.07.1831 Bitte um Konzession
ie Geraer Textilfabrikanten Jakob Anton (Jaques Antoine) Morand und Johann Christian Ferber richteten an diesem Tag ein Gesuch an den regierenden Fürst Heinrich LXII. Reuß zwecks Erlaubnis zur Errichtung einer Kammwollspinnerei nach dem "neuesten französischen System" im Garten des Gasthofes "Zum Grünen Baum", unterhalb der Angermühle und zur Anlegung einer Spülbank im Mühlgraben. Sie erhielten ihre Konzession im November des Jahres.
1832 Die Einwohnerentwicklung von Liebschwitz
eit dem Jahr 1832 gab es in Liebschwitz einen stetigen Anstieg der Einwohnerzahl. Innerhalb von 45 Jahren hatte sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt. Ein Grund für die Entwicklung war in der Industrie zu suchen, denn 1832 wurde in Liebschwitz durch die Geraer Textilunternehmer Morand und Ferber eine Kammgarnspinnerei gegründet. Auch die Erweiterung der Produktionsanlage am Zoitzmühlgraben spielte eine Rolle, da nun mehr Menschen auf der Suche nach einem Broterwerb in die Gegend zogen. Mit dem Wachstum ging auch die Entstehung von "Neutaubenpreskeln" einher (später etwa Höhe Salzstraße 55). Ab dem Jahr 1892 lebten dann 688 und ab 1901 schon 896 Menschen in Liebschwitz. Es muss also dort in den 1880er Jahren einen regelrechten "Bauboom" gegeben haben.
28.04.1832 Widerspruch der Zeugmacher
n Gera existierten zu diesem Zeitpunkt viele Textilverarbeitungsfirmen, welche weitest gehend konkurrierten. Immer wieder gab es Auseinandersetzungen zwischen den Tuchmachern und den Zeugmachern. Die Ersteren stellten hochwertige Tuchware her, die Zeugmacher eher die einfacheren Stoffe. Die meisten Tuchmacher glaubten nun, dass sie die Produktion der einfachen Stoffe nebenbei mit übernehmen könnten und wollten den Zeugmachern auch ihre Innung wegnehmen lassen. Die großen Geraer Textilfirmen Morand & Co., Bruhm & Nägler, Ernst Weber & Focke und Richter & Lubold beantragten daher die Aufstellung von Zeugmacherwebstühlen in ihren Unternehmen, um die Produktion mit zu übernehmen und Mitverdiener auszuschalten. Der Antrag scheiterte und wurde wegen des Widerspruchs der Zeugmacherinnung abgelehnt.
1833 Die erste Dampfmaschine
n der Kammwollspinnerei Morant & Co wurde die erste Dampfmaschine in Gera, zugleich die erste in der thüringischen Textilindustrie, aufgestellt.
Sie steht heute in der „Amthorpassage“
1833 Es wurde der erste Versuch
n der Geraer Kammgarnspinnerei Morand & Co. war im Jahr 1833 die erste Dampfmaschine in den Produktionsprozess eingebunden worden. Die Dampfmaschine war auch die erste in der thüringischen und der vogtländischen Textilverarbeitung. Der erste Betreiber war dann auch der jenige, der noch mit den "Kinderkrankheiten" der neuen Technik zu kämpfen hatte. Daher wurde auch verlautbart, dass der erste Versuch noch nicht zufriedenstellend ausgefallen war. (So eine Dampfmaschine trieb, wenn sie einmal in Betrieb war, alle Maschinen gleichzeitig an. Das geschah über eine sogenannte Transmissionswelle an der Decke der Maschinenhalle. Auf der Welle waren im Abstand der anzutreibenden Maschinen sich mitdrehende Räder angebracht, über die dann mittels der Transmissionsriemen die Kraftübertragungen sicherten. Wollte ein Arbeiter nur eine Maschine anhalten, musste der nur den Transmissionsriemen der jeweiligen Maschine lösen und der Antrieb war aufgehoben.)
1834 Textilindustrie in Gera
eben der Zoitzmühle am Mühlgraben errichten die bekannte Geraer Firma Morand & Ferber eine Kammgarnspinnerei. Die Textilindustrie war zu diesem Zeitpunkt der Hauptwirtschaftszweig neben der Maschinenindustrie in Gera und gab der Mehrzahl der Geraer Arbeiter und damit Lohn und Brot.
1834 Wasserkraft war sicherer
ie erste einsatzfähige Dampfmaschine nach dem Prinzip der Weiterentwicklung von James Watt (1736-1819) wurde 1776 zwar in England installiert, war aber noch nicht zuverlässig genug, dauerhaft in der Industrie eingesetzt zu werden. Auf Grund der schlechten Erfahrung der Firma Morand & Co., die im Jahr 1833 die erste Dampfmaschine in Gera in Betrieb genommen hatte, und den Experimenten mit dampfgetriebenen Spinnereimaschinen, wurde die Liebschwitzer Spinnerei neben der Zoitzmühle, auch von Morand & Co., mit Wasserkraft angetrieben. Man traute dem Dampf noch nicht wirklich. Im Dezember des folgenden Jahres trieb dann eine Dampfmaschine zum ersten Mal in Deutschland eine Eisenbahn an.
1836 Färben statt Spinnen
rst gut drei Jahre war es her, da hatte die Firma Morand & Co. in Gera die erste Dampfmaschine in die Textilproduktion ausgenommen. Nun wurde die erste Dampffärberei eingerichtet und dafür verschwand die Spinnerei aus der Produktionshalle der Firma.
14.01.1836 Mechanische Webstühle
ei der Geraer Firma Morand & Co. wurden 1836 versuchsweise mechanische Webstühle aufgestellt. Die Webstühle der Firma Schönherr hatten sich hingegen nicht bewährt.
20.10.1836 Gekaufte Wasserkraft
m Jahr 1832 errichteten die Geraer Kaufleute Ferber und Morand in Liebschwitz, das war für sie zu dieser Zeit tatsächlich "sächsisches Ausland", eine Spinnerei. Diese war unmittelbar westlich der alten Zoitzmühle gelegen und äußerst gut gewählt vom Standort, da die Mühle gleich mit gekauft wurde. Dabei wollte man sich noch keinen Steuervorteil verschaffen, sondern hier war die Nutzung der Wasserkraft der Elster als "Antriebsmaschine" ausschlaggebend. Über die Wassernutzung fand sich in den Büchern der Firma ab 1832 noch nichts, erst im Jahr 1836 wurde im sogenannten Expensenbuch (Kassenbuch) des Adligen Ziegenhierdschen Gerichtes dazu die Abschrift des Kaufvertrages mit dem Müller der Zoitzmühle für die gefunden. Im Oktober 1836 zahlten Ferber und Morand 12 Taler und 23 Groschen für die "Beleihung mit dem von ihnen erbauten Fabrikgebäudes". Schon im Jahr 1840 wurde die Mühle wieder veräußert.
29.07.1837 Morand & Ferber vermieteten
ie Inhaber der Geraer Textilfirma Morand & Ferber vermieteten am 1837 die zweite Etage ihres im "Grünebaumgarten" (später Breitscheidstraße) gelegenen Fabrikgebäudes sowie einige Nebenräume an den Kaufmann Theodor Remy. Der Mietzins lag in Höhe von 120 Talern pro Jahr.
1838 Eine neue Kammwollspinnerei
n diesem Jahr errichtete die Geraer Zeugwarenhandlung Morand & Co neben der alten Zoitzmühle eine mittels Wasserkraft betriebene Kammwollspinnerei.
1840 Eine der größten Spinnereien Deutschlands
ie in Liebschwitz von der Firma Morand und Company betriebene Spinnerei zählte mit seinen annähernd 5.000 Spindeln zu einer der größten Spinnereien Deutschlands. Mittels der Wasserkraft wurden zu dieser Zeit die 61 Spinnmaschinen angetrieben.
1843 Industrie in Liebschwitz
m späteren Geraer Stadtteil Liebschwitz errichteten die Geraer Fabrikanten Morand & Ferber eine neue Kammgarnspinnerei. Zu finden war dieser Betrieb am Mühlgraben neben der Zoitzmühle.
1843 Die Liebschwitzer Einwohnerzahl
n dem Jahr als man in Liebschwitz die Kammgarnspinnerei der Geraer Fabrikanten Morand & Co eröffnet hatte, wurde die Einwohnerzahl erhoben. Liebschwitz wurde von 215 Menschen bewohnt. Die industrielle entwicklung brachte es allerdings mit sich, dass die Zahl bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 auf 1293 anwuchs.
1851 Die Firma Neumerkel
ie Firma J. Glas & Neumerkel wurde in diesem Jahr gegründet. Das geschah vermutlich durch die Übernahme der Liebschwitzer Kammwollkämmerei und Kammwollspinnerei Morand & Co.
28.11.1851 Gera auf der Weltausstellung in London
uf der ersten Weltausstellung in London wurden 4 Geraer Textilhandlungen mit Preismedaillen ausgezeichnet. Das wurde in einer Geraer Ministerialbekanntmachung verlautbart.
Zusatzinformationen
30.10.1854 Gedenkmünzen für Geraer Betriebe
ie Geraer Textilhandlungen Morand & Co., Ernst Friedrich Weißflog, Ernst Weber, C. F. Mengel und die Kammgarnspinnerei Glas 6 Neumerkel erhielten von der Jury der Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung in München für ihre vorzüglichen Leistungen die großen Gedenkmünzen als Auszeichnung.
1855 Ein neuer Besitzer der Spinnerei
ie 1838 von der Geraer Zeugwarenhandlung Morand & Co neben der alten Zoitzmühle errichteten Kammwollspinner wurde an die Firma Glaß & Neumerkel veräußert und 2 Jahr später von I.C.G. Neumerkel allein betrieben.
14.05.1859 Hermann Ferber geboren
ermann Ferber kam im Familienbesitz der Ferbers im "Ferberschen Haus" in der Greizer Straße 37/39 zu Welt. Zu diesem Zeitpunkt war die Adresse aber noch Weidaische Gasse 20/21. Sein Großvater war der bekannte Geraer Fabrikant Moritz Ferber, der Erbauer des Ferberturms und Präsident der von Lenz und Goethe gegründeten "Großherzoglichen Societät für die gesamte Mineralogie". Seine Kindheit verbrachte er mit seinem Vater Robert Ferber, seinem Onkel Walter und seinen Brüdern Alfred und Rudolf in einem Doppelhaus in der Greizer Straße, in dem neuzeitlich das MAK (Museum für Angewandte Kunst) untergebracht wurde. Sein Bruder Alfred kaufte später vom Geraer Medizinalrat Dr. F. Münch das Haus in der späteren Clara-Zetkin-Straße 11 (Amtsgericht). Hermann Ferber dagegen ließ sich zu Ende der 1880er Jahre in der damals neu angelegten Tivolistraße 1 ein Anwesen errichten. Und zwar zwischen dem Tivoli (Haus des Handwerks) und dem Grundstück des Bauunternehmers Frauenlob in der Neuen Straße. Hermann Ferber ehelichte am 7. Juli 1884 Helene Gladitsch, die Tochter des Geraer Kaufmanns Wilhelm August Gladitsch (1826-1895) nach welchem der Geraer Verschönerungsverein den Aussichtsturm im Stadtwald benannte. Im Jahr darauf wurde er zusammen mit seinem Bruder Teilhaber der bekannte Geraer Firma Morand & Co.
1860 Eine neue Dampffärberei
s war mittlerweile fast 30 Jahre her, da hatte Morand & Co die erste Dampfmaschine in Gera in Betrieb genommen. Die Technik hatte sich nun durchgesetzt und viele Textilverarbeiter setzten nun auf die Dampfkraft. Die Gebrüder Schlott eröffneten im Jahr 1860 ihre Dampffärberei in Gera.
1861 Der Kaufmann J.T.W. Meyer
chon zu Anfang des 19. Jahrhunderts tauchte der Name der Kaufmannsfamilie Meyer in den Geraer Annalen erstmals auf. Einer der Nachfahren, der Kaufmann Johann Theodor Wilhelm Meyer, wurde im Jahr 1861 als Hausbesitzer in der Weidaischen Gasse 19 (Greizer Straße) genannt. Zusammen mit seinem Schwager Eugen Weißflog (1828-1906), dem Sohn des Gründers der Kammwollweberei Ernst Friedrich Weißflog (1977-1864), übernahm er nach dem Tod des Firmenseniors die Geschäftsführung der Fabrik. Das Weißflogsche Unternehmen war seinerzeit das zweitgrößte Textilunternehmen, Fabrik-Etablissement, nach "Morand & Co." in Gera. Zum Ende der 1870er Jahre wurde Johann Theodor Wilhelm Meyer stellvertretender Vorsitzender der Handelskammer Gera und veröffentlichte in dieser Funktion in verschiedenen Zeitungen Fachpublikationen.
11.11.1862 Carl Nürmberger verstarb
arl Nürmberger, der erste Vorsitzende der Handelskammer zu Gera, war im Alter von nur 63 Jahren verstorben. Er war ein Ehrenmitglied der Kaufmannschaft zu Gera und Prokurist in der bekannten Kammwollwarenfabrik "Morand & Company" gewesen.
01.1867 Dampfmaschinen in Gera
ie Dampfkraft als Antriebsenergie für die Geraer Textilmaschinen hielt erst im Jahr 1833 Einzug in Gera. Morand & Co. stellten die erste Dampfmaschine auf, welche bis in die Neuzeit erhalten geblieben ist. 1850 gab es dann schon 11 Dampfmaschinen, 1855 waren es 24, 1864 immerhin schon 34 und bis 1867 dann 39. Eine Dampfmaschine trieb zu dieser Zeit mittels Transmission eine ganze Reihe von Textilmaschinen an, sodass festgestellt werden kann, dass bis zum Jahr 1867 fast jeder der in der Textilproduktion ein Geschäft hatte, auch eine Dampfmaschine betrieb.
1870 Shedhallen für die Webstühle
ie Geraer Textilfirma Morand & Co erweiterte in diesem Jahr ihre Sheddachhallen, um weitere 200 mechanische Webstühle unterbringen zu können. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 hatte es in der Geraer Textilindustrie einen regelrechten Schub gegeben, dem hier Rechnung getragen wurde. (Ein Sheddach, eingedeutscht auch Scheddach, oder Sägezahndach ist eine Dachform, die vor allem bei Bauten mit großen Grundflächen wie zum Beispiel Fabrikhallen konstruiert wird. Dabei werden mehrere kleine pult- oder satteldachartigen Dachaufbauten hintereinander angereiht. Ein Gebäude mit Sheddachkonstruktion wird auch als Shedhalle oder Shedgebäude bezeichnet.)
1870 Dampf für die Firma Münch
m 15. April 1859 hatten die Herren Carl Zetsche und Alfred Münch in Gera eine Wollwarenfabrik gegründet. Das Geschäft florierte und bald konnten internationale Handelsverbindungen geknüpft werden. Nach dem Kauf eines Grundstücks wurde der Firmensitz im Jahr 1865 in die Schützenstraße 24 (später die Geschwister-Scholl-Straße) verlegt, um dort eine Weberei zu betreiben. Seit 1833 wurde in Gera die Dampfkraft zum Antrieb der Maschinen genutzt, die ersten waren Morand & Co., und auch die Wollwarenfabrik und Weberei Münch setzte zunehmend auf die Versorgung mit Dampf. Dafür machte es sich erforderlich ein Kessel- und Maschinenhaus zu bauen, was ab dem Jahr 1870 geschah. Gleichzeitig entstand ein weiterer der später das Stadtbild bestimmenden Schornsteine, welche hier auf die Höhe von gut 30 Metern gebracht wurde.
1872 Morand & Co erweiterte wieder
chon im Jahr 1870 hatte die Geraer Textilfirma Morand & Co ihre Sheddachhallen vergrößert, um weitere 200 Webstühle unterbringen zu können. Nun wurde der Firmenkomplex nochmals erweitert. Man baute eine Weberei mit Shedhallen und stellte dort 350 Webstühle in die Produktion. Der Aufschwung in der Geraer Textilindustrie war zur Mitte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht mehr aufzuhalten. (Ein Sheddach, eingedeutscht auch Scheddach, oder Sägezahndach ist eine Dachform, die vor allem bei Bauten mit großen Grundflächen wie zum Beispiel Fabrikhallen konstruiert wird. Dabei werden mehrere kleine pult- oder satteldachartigen Dachaufbauten hintereinander angereiht. Ein Gebäude mit Sheddachkonstruktion wird auch als Shedhalle oder Shedgebäude bezeichnet.)
09.04.1879 Ein Geraer Komitee zur Gründung der Schmalspurbahn
m Vorjahr hatten die Braunkohlegrubenbetreiber der Geraer Umgegend ein Komitee zur Gründung einer Schmalspurbahn gegründet. Gera zog diesbezüglich nach und in einem Schreiben der Handelskammer Gera von diesem Tag, unterzeichnet vom Handelskammerpräsidenten Adolf Weber, an den Stadtrat zu Gera, wurde die Gründung dieses Komitees zur Kenntnis gegeben. Berühmte Geraer Industrielle gehörten diesem Gremium an, wie Moritz Ferber von Morand und Co, Herr Meyer der Firma Weißflog, Herr Völkel von der Firma Häußler und der Stadtrat Herr Veth.
31.12.1879 Wer wohnte wo in Gera
ier ist eine vollständige Einwohnerliste der Stadt Gera enthalten. Alle in Gera zu diesem Zeitpunkt gemeldete Personen mit ihrer Adresse und ihrem Beruf. Zu beachten ist, dass viele Eingemeindungen erst in den ersten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts vorgenommen wurden und so die Einwohner von Untermhaus, um ein Beispiel zu nennen, hier fehlen.
Zusatzinformationen
1883 Vom Vater auf den Sohn vererbt
m Jahr 1832 hatten die Geraer Kaufleute Ferber und Morand in Liebschwitz eine Spinnerei aufgemacht. 1855 wurde diese dann an J.C.G. Neumerkel verkauft, welcher Alleinbesitzer wurde. Nun wurde sein Sohn Friedrich Neumerkel Nachfolger seines Vaters. Zu dieser Zeit hatte die Spinnerei 61 Maschinen, welche von 26 PS Wasserkraft angetrieben wurden. Friedrich Neumerkel beschäftigte 130 Arbeiter, welche allerdings nicht alle aus dem kleinen Liebschwitz stammten. Es gab schon im 19. Jahrhundert Menschen, die als "Pendler" täglich zu ihrem Arbeitsplatz anreisten. Eine Zeit, wo es in Liebschwitz noch keine Eisenbahn gab (erst ab 1892), das Automobil noch nicht erfunden war und es demzufolge auch noch keine Busse gab. Man(n) war gut zu Fuß.
1888 Ein Schornstein bei Schlott
ie Modernisierung der Geraer Textilbetriebe war in dieser vom Aufschwung geprägten Zeit nicht mehr aufzuhalten. Neue Färbetechniken hielten Einzug in die Produktionsverfahren, mechanische Webstühle ersetzten die Handweberei und seit 55 Jahren lief in Gera bei der Firma Morand & Co. die erste Dampfmaschine. Auch in der Färberei Schlott gab es Fortschritte. Nach dem Entwurf des bekannten Industrie-Architekten Fritz Köberlein erfolgte dort im Jahr 1888 der Bau eines 50 Meter hohen Dampfschornsteins. Damit verbunden war auch der Umbau des Maschinen- und Kesselhauses der Firma in der Reichsstraße.
1890 Geraer Beschäftigtenzahlen
n der Geraer Textilindustrie arbeitete unter anderem bei Morand & Company 900 Arbeiter/innen, bei E.F. Weißflog 850 Arbeiter/innen und 30 Beamte, bei Bruhns & Naegler 500 Arbeiter/innen und bei Louis Hirsch waren es gut 1.000 Arbeiter/innen.
10.07.1893 Ein Schadensfeuer bei Neumerkel
m Jahr 1883 hatte Friedrich Neumerkel von seinem Vater die 1832 in Liebschwitz von Ferber & Morand gegründete Spinnerei übernommen und erfolgreich weitergeführt. Dieser Tag ging als großer Unglückstag in die Annalen der Firma ein, denn es gab ein großes Schadensfeuer, welches viel Arbeiter auf eine Schlag arbeitslos machte.
1897 Aus dem "Adreßbuch" von 1897
aut dem "Geraer Adreßbuch" des Jahrs 1897 gab es zu dieser Zeit 52 Textilbetriebe in der Stadt. Hier eine kleine Auswahl der bekanntesten Betriebe. "Louis Hirsch" (Färberei, Schützenstraße, später die Geschw. Scholl-Straße), "Hoffman" (Färberei, Schützenstraße später die Geschw. Scholl-Straße), "Paul Köppe" (Färberei, Friedericistraße), "Gebrüder Schlott" (Färberei, Reichsstraße), "Lechla & Mehlhorn" (Filztuchfabrik, Debschwitz), "Stösel & Hain" (Teppichweberei, Fürstenstraße 18, später Am Sommerbad), "Fleck" (Teppichweberei, Lessingstraße 7), "Halpert & Co." (Teppichfabrik, De Smit-Straße 11), "Späthe" (Teppichweberei, Zabelstraße 11), "Schwalbe" (Teppichweberei, Harbourstraße 6 später die Florian-Geyer-Straße), "Feistkorn" (Spinnerei, Stadtgraben 10), "Gera-Greizer-Kammgarnspinnerei" (Spinnerei ,Zwötzen), "Neumerkel" (Spinnerei, Liebschwitz), "Bardzki & Oeser" (Wollwarenfabrik, Bismarckstraße später die Friedrich-Engels-Straße), "O. Becker" (Weberei, Humboldtstraße 14), "Braun & Schweitzer" (Weberei, Hainstraße 10), "Bruhns & Söhne" (Weberei, Parkstraße 1, später die Heinrich Laberstraße), "Lummer & Bach" (Weberei, Reichsstraße 4), "Morand & Co.", Brühl 11, später Nähe Gera-Arcaden), "Ernst Weber" (Weberei, Margaretenstraße 8 und 10, später am Roßplatz, Platz der Republik 1958 beseitigt) und "Paul Weißflog" (Weberei, Reichsstraße 10).
1902 Der Spinnerei Anbau
m Jahr 1838 hatten Morand & Co. neben der Zoitzmühle in Liebschwitz eine mit Wasserkraft betriebene Kammwollspinnerei errichtet. 1903 wechselte sie den Besitzer und da aus der Umgebung und den Dörfern nicht genug Arbeitskräfte gewonnen werden konnten, siedelte man die Arbeiter dort an baute zwischen den Jahren 1902-1907 billige Wohnungen. Diese Siedlung nannte am Spinnerei-Anbau 1-4. Ein anschließendes Mädchenheim bekam die Nummer 5. Weil nun aber viele Arbeiter zu dieser Zeit aus Böhmen, Gallien oder auch Schlesien dort hin zogen, sagte der Volksmund auch "Kolonie" zu der Siedlung.
1903 Die Kammgarnspinnerei wurde verkauft
ie Liebschwitzer Kammgarnspinnerei, im Jahr 1832 von den Geraer Kaufleuten Ferber & Morand gegründet, war im Jahr 1893, im Besitz von Friedrich Neumerkel, fast bis auf die Grundmauern niedergebrannt. 10 Jahre hatte er die Fabrik zu dieser Zeit. Schnell wurde sie wieder aufgebaut und die Belegschaft vergrößerte sich von 200 vor dem Brand auf nunmehr 250 Arbeiter. Inzwischen hatte der Sohn von Friedrich Neumerkel die Firma übernommen und verkaufte sie 1903 an die Firma Hupfer & Co aus Bockwa bei Zwickau. Geschäftsführer blieb P. Neumerkel aber. Die neuen Besitzer führten andere Tarife in der Entlohnung ein und verlängerte auch noch die Arbeitszeiten bei weniger Verdienst. Bessere Maschinen wurden eingeführt, was auch Arbeitsplätze einsparte. Das Prinzip war also schon im 19. Jahrhundert gang und gebe. Was brachte das ein? Es wurde natürlich gestreikt.
13.08.1904 Jubiläum bei Morand & Co.
n diesem Tag feierte die Geraer Textilfirma Morand & Co. ihr 100-jähriges Firmenjubiläum in der Stadt. Die Firma beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 72 Beamte und etwa 1000 Arbeiter. Morand & Co. gehörten zu den Industriepionieren Geras und waren für den Aufstieg der Stadt im 19. Jahrhundert entscheidend mit verantwortlich.
09.1907 Ausländische Arbeitskräfte
ie bekannte Liebschwitzer Kammgarnspinnerei, 1839 von den Geraer Kaufleuten Christian Ferber und John Morand gegründet und 1903 in eine GmbH umgewandelt, stellte im Jahr 1907 erstmals ausländische Arbeitskräfte ein. Die Frauen und Mädchen waren aus dem polnischen Mislowitz nach Gera gekommen. Die 16 bis 18 Jahre alten Frauen wurden für zwei Jahre beschäftigt. Gearbeitet wurde von 6.00 früh bis 18.30 am Abend. Es wurden 15 Minuten zum Frühstück, 60 Minuten zum Mittag und 15 Minuten zur Vesper als Pausenzeiten gewährt. An den Vorabenden von Sonntagen und Festtagen wurde nur bis 17.30 Uhr gearbeitet. Überstunden wurden nur nach einer gesonderten Vereinbarung bezahlt.
1909 Ernennung auf Fürstlichen Befehl
olgende Geraer Persönlichkeiten aus der Industrie wurden vom Fürst Reuß mit Titeln ausgezeichnet: Kommerzienrat Hermann Weber von der Firma "Ernst Weber" wurde zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. Der Fabrikant Alfred Weber von der Firma "Ernst Weber" erhielt den Titel Kommerzienrat. Der Textilfabrikant Georg Hirsch von der Firma "Louis Hirsch" erhielt ebenfalls den Titel Kommerzienrat, wie auch der Fabrikant Hermann Ferber von der Firma Morand & Co.
1913 Die Einwohner von Liebschwitz
eit dem beginnenden 19. Jahrhundert wuchs die Einwohnerzahl von Liebschwitz beständig an. Beschleunigt wurde diese Entwicklung durch die Ansiedlung der Kammgarnspinnerei von Morand und Ferber und deren stetige Erweiterung ab 1832. Die höchste je registrierte Zahl an Liebschwitzern gab es 1913 und wurde mit 1347 angegeben.

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18.01.2015
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