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Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
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Ihre Suche nach Max Biermann erbrachte folgende Ergebnisse.
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1688 Das gräfliche Stadtpalais
n der Nordseite des Johannisplatzes wurde ein gräfliches Stadtpalais errichtet, dass nach dem Tod von Heinrich XXX. im Jahr 1802 dessen Witwe Luise bis zu deren Tod 1829 als Alterssitz diente. Es wurde anstelle eines adligen Burggutes der Herren von der Pforten, später das Bragerschen Freihaus, am Johannisplatz ein Gräfliches Palais erbaut. Später war es erst das Kaufhaus von Max Biermann und nach der Enteignung und der Arisierung durch die Nationalsozialisten wurde es dann in Braun & Co.umbenannt. Am 6.4.1945 wurde der Johannisplatz durch amerikanische Bomben nahezu vollständig zerstört.
1878 Die Firma von Max Biermann
m 19. Jahrhundert zog die Familie Biermann wie auch viele andere Juden in die reiche Industriestadt Gera um sich hier dauerhaft niederzulassen. Im Jahre 1878 gründete Max Biermann (verstorben 1922) ein kleines Textilkaufhaus in Gera, welches sich bald zu einem bedeutenden Geraer Betrieb entwickelte. 1890 wurden seine Söhne Erich und Herbert Biermann geboren, die gemeinsam mit Siegfried Schießer als Leiter des Unternehmens wirkten. 1907 errichtete er ein großes Geschäftshaus mit 6500 qm Nutzfläche. Es war das räumlich und nach Umsätzen größte Geschäftshaus Thüringens, welches jedoch 1945 zerbombt wurde. 1928 zum 50-jährigen Geschäftsjubiläum wurden 200 kaufmännische Angestellte, 120 Näherinnen und 50 Heimarbeiterinnen beschäftigt. Anlässlich dieses Jubiläums spendete die Firma 5000 RM zur Errichtung des Brunnens im Dahliengarten. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde das Kaufhaus Biermann wie alle jüdischen Geschäfte mittels Hetzplakaten und SA-Posten boykottiert. 1938 ging dann das Kaufhaus in den Besitz der Firma Braun & Co über. Am 9. November 1938 gerieten die Brüder Biermann in die Pogromnacht und wurden ins KZ Buchenwald deportiert. Innerhalb der jüdischen Gemeinde unterstützte die Familie Biermann die Arbeit und den Erhalt der Liegenschaften und der in Not befindlichen Juden. Noch heute genießt der Name Biermann bei alten Geraern den besten Ruf. Ein Platz in Gera trägt seit 1991 wieder den Namen "Biermannplatz"(wie bereits von 1949-1952), nachdem er von den kommunistischen Machthabern im Jahr 1952 in Platz der Thälmannpioniere umbenannt wurde.
30.07.1893 Rudolf Paul geboren
er In Gera geborene Rudolf Paul war studierter Jurist und später auch Politiker in Gera. 1945 wurde er der erste Nachkriegs-Oberbürgermeister der Stadt und im gleichen Jahr bis 1947 fungierte er als Thüringer Ministerpräsident. Am 1. September 1947 flüchtete Rudolf Paul über West-Berlin in die amerikanische Besatzungszone, worauf hin er am 9. Oktober 1947 offiziell seines Amtes enthoben und durch den linientreuen Werner Eggerath ersetzt. Später war er über 30 Jahre lang in Frankfurt am Main als Rechtsanwalt tätig. Dort verstarb er auch am 28. Februar 1978.
Zusatzinformationen
14.12.1895 Lilly Paul in Gera geboren
illy Paul war die geschiedene Ehefrau von Doktor Rudolf Paul und die Tochter des jüdischen Kaufhausbetreibers Max Biermann. Nach ihrer Scheidung 1938 verließ Lilly Paul die Stadt in Richtung Berlin und viel kurz vor ihrer Auswanderung aus dem Nazideutschland der Gestapo in die Hände. Am 25. Januar 1942 deportierten die Nazis sie nach Riga. Nach der Auflösung des Ghettos wurde sie in das KZ Stutthof verschleppt und verstarb dort am 1. Januar 1945 im Außenkommando Sophienwalde. Im gleichen Jahr noch, wurde der geschiedene Ehemann von Lilly Paul der erste Oberbürgermeister Geras nach dem Krieg.
03.03.1898 Aenne Biermann geboren
enne Biermann war eine Geraer Fotografin jüdischen Glaubens und mit dem Kaufhausgründer Max Biermann verwandt. Sie zählte mit ihren Arbeiten zu den wichtigsten Künstlern am Ende der 1920er Jahre. Aenne Biermann war auch international bekannt mit ihren Fotoausstellungen. Sie verstarb im Jahr 1933 nach schwerer Krankheit und musste nicht mehr erleben, wie die Nationalsozialisten jüdischen Leben in Deutschland zu vernichten versuchten.

Zusatzinformationen
1907 Kaufhauserweiterung
urch den Abriss des Kollegienhofes an der Nordseite des Johanniplatzes im Jahr zuvor, konnte Max Biermann sein Kaufhaus in diese Richtung erweitern.
1913 Eine neue Villa in Gera
er Geld hatte, zur Geraer Oberschicht gehörte oder zu den Industriellen, lies sich zu dieser Zeit eine prachtvolle Wohnresidenz errichten. Moritz Jahr (Industrieller), Louis Hirsch (Textilfabrikant) oder Max Biermann (Kaufhausgründer) hatten große Villen in der Stadt. In der Goethestraße 6 ließ die Geraer Familie Feistkorn in den Jahren 1913/14 eine großzügige Villa bauen.
04.1916 Eine Spende von Max Biermann
er in Gera bekannte Kaufmann Max Biermann, Betreiber des gleichnamigen Warenhauses, stellte der Stadtverwaltung Gera einen Betrag in Höhe von 3.000 Mark zur Verfügung. Mit diesem Geld sollten Kartoffeln und andere wichtige Lebensmittel an Bedürftige zum halben Preis abgegeben werden.
1919 Max Biermann erwarb die Luboldt-Villa
m Jahr 1897 hatte der Geraer Unternehmer Arno Luboldt in der Leipnitzstraße 1 eine Villa für seine Familie errichten lassen. Arno Luboldt verstarb 1915 während des ersten Weltkrieges und sein Sohn geriet in Kriegsgefangenschaft, was dazu führte, dass das Unternehmen Luboldts, er war Miteigentümer einer Weberei, stillgelegt werden musste. Max Biermann kaufte die Villa und zog selbst gar nicht ein, sondern seine Söhne Erich und Herbert mit ihren Familien. So wurde aus der Luboldt die Biermann-Villa.
1920 Aenne Biermann heiratete
nna Sibylla Sternefeld (Aenne Biermann) wurde am 03.März 1898 als drittes Kind einer jüdischen Fabrikantenfamilie im niederrheinischen Goch geboren. Im Jahr 1920 heiratete sie Herbert Biermann, den Sohn des Geraer Kaufhausbesitzers Max Biermann und zog in die Villa der Familie, in der Wilhelmstraße 1, später die bekannte Leibnizstraße in Untermhaus. In ihrer 13-jährigen Geraer Zeit bekam sie zwei Kinder. Autodidaktisch erlernte Aenne Biermann das Fotografieren, sie bildete ihre Kinder und die Familie ab. Für den Geraer Geologen Rudolf Hundt lichtete sie Mineralien ab und vervollkommnete mehr und mehr ihre Ergebnisse. Mit ihren Makroaufnahmen von Personen, Landschaften und Stillleben lässt sie sich der Neuen Sachlichkeit zuordnen. Im Jahre 1930 konnte Aenne Biermann ihre Werke in Jena erstmals in größerem Rahmen ausstellen, es folgten auch internationale Ausstellungen. Nur einige Wochen vor ihrem 35.Geburtstag verstarb die Fotografin am 14. Januar 1933 in Gera, infolge eines Leberleidens sehr jung. Die Enteignung und Flucht der Biermannfamilie in der NS-Zeit musste sie nicht mehr erleben. Im Jahr 2009, am 5. Dezember, erhielt die Geraer Volkshochschule den Namen von "Aenne Biermann".

01.11.1928 Das "Biermannkaufhaus" wurde 50 Jahr alt
as am 01.11.1878 gegründete Kaufhaus von Max Biermann wurde an diesem Tag 50 Jahre alt. Begonnen hatte der damals 22jährige Max Biermann an der „Sorgenecke“ mit einem kleinen Geschäft in dem er Wäsche und Leinen- und Baumwollwaren verkaufte.
13.06.1930 Ein neuer Springbrunnen
er neue Springbrunnen im Dahliengarten war an diesem Tag fertiggestellt. Er gehörte zu einer Stiftung der bekannten Geraer Familie von Kaufhausgründer Max Biermann.
03.12.1932 Gesellschaftliche Ausgrenzung der Juden
chon 3 Monate vor dem reichsweiten Aufruf der nationalsozialistischen Regierung rief am 3. Dezember 1932 Innenminister Sauckel in einer Rundfunkansprache zum Boykott jüdischer Geschäfte und Handwerksbetriebe auf. Auch dem landesweiten Boykottaufruf zum 1. April 1933 durch die NSDAP schlossen sich viele Thüringer Zeitungen an. Die Zeitungen standen zu diesem Zeitpunkt schon unter der Totalen Kontrolle der Nationalsozialisten und druckten nur noch nach deren Vorgaben und Verlangen. Den Lesern in Gera wurden detaillierte Listen von Geschäften mitgegeben, deren Inhaber jüdisch waren. Darunter zum Beispiel das Kaufhaus von Max Biermann. Gleichzeitig wurden erste jüdische Vereine verboten oder zwangsaufgelöst.
01.1933 Für die Geraer Juden brachen schwere Zeiten an
ür die Familie des Geraer Warenhausbetreiber Max Biermann brach mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland eine dramatische Zeit an. Erst verstarb in diesem Jahr seine Schwiegertochter, die Ehefrau seines Sohnes Herbert Biermann, im Alter von nur 34 Jahren. Die berühmte Geraer Fotografin Aenne Biermann (03.03.1898-14.01.1933, geboren als Anna Sibylla Sternefeld) starb nur wenige Tage vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten an einer schweren und unheilbaren Lebererkrankung. Unmittelbar danach begannen die Repressalien für alle Menschen jüdischen Glaubens durch die neuen Machthaber, welche die Familie Biermann zur Flucht nach Palästina zwangen.

14.01.1933 Aenne Biermann verstorben
ie bekannte Geraer Fotografin Aenne Biermann wurde nur 34 Jahre alt und verstarb nach langer Krankheit nur wenige Tage vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in Deutschland. Geboren wurde die Frau jüdischen Glaubens am 3. März 1898 und war mit dem Geraer Kaufhausgründer Max Biermann verwandt, nachdem sie im Jahr 1920 dessen Sohn Herbert Biermann geheiratet hatte. Sie zählte mit ihren Arbeiten zu den wichtigsten Künstlern am Ende der 1920er Jahre. Aenne Biermann war auch international bekannt mit ihren Fotoausstellungen. Nach der politischen Wende wurde ab dem Jahr 1992 in Gera vom MAK (Museum für Angewandte Kunst) im Zweijahresrhythmus der "Aenne Biermann Preis" vergeben.

01.04.1933 Boykott gegen die Juden
n Gera kam es zum Boykott der jüdischen Warenhäuser von Max Biermann und Hermann Tietz. Auch vor den anderen jüdischen Geschäften bezog die SA Stellung und klebte Plakate an die Schaufenster, welche zum Boykott („Kauft nicht beim Juden“) aufrufen sollten. Geraer, welche sich nicht an den Boykott hielten, wurden als „Volksverräter“ bezeichnet.
01.04.1933 Die SA kontrollierte den Boykott
m März 1933 hatten die neuen Machthaber beschlossen alle jüdischen Geschäfte zu boykottieren. Jüdisches Leben sollte nicht mehr statt finden und Juden konnten ihren Lebensunterhalt nicht mehr einfach bestreiten. An diesem 1. April standen Punkt 10.00 Uhr am Vormittag SA-Posten vor jüdischen Geschäften und machten die Geraer darauf aufmerksam, dass der Einkauf bei Juden mit Vaterlandsverrat gleich zu setzten sei. Die Warenhäuser von Hermann Tietz (Hertie) und Max Biermann wurden geschlossen und später von anderen betrieben. Die Geschäfte wurden mit Parolen beschmiert und dem Davidstern gekennzeichnet. Ähnlich der Kennzeichnung der Pesthäuser im Mittelalter.
01.04.1933 Hetze in der Zeitung
er Boykott aller jüdischer Geschäfte war nun beschlossene Sache und wurde von der SA ("Sturmabteilung" unter der Führung von Ernst Röhm) streng kontrolliert. Die Zeitung der NSDAP, der "Geraer Beobachter",setzte die Verunglimpfung der Juden massiv mit Artikeln fort, welche folgende Überschriften trugen: "Kauft nicht beim Juden", "Hinaus mit Juden aus allen deutschen Gerichtssälen" oder auch "Jude Biermann an der Aktiengesellschaft der Geraer Zeitung beteiligt". (Max Biermann war ein Warenhausbesitzer und die "Geraer Zeitung" war SPD-nah.)
12.05.1933 Ein Gesetz zur Entjudung
ach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden Gesetze erlassen, welche sicher stellen sollten, dass Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland völlig entrechtet werden, keine Geschäfte mehr betreiben und nicht mehr duldsam leben konnten, Jüdische Kaufleute, wie die Biermann-Brüder (Söhne von Max Biermann (1856-1922, dem Geraer Kaufhausgründer) wurde enteignet, ihrer Geschäfte und Läden beraubt und durch "Arier" ersetzt. Grundlage dafür war das "Gesetz zum Schutz des Einzelhandels" und die anschließende "Entjudung" der deutschen Gesellschaft.
1935 Judenhass und Arisierung
n diesem Jahr wurde das bekannte Geraer Kaufhaus von Max Biermann "arisiert". Man hatte den jüdischen Unternehmer einfach enteignet, nur weil er Jude war. Das Haus war nun in deutscher Hand. Viele jüdische Unternehmer wurden zu dieser Zeit enteignet.
29.06.1936 Der Biermannbrunnen sollte weg
ax Biermann hatte in der Zeit vor dem Nationalsozialismus als Geraer Warenhausbesitzer im Dahliengarten eine Brunnen gestiftet. An diesem Tag fand in der Geraer Stadtverwaltung unter der Führung von Oberbürgermeister Otto Zinn eine Ratsherrensitzung statt, welch darüber beriet, den Brunnen im Dahliengarten abzureißen, da er ja ein Geschenk von Max Biermann und damit jüdisch war. Den sprichwörtlich armen Nazis fehlte jedoch das Geld für einen neuen Brunnen und so ließen sie den alten "jüdischen" stehen. Einen Ersatzbrunnen konnten sie nicht finanzieren. Ein kleiner Sieg für die entrechteten Juden.
04.1938 Die Söhne von Max Biermann
achdem die Söhne von Max Biermann (1856-1922) Erich und Herbert Biermann (beide geb.1890) bereits zu Ende des Jahres 1935 das von ihrem Vater 1878 gegründeten Unternehmen (Textilkaufhaus) verpachten mussten, da sie es als Juden nicht mehr betreiben durften, ging es im April 1938 in den Besitz der Firma Braun & Co über. Erich Biermann gelang es, nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager Buchenwald, zusammen mit seiner Ehefrau in die USA aus zu wandern. Herbert Biermann hingegen war mit Hilde Sternefeld liiert, die er aber nicht heiraten konnte, da es ihm nach den Rassegesetzen verboten war eine "Nichtjüdin" zu ehelichen und auch sie hätte einen Arier heiraten müssen. Er wurde darauf hin in das Judenhaus in der Agnesstraße 4 eingewiesen und wanderte zu Beginn des Jahres 1940 nach Palästina aus. Seine deutsche Lebensgefährtin durfte nicht mit ausreisen und verstarb am 10. Oktober 1942 in den Milbitzer Heilstätten bei Gera.
10.11.1938 Die Judenvermögensabgabe
ach der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 mussten Juden in Deutschland eine Judenvermögensabgabe in Höhe von 25% des Vermögens an das Finanzamt zahlen. Auch in Gera waren zahlreiche Geschäfte in jüdischer hand, wie zum Beispiel das Kaufhaus von Max Biermann. All die jüdischen Geraer Unternehmer litten unter dem Joch des Nationalsozialismus und wurden so zusätzlich auch noch ihrer finanziellen Mittel beraubt. Das Eigentum und Vermögen der deportierten Juden fiel gemäß der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz an das Reich und die Besitztümer wurden durch eine "Vermögensverwaltungsstelle" des Finanzamts verkauft. (Das Datum 10. November 1938 steht hier für die Zeit unmittelbar nach der Reichspogromnacht und hat nichts mit dem Inkrafttreten eines Gesetzes zu tun.)
27.07.1939 Der "Judenbrunnen" blieb doch
n einer Ratsherrensitzung wurde von der Beseitigung des Brunnens im Dahliengarten Abstand genommen. Der vom Warenhausbesitzer Max Biermann gestiftete und von Theodor Schoder entworfene Brunnen, war in die öffentliche Kritik geraten. Maßgeblich für die Entscheidung waren dann aber fehlende Mittel für einen Ersatzbrunnen. Max Biermann war Jude, deswegen sollte der Brunnen Diskusionsstoff in einer Ratsherrensitzung, in der ausschließlich Nazis saßen, sein.
1949 Der Biermannplatz entstand
eit 1946 hieß der Platz am Küchengarten "Lilly-Paul-Platz". Benannt nach einer Jüdin, die einst die geschiedene Ehefrau von Dr. Rudolf Paul, dem ersten Oberbürgermeister Geras nach dem Krieg war. Nachdem sich Rudolf Paul im September 1947 in die westlichen Besatzungszonen abgesetzt hatte, war der Name Paul nicht mehr tragbar. Der Platz wurde in "Biermannplatz" umbenannt. Max Biermann war der Vater von Lilly Paul.
18.05.1949 Puschkinplatz wurde benannt
ie Zeitung "Thüringer Volk" in seiner Ausgabe Nr. 115 berichtete von der Umbenennung des Platzes "Am alten Theater" in "Puschkinplatz". Der Platz am Amt für Arbeit und Sozialfürsorge einschließlich des Bahnhofplatzes wurde in Zukunft "Leninplatz", der "Lilly-Paul-Platz" wurde in "Biermannplatz" umgetauft. Das Gymnasium hieß in Zukunft "Goetheschule". (Lily Paul war die Tochter von Kaufhausbetreiber Max Biermann (Biermannplatz), aber auch die geschiedene Ehefrau des in die Westsektoren geflüchteten ehemaligen Geraer Oberbürgermeister Dr. Rudolf Paul und war daher für die neuen Machthaber als Namensgeberin eines Platzes nicht mehr tragbar.)
28.02.1978 Rudolf Paul verstorben
udolf Paul, geboren am 30. Juli 1893 in Gera, war Jurist, Politiker (DDP, später SED), 1945 Oberbürgermeister der Stadt Gera und von 1945 bis 1947 Landespräsident (Ministerpräsident) von Thüringen. Rudolf Paul studierte von 1913 bis 1914 in Berlin und Leipzig Staats- und Rechtswissenschaften. Er leistete im ersten Weltkrieg seinen Militärdienst, setzte 1919 sein Studium in Jena fort und war nach seiner Promotion zunächst Referendar und bis 1923 Gerichtsassessor. 1924 wurde er Staatsanwaltrat in Gera. Von 1924 bis 1934 als Rechtsanwalt und Notar in Gera tätig. In dieser Zeit war er Mitglied der DDP und deren Vorsitzender in Ostthüringen. Nach erteiltem Berufsverbot und Entzug der Rechtsanwaltserlaubnis durch die Nationalsozialisten ging er als Landwirt nach Ulrichswalde bei Stadtroda. 1938 ließ er sich von seiner Frau Lilly, geborene Biermann und Tochter des bekannten Geraer Kaufhausbesitzers Max Biermann, scheiden. Lilly Paul zog nach Berlin, wurde 1942 wegen ihrer jüdischen Herkunft deportiert und starb am 1. Januar 1945 im KZ Stutthof.

Zusatzinformationen
1992 Der Aenne-Biermann-Preis in Gera
er Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie, nach der Geraer Fotografin Aenne Biermann, der Tochter von Kaufhausgründer Max Biermann, benannt und eine bedeutende deutschen Auszeichnung für Fotografie. Der Preis wird seit 1992 alle zwei Jahre von der Stadt Gera vergeben. Er soll einen umfassenden Überblick über die zeitgenössische junge Fotografie in Deutschland vermitteln und ist mit 2.000 Euro (1. Preis), 1500 Euro (2. Preis) und 1000 Euro (3. Preis) dotiert. Weiterhin gibt es Anerkennungen zu je 500 Euro. Den Preisträgern ist zusätzlich die Teilnahme an der entsprechenden Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst in Gera garantiert. Die Jury besteht aus einem Vertreter des Museums für Angewandte Kunst Gera, einem Vertreter von Art Regio, dem 1. Preisträger des vorangegangenen Wettbewerbs und zwei renommierten Fototheoretikern (z. B. Kunstwissenschaftler, Fotojournalist, Kustode).
04.1993 Erstmals Aenne Biermann Preis ausgeschrieben
n diesem Jahr wurde in Gera erstmals der Aenne Biermann Preis ausgeschrieben. Erinnern sollte der Kunstpreis an die 1933 in Gera verstorbene Fotografin Aenne Biermann. Sie war Tochter des Kaufhausgründers Max Biermann und war 1898 am Niederrhein zur Welt gekommen. Vor allem Fotographiker und Fotodesigner sollten sich mit ihren Kunstwerken um den Preis bewerben.

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18.01.2015
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