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936 Grafschaftsgründungen
önig Otto I. begründete die Marktgrafschaften im Elbe- und im Oderraum, welche dann zum Ausgangspunkt der Ostsiedlungen wurden. Die Erschließung dieser Landschaften legte den Grundstein für die Siedlungstätigkeit in Thüringen und das Entstehen der mitteldeutschen Städte.
976 Altenburg erstmals erwähnt
ltenburg befindet sich fast in der Mitte des Städtedreiecks Leipzig–Chemnitz–Gera. Die Stadt liegt 28 km nordöstlich von Gera, 39 km südlich von Leipzig, 38 km nordwestlich von Chemnitz und 31 km nördlich von Zwickau. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Altenburg im Jahr 976. Vorausgegangen war die Slawenunterwerfung östlich der Elbe-Saale-Linie seit dem Jahr 928 durch Heinrich I. und die Gründung der Markgrafschaft Meißen. Es wird angenommen, dass die slawische Wallanlage auf dem Porphyritfelsen durch deutsche Ritter eingenommen und als Burgward umfunktioniert wurde. Am 1. August 976 schenkte Kaiser Otto II. die Stadt Altenburg dem Bistum Zeitz. Die nächste urkundliche Erwähnung erfolgte erst 1132, als Kaiser Lothar III. die Kaiserpfalz Altenburg nutzte. In der Urkunde wird sie castro Plysn genannt. Die Kaiserpfalz war der Grund, dass aus der Siedlung, die sich unmittelbar bei der Pfalz befand, eine Stadt wurde, die den Namen Altenburg trug. Zudem trug die Reichsstraße Via Imperii dazu bei, dass sich Handwerker und Kaufleute ansiedelten. Neben der Siedlung am Brühl gab es eine weitere Siedlung um den Nikolaikirchturm. Dieses Gebiet kam erst unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa zu Altenburg.

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1000 Weida bei Gera entstand
m das Jahr 1000 drangen deutsche Siedler in das bis dahin vorwiegend von Slawen bewohnte Gebiet vor. Sie rodeten Wälder und betrieben Feldwirtschaft. Der deutsche Kaiser Otto III. (980-1002) setzte Vögte (Ministeriale) als Verwalter seiner Herrschaftsgebiete ein. Der erste Vogt Erkenbert I. kam nach Veitsberg (Wünschendorf). Sein Sohn Erkenbert II. begann mit dem Bau der Altstadtburg, die etwa am Standort des Freihauses auf dem Wieden gestanden haben soll. In ihrem Schutz entstand ein Marktflecken. Dann baute Vogt Heinrich der I. auf der Anhöhe links der Weida im Zwickel zur Mündung der Auma die spätere Osterburg. Von ihr aus kontrollierte man den Flußübergang der Straßen. Diese Veste wurde dann auch Hauptsitz der Vögte von Weida. 1209 wurde dann die Marktsiedlung auch als Stadt benannt. Der Bergfried kündete in der Neuzeit noch von der Ersterbauung der Burg, die anderen Gebäude wurden 1536 als Renaissanceschloss umgebaut.

1066 Das erste Schmölln
m Jahre 1066 wurde der Name abbatia zmulna für das spätere Schmölln erstmals urkundlich erwähnt, als das damals bereits bestehende Benediktinerkloster mit den Regalien Markt-, Münz- und Zollrechten dem Bistum Naumburg überwiesen wurde. Es wird vermutet, dass der Name vom sorbischen smola für Pech, Teer abgeleitet wird und so auf das Pechsieden mit Kiefernholz in Schmöllner Frühzeit hinweist.

1076 Der Gang nach Canossa
on Dezember 1076 - Januar 1077
Heinrich der IV auf dem Weg zum Papst (Investiturstreit)
Der Investiturstreit war für das damalige Deutsche Reich politisch hoch brisant. Er beeinflusste die deutschen Landesteile und somit auch Thüringen. Auch die Entwicklung der Stadt Gera hing damit, wenn auch nur indirekt, zusammen.

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1116 Wichmann von Seeburg geboren
ichmann von Seeburg (Wicmann, Wigmann) war Dompropst von Halberstadt (1146-1149), Bischof von Naumburg-Zeitz (1149-1154), Erzbischof von Magdeburg (Mai 1152, bzw. Sommer 1154) und verstarb am 25. August 1192. Er machte sich im 12. Jahrhundert verdiente um die Stadtrechte in Mitteldeutschland und war beispielgebend auch für Gera. Handel und Marktverkehr hatten seinerzeit außerordentlich zugenommen und die Gewerbe schlossen sich, von ihm gefördert, zu Innungen zusammen und er verlieh der Residenzstadt Magdeburg im Jahr 1188 das erste Stadtrecht zur Vergütung des schweren Schadens, den sie durch den furchtbaren Brand vom 4. Juni 1188 erlitten hatte. In demselben Jahre beteiligte er sich an der Erteilung des kaiserlichen Privilegs für Lübeck. So erschien er Zeitgenossen und Nachlebenden als einer der hervorragendsten Förderer deutschen Handels und Städtewesens. Weit über die Stadtgrenzen trugen die Magdeburger Kaufleute seinen Ruhm. Als man später Innungsurkunden und Stadtrechte fälschte, knüpfte man sie an seinen Namen.
1180 Die Geraer Münzstätte
uf Grund der günstigen Lage der Burg in Gera (später wurde die Burgstraße in der Innenstadt danach benannt) am Kreuzungspunkt wichtiger mittelalterlicher Handelsstraße ließen sich im Schutze der Burg Handwerker und Kaufleute nieder. Und auch die nach 1180 nachgewiesene Geraer Münzstätte wies auf das Vorhandensein eines Geraer Marktes zu dieser Zeit hin. Die alte Regensburger Straße, welche sich in Schleiz mit der Nürnberger Straße vereinigte und über Auma, die Hohe Reuth und Gera nach Zeitz führte, stellte die kürzeste Verbindung in dieser Richtung dar, und war ein wichtiger Zufahrtsweg für die Geraer Händler zur Leipziger Messe. Die Straße durchquerte in der Gegend der Elsterbrücke, die bereits im 16. Jahrhundert als "Große Brücke" Erwähnung fand, eine Furt. (Zu dieser Zeit existierten zwischen den einzelnen Städten, Orten oder Dörfern meist nur jeweils eine Verbindungsstraße. Hier gab der Name der Straße die Verbindung an und war noch keine innerörtliche Bezeichnung, denn innerhalb der Stadtmauern von Gera gab es noch keine Straßen, sondern nur Gassen. Namentlich benannte Straßen waren Handelsstraße oder Pilgerstraßen zwischen den Orten.)
1191 Untermhaus wurde zum ersten Mal erwähnt
ie erste urkundliche Erwähnung: "Unterhaus" (1534 findet man die Bezeichnungen Underhaus und Underheuser in den Quellen). Seinen Namen verdankt Untermhaus mit großer Wahrscheinlichkeit seiner Lage, das Vorwerk bzw. die Vorbefestigung des Osterstein lag "unter dem Haus" (was keine andere Bezeichnung als die von den Geraern übliche für das Schloss bzw. die vorherige Burg war). Vermutlich entstanden Burg und Vorwerk schon im 10.Jh. (spätestens aber im 12.Jh.)
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08.09.1193 Das Kloster Mildenfurth entstand
n diesem Jahr gründeten die Vögte von Weida ein eigenes Hauskloster bei Gera. Es handelte sich dabei um das Prämonstratenserkloster Mildenfurth.
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1196 Ersterwähnung von Langenberg
ie Chronik des Geraer Stadtteils Langenberg ist hier kurz, aber dennoch ausführlich nachzulesen.
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1202 Die Siedlung Zschochern
er Zschochern, eine slawische Siedlung und befand sich noch im späten Mittelalter vor dem Leumitzer Tor, welches Gera mit der Handelsstadt Leipzig verband, und ist wohl auch älter als Gera. Der Zschochern war später von Gera abhängig, was vor allem den Handel betraf, weil man, wie alle anderen Dörfer auch, kein Brau-, Handwerks- und Marktrecht besaß, was Gera erst im Jahr 1237 erlangte. Die Bauern hatten jedoch keine lange Anreise auf Geras Markt, daher war für sie der Handel hier sehr günstig. Im Dorf selbst lebten noch Ritter, die zu dieser Zeit besondere Privilegien besaßen.
1205 Aus Gera wurde eine Stadt
azu muss erwähnt werden, wie und vor allem warum der kleine Ort überhaupt zur Stadt wurde. Ein Aspekt war die steigende Produktivität der Landwirtschaft, der fortschreitenden Spezialisierung zwischen landwirtschaftlicher und gewerblicher Produktion und der damit verbundenen Ausweitung der Ware-Geld-Beziehungen. Die Bildung zahlreicher Städte wurde besonders seit dem 12. Jahrhundert zur ökonomischen und auch gesellschaftlichen Notwendigkeit. Im allgemeinen wurden die Städte Produkte der Siedlungsdifferenzierung und Zentrum eines Siedlungssaumes. Und das nicht nur wegen einer guten Verkehrslage in politischer und ökonomischer Sicht, sondern auch wegen gesellschaftlicher Faktoren. Das hieß auf politisch dem Gebiet das Stadtrecht und die Stadt als Residenz der Fürsten Reuß. Aus ökonomischer Sicht war wichtig eine Münzeprägeanstalt zu haben (Münzrecht) und Handelszentrum und Handwerker-Standort zu sein. Gesellschaftlich erstrebenswert war die Kapitalanhäufung durch Handwerker und Patrizier, welche das Gesicht der Stadt prägten. Auch Gera hat sich Ende des 12. Anfang des 13. Jahrhunderts zu einer Stadt entwickelt. Das sich gerade diese Ortschaft als Zentrum des Umlandes herauskristallisierte, lag im Hauptgrund an der günstigen Lage der Stadt. Die Stadt wurde zwar auf einer hochwassergeschützten Flussterrasse der Weißen Elster errichtet, hatte aber trotzdem über den Mühlgraben direkten Zugang zum Wasser. Gera befand sich in dieser Zeit durch die zentrale Lage zwischen zwei Furten an der Kreuzung mehrerer Handelswege, wie den Handelsrouten Nürnberg- Leipzig, Halle- Böhmen und Jena- Altenburg. Die Verbindung mit diesen und weiteren wichtigen Städten dieser Zeit, wie Plauen und Saalfeld, bescherte Gera einen verkehrsstrategischen Vorteil. Ein weiterer Faktor war die wettergeschützte Tallage, die in Gera eine für die Landwirtschaft recht günstige Wettercharakteristik hervorrief, was vor allem im Mittelalter und danach von immens hoher Bedeutung für die Menschen war. Die Äbtissin von Quedlinburg wies den Vögten von Weida diese Gegend um Gera zur Verwaltung zu und dies veranlasste auch die Vögte aus der Unstrutgegend nach Gera auf die Häselburg zu kommen, später nach Osterstein umzuziehen und sich dauerhaft, wenn auch mit vereinzelten Unterbrechungen, dort niederzulassen. Die bereits 1180 bestehende Münzprägeanstalt in Gera legte den Grundstein um das Handwerk und den Handel in Gera aufblühen zu lassen und die Stadt zu einem Zentrum zu entwickeln. Handelskarawanen verkehrten auf den bereits angesprochenen Handelswegen und zogen durch Gera. Das Stadtrecht garantierte der Stadt ab 1237 das Monopol für Handwerksprodukte, das Braurecht für Bier, ein Recht auf selbstständige Gerichtsbarkeit, das Recht Urkunden und Verträge mittels Siegel rechtskräftig zu machen sowie das Recht Markt abzuhalten und Zölle festzulegen. All diese politischen Eingriffe förderten das Ungleichgewicht im Siedlungsnetz der Geraer Region, bauten die wirtschaftlichen Vormachtstellung der Stadt Gera gegenüber den Dörfern des Umlandes aus und förderten den Prozess der Zentralisierung in diesem Gebiet. Außerdem brachten sie eine zunehmende Konzentration von Funktionen, wie zum Beispiel Handel, Arbeiten, Wohnen und andere, in der Stadt mit sich.
1224 Rätsel um die Wurzeln der Stadt
ann Gera wirklich zur Stadt geworden war, ist in der Neuzeit nicht mehr eindeutig zu klären. Urkundlich steht es nicht genau fest. Als sicher kann aber betrachtet werden, dass Gera nicht aus slawischen Wurzeln entwachsen ist, sondern das der Ort aus einer Gruppe planmäßiger deutscher Stadtgründungen hervor ging, welche im slawischen Ostland nach der Eroberung des Landstrichs angelegt worden sind. Ein Klosterhof des Stiftes Quedlinburg (an der Ostseite der Heinrichstraße, Richtung Stadtmuseum), mit Marktrecht begabt, und die Burg des Vogtes (das alte Schloss der Vögte in Höhe der Burgstarße/Florian Geyer Straße), sind als Anfangspunkte des Stadtbaus anzunehmen.
1228 Mittelalterliche Maße
u dieser Zeit gab es weder genormte noch einheitliche Maße in Europa. Vieles orientierte sich am menschlichen Körper. Man maß in Elle (Unterarmlänge, in Gera etwa 57 Zentimeter), Fuß, oder Daumen, was allerdings dazu führte, dass die jeweiligen Längenangaben von Ort zu Ort differierten. Ein Maßbeispiel war die Messlatte. Sie hatte 12 kurz aufeinander folgende Einkerbungen, welche die Daumenbreite eines Mannes angaben. 12 Daumenbreiten waren ein Fuß (so um 30 Zentimeter) und 6 Fuß maß ein großgewachsener Mann, also um 1,80 Meter. Ein weiteres Maß war das 13 Knotenseil. Da die 13 Knoten alle den gleichen Abstand zueinander hatten, konnten die meisten Baumaße damit dargestellt werden. Zum Beispiel das pythagoräische Dreieck. Jeweils 4 Knoten hatten die Katheten, die Schenkel des rechten Winkels, und die Hypotenuse maß 5 Knoten. Natürlich waren auch die Kirchturmspitz, das Quadrat und das Rechteck, was man noch als "langes Quadrat bezeichnete, mit dem Seil darstellbar. Auch kleine Rechenaufgaben waren möglich, indem man drei Mal drei Knoten übereinander legte und beim Durchzählen auf die entsprechende Länge und natürlich auch auf neuen kam. Für Gera wurden Maße zunehmend wichtig, da sich die Stadt als Handelsplatz durchsetzen wollte und die Händler welche nach Gera kamen, sich nach den Maßen der Stadt zu richten hatten. Nur neun Jahre später erhielt Gera das Stadtrecht und damit dann auch das Münz-, Zoll- und Marktrecht.
1238 Thränitz wurde erwähnt
hränitz liegt zwischen der Kernstadt von Gera im Nordwesten, den Ortsteilen Naulitz im Nordosten, Collis im Südwesten sowie dem Ronneburger Ortsteil Grobsdorf im Ostsüdosten. Durchflossen wird es vom Lammsbach, einem Zufluss des Gessenbaches. Die Gründung des Ortes kann in der sorbischen Siedlungszeit angenommen werden; der Name Thränitz bedeutet so viel wie Grasland. Die älteste Erwähnung des Ortes ist die Konsekrierungsurkunde der Kirche von 1238.

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1243 Stadtrundgang im mittelatlerlichen Gera
ie Schloßstraße war Mittelpunkt von Geras erster Marktsiedlung. Sie befindet sich auf der ersten Elsterterrasse. Die langgezogene Marktfläche mit ihren vielen Handelsmöglichkeiten war jedoch kein fester Marktplatz. Auf dem Grundstück des späteren Goethe Gymnasiums (Rutheneum seit 1608, gegründet durch Heinrich Posthumus 1572-1635) stand damals die Johanniskirche (1234 zum ersten Mal erwähnt), die erste Kirche Geras, welche dem Stadtbrand von 1780 zum Opfer fiel. Daneben befand und befindet sich in der Neuzeit noch ein Großteil des Regierungsgebäudes.
1248 Zur Geschichte von Großaga
en Quellen nach ist Großaga eine deutsche Folgegründung der älteren sorbischen Siedlung Kleinaga. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung findet es 1248 mit einem Heinricus de Ogau, zum Ritterstand der Landesherrschaft Reuß jüngere Linie gehörig. In späteren Urkunden findet man den Ort als Grossen Agow (1364), Agowe (dito), Agaw (1518), großen agaw bzw. major agaw (1533). Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert sind auch die Schreibweisen Groß Agau und Groß Aga üblich. An der Stelle des ehemaligen Kammergutes lag die Burg Aga. Schlitzscharten im Keller der südlichen Gebäudefront des Gutes sind noch erhalten. Ein Graben mit Zugbrücke schützte die erweiterte Anlage. 1259 ist in einer Urkunde des Burggrafen von Kirchberg ein Heinrich von Aga beurkundet. Bis zum Jahr 1712 ist der Ort Rittersitz, letzter Herr auf Großaga ist Hans Friedrich von Wolframsdorf. 1715 erwirbt Heinrich XIII. Reuß das völlig verschuldete Gut von den Erben, fortan ist es reußisches Kammergut. Großaga war über die Jahrhunderte Pfarrort auch für Kleinaga, Lessen und Reichenbach, später auch Seligenstädt. Seit 2003 ist es Pfarrvikarie der Evangelischen Pfarrei Langenberg. Der Pfarrort Großaga besaß früher ein jährliches Marktrecht, bei welchen auch Ablaßpredigten üblich waren, sodass sich für diesen Markt der Name „Agaischer Ablassmarkt“ (Appelsmarkt) prägte. Er war weithin bekannt, doch auch wenn eine Flurbezeichnung bis 1870 den Namen Tetzelscher Markt trug, gibt es für ein Auftreten dieses berühmt-berüchtigten Ablasspredigers in Aga keinerlei Belege. Darüber war ob des langjährigen Festhaltens am katholischen Glauben des damaligen Rittergutsbesitzers Krieg von Etzdorf Aga die letzte Gemeinde der reußischen Lande, die lutherisch reformiert wurde. Gegen die Märkte der umliegenden größeren Orte und Städte Gera, Langenberg und Zeitz konnte sich Aga letztlich nicht behaupten. Nach verheerenden Bränden schafften die Gemeinden des Pfarrsprengels Großaga bereits 1812 eine gemeinsame Feuerspritze an. 1922 wurde in Henschels Gasthof ein Kino eingerichtet. Unter seinem letzten Pächter vor der Enteignung 1945 wird das mittlerweile mit dem Gut Kleinaga zusammengelegte Gut Großaga zu einer Musterwirtschaft der Saatzucht und Viehwirtschaft. Von 1945 bis 1990 als Volkseigenes Gut (VEG) geführt, werden ihm dito hohe staatliche Auszeichnungen der DDR zuteil. Neben dem Gut hatten sich über die Jahrhunderte auch etliche weitere große Höfe etabliert; sie werden zu DDR-Zeiten als LPG zusammengefasst. Am 1. Juli 1950 bildeten Großaga, Kleinaga, Lessen, Reichenbach und Seligenstädt die neue Gemeinde Aga, die am 1. April 1994 nach Gera eingemeindet wurde.

1252 Folter wurde legitimes Rechtsmittel
ie Geraer Gerichtsbarkeit, seit der Regalienvergabe von 1237 eigenständig wie das Zoll- und das Marktrecht, bekam das Rechtsmittel der Folter in die Hand gelegt, um zur Urteilsfindung dienliche Indizien zu "erfragen". Es handelte sich dabei offiziell und die sogenannte "peinliche Befragung", wobei das Wort "peinilich" für das "Peinigen oder Quälen" stand.
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1254 Ein Bündnis mit dem Markgrafen
s ist anzunehmen, dass bereits Kaiser Friedrich I. Barbarossa (ca. 1122-1190) um 1180 den Herren von Weida den Titel eines advocatus, eines Vogtes verliehen hat. Der Titel wurde bei der Teilung des Stammhauses von allen Zweigen weitergeführt und wie ein erbliches Reichslehen weitergegeben. Im Jahr 1254 handelten die Vögte von Gera, Greiz, Plauen und Weida einen Vertrag über ein Bündnis mit dem Markgrafen Heinrich dem Erlauchten von Meißen aus, bei dem sie als gleichberechtigte Partner auftraten. In der Urkunde unterschieden sie das Land des Markgrafen (terra marchionis) von ihrem Gebiet (terra nostra, unser Land). Es ist anzunehmen, dass der Markgraf zur Unterscheidung der Länder in umgekehrter Richtung sein Land vom Land der Vögte (terra advocatorum) abgrenzte. Die Urkunde dazu ist jedoch nicht erhalten geblieben. Der Name erscheint danach, 1317 und später, als woyte lande oder in ähnlicher Form in anderen Urkunden, die jedoch immer Vereinbarungen anderer Herrscher über das Vogtland beinhalten. Der Name Vogtland kann erst im Jahr 1343 nachgewiesen werden. Das böhmische Vogtland hat seine historischen Bezüge im Ascher Ländchen, welches sich frühzeitig aus dem Egerland herausgelöst hat. Das Egerland war Reichsterritorium, bevor es an die Krone Böhmens verpfändet wurde, und die Vögte bauten hier im Norden ihren Einflussbereich aus. 1281 erhielt Heinrich I., Vogt von Plauen, den Markt Asch (A?), und der böhmische König Johann von Böhmen überließ den Vögten das ihm 1322 von Ludwig dem Bayern verpfändete Egerland zur Verwaltung. Aus diesem Grund dehnen einige Autoren den Begriff Vogtland auf das gesamte Egerland aus. Im 21. Jahrhundert ist Vogtland auch eine umgangssprachlich gebräuchliche Bezeichnung für den Vogtlandkreis. Dem gegenüber erfasst das naturräumliche Vogtland zwar zusätzlich Teile Thüringens und Bayerns, grenzt jedoch den Höhenschwerpunkt im Osten aus, der naturräumlich dem Westerzgebirge zugerechnet werden muss.
30.03.1255 Das Dorf Schliffstein bei Rüdersdorf
n diesem Tag wurde in einer Urkunde der Vögte von Weida, Plauen und Gera die Schenkung des Dorfes Schliffstein bei Rüdersdorf für das Kloster Lausnitz Gera auch Geld, das sogenannte "monetae Garensis" erwähnt. Gera hatte 1237 mit der Vergabe der Regalien das Marktrecht erworben und besaß eine eigene Münze und das damit verbundene Recht zur eigenständigen Prägung des Geldes.
1267 Zur Geschichte von Hohenleuben
ohenleuben wurde 1267 erstmals urkundlich als Luben (sorbisch: "Bast") erwähnt. In dieser Quelle von 1868 wird berichtet, dass das Wort Loibe ein slawisches Wort ist und "dichter Wald" bedeutet. Noch jetzt heißt ein Theil der Gegend um Suhl "die Suhlaer Loibe". Verwandt ist das deutsche Wort "Laube". (Das widerspricht jedoch den Angaben im Herkunftswörterbuch des Duden). 1356 findet sich in einem Ehevertrag der Vögte von Weida und Gera der Name der Burg Reichenfels. Reichenfels war Amtssitz eines kleinen Verwaltungsgebietes, das etwa das Gebiet zwischen Hohenleuben und Zeulenroda umfasst. 1786 erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche. 1883 bekam Hohenleuben einen Bahnanschluss, der sich wegen der relativ großen Entfernung des Bahnhofs vom Ort wirtschaftlich nicht wie erhofft positiv auswirkte. Am 21. August 1928 erhielt Hohenleuben das Stadtrecht. Am 15. Mai 1935 nahm das neue Frauengefängnis seinen Betrieb auf. Die erste Direktorin Johanna Weitz arbeitete später aus Gewissensgründen gegen die NS-Behörden, wurde im Berliner Gestapogefängnis Prinz-Albrecht-Straße gefoltert und misshandelt und in ihrem letzten Wohnort Oettern unter Hausarrest gestellt. Im Jahre 1941 wurden fünf Frauen wegen "verbotenen Umgangs mit Fremdvölkischen" auf dem Marktplatz kahl geschoren und an den Pranger gestellt. Im Jahre 1945 besetzten die US-Amerikaner nach Artilleriebeschuss den Ort, später übernahmen sowjetische Truppen die Besatzungsmacht in Thüringen. Es gab in Hohenleuben ein geschlossenes Spezialkinderheim "Erich Weinert" der Jugendfürsorge der DDR, in dem Kinder zwangseingewiesen wurden. Das Heim lag ca. 1 km vom Ortsrand entfernt. 1993 kam Hohenleuben im Zuge der Gebietsreform im Land Thüringen zum neuen Landkreis Greiz und erklärte seinen Beitritt zur zukünftigen Verwaltungsgemeinschaft Leubatal.
1287 Fünfzig Jahre Gera
s war nun 50 Jahre her, als man Gera die Stadtrechte verliehen hatte. Das Stadtrecht galt seit 1237 und war nun 50 Jahre alt. Damit galten die Regalien wie das Münz- das Markt- und Zollrecht verbindlich seit einem halben Jahrhundert für alle Geraer Bürger.
27.11.1296 Geschichte der Katholiken in Gera
it der Besiedlung des Sorbenlandes durch deutsche Bauern aus Franken, Thüringen und Sachsen kam auch der christliche Glaube in unsere Region. Eine entscheidende Rolle spielte in diesem Zusammenhang sicher auch der am 15.5.719 von Papst Gregor II. als Missionar für die Germanen ernannten Mönch Wynfreth (Bonifatius). Im Jahre 968 wurde das Bistum Zeitz gegründet und ein Jahr später schenkt Kaiser Otto der Äbtissin des Stifts Quedlinburg den "Landstrich Gera". Im Jahre 1022 legte Papst Benedict VIII. fest, das Priester nicht mehr heiraten dürfen, was sicher auch Auswirkungen auf die Geraer Geistlichen hatte. Auf dem Nicolaiberg entstand um 1193 die Nicolauskapelle. Heute befindet sich hier die evangelische Kirche St. Salvator.In den Urkunden werden um 1200 ein Pfarrer Conrad und 1234 erstmals eine Johanniskirche erwähnt. Die Christianisierung im Raum Gera war wohl in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts abgeschlossen. Am 27.11. 1296 wurde ein Magister Herrmann als Geistlicher der Johanniskirche urkundlich erwähnt. Im Jahre 1358 erhalten die Marktgrafen von Wettin vom Stift Quedlinburg das Lehen Gera. Die geistliche Zuständigkeit verbleibt beim Bistum Zeitz. Im Mittelalter gab es außer der genannten Johanniskirche und der Nicolauskapelle die Dreikönigskapelle, die St. Wolfgangs- und die Hl. Kreuz Kapelle. Außerdem entstehen das Marien- und das St. Wolfgangshospital. Die Stadt hat Mitte des 15. Jahrhunderts rund 1500 Einwohner. Im sächsischen Bruderkrieg brennt 1450 die Johanniskirche ab, wird wieder aufgebaut und 1488 neu geweiht.
1324 das Stadtrecht für Schmölln
chmölln bei Gera erhielt zwischen 1324 und 1329 das Stadtrecht. In jener Zeit unterstanden das Kloster und die Ländereien Heinrich Reuß von Plauen. Unter den Vögten von Weida, Gera und Plauen, die als "die Reußen" bekannt sind, entstanden in Schmölln ein feudales Schloss, eine trutzige Wasserburg, und eine acht Meter hohe Stadtringmauer um die Stadtkirche, den Markt und die ganze mittelalterliche Stadt. Da die Vögte im 14. Jahrhundert aber an Einfluss verloren, fiel Schmölln von 1398 bis 1410 erstmals und 1419 dann endgültig an die Wettiner.
24.06.1324 Verzicht der Erbschenken
ür die Stadt Gera waren seit dem hohen Mittelalter sieben Erbschenken bekannt, welche an die Gerer Herrschaft Abgaben und Steuern zu entrichten hatten. Meist war auch noch ein landwirtschaftliches Gut an die Schenken angeschlossen. An diesem Tag verzichteten die Schenken von Dornburg auf ihre Güter in Zwötzen zu Gunsten des Deutschen Hauses der Deutschherren in Gera. Der Sitz der Deutschherren befand sich auf den Geraer Markt.
1325 Zur Geschichte von Zeulenroda-Triebes
twa im 9. Jahrhundert begannen die Sorben, das Gebiet um das spätere Zeulenroda-Triebes zu besiedeln. Zuvor war die Region lediglich Durchzugsgebiet. Im Jahr 1325 wurde der durch die Vögte von Weida gegründete Ort Zeulenroda erstmals urkundlich als Zu Ulenrode erwähnt. Triebes wurde bereits 1209 erstmals als Tributz erwähnt. 1438 erhielt Zeulenroda das Stadtrecht. Durch die verkehrsgünstige Lage an der Kreuzung der Straßen Weida-Hof und Triptis-Elsterberg entwickelte sich die Siedlung zu einem lebhaften Marktort. Von hier wurde der Verkehr aus Böhmen und Franken weiter nordwärts geführt. 1500 wurde die Stadt an die Herren Reuß (Plauener Linie) verpfändet. Des Hinterlands beschnitten, verarmten die Bürger der Stadt. 1564 wurde das reußische Gebiet in eine jüngere, mittlere und die ältere Linie, zu der Zeulenroda gehörte, geteilt. 1566, 1790 und 1818 richteten Stadtbrände große Schäden an.
1333 Zur Geschichte der Salvatorkirche
ie Salvatorkirche ist eine evangelische Kirche auf dem Nicolaiberg im Stadtzentrum von Gera. und oberhalb des historischen Marktplatzes zu finden. Auf dem Nicolaiberg standen ursprünglich eine dem heiligen Nikolaus geweihte Kapelle und ein Termineihaus, eine Unterkunftshaus für Bettelmönche, wie es zu dieser Zeit durchaus üblich war. Die Kapelle, nach der der Berg bereits 1333 als "zcu Gera uf sente Nycolaus berge" bezeichnet wurde, brannte beim Stadtbrand von 1686 nieder. Im Jahr 1717 wurden die Ruinen dann abgerissen, um der neuen Kirche Platz zu machen. Die Barockkirche selbst wurde in den Jahren 1717 bis 1720 nach Plänen des kursächsischen Landesbaumeisters David Schatz erbaut, der Turm jedoch, nachdem man mit einer eigens eingerichteten Turmbaulotterie zu den erforderlichen Mitteln gekommen war, erst in den Jahren 1775 bis 1778 nach Plänen von Gerardo Hofmann. Nur zwei Jahre später wurde die Kirche beim Geraer Stadtbrand 1780 zerstört. Im Gegensatz zur zweiten damaligen Geraer Kirche, der Johanniskirche, wurde die Salvatorkirche in den Jahren 1781 bis 1783 wieder aufgebaut und ist daher seitdem die einzige Kirche in Geras historischer Altstadt. Bis zur Errichtung der neuen Johanniskirche am Adelheidplatz (später Clara-Zetkin-Straße), 1885 geweiht, war sie die alleinige Pfarrkirche Geras, außerdem wurden hier, weil die alte Johanniskirchgruft, die traditionelle Grablege der Geraer Reußen, nach dem Stadtbrand nicht mehr nutzbar war, 1802 der letzte Herr von Reuß-Gera, Heinrich XXX., und 1829 seine Gemahlin Luise Christiane von Pfalz-Birkenfeld beigesetzt. Im Jahr 1898 brach man die unterhalb der Kirche gelegenen Häuser ab und legte an ihrer Stelle die heutige repräsentative Freitreppe an. 1903 wurde das Kircheninnere unter der Leitung von Stadtbaurat Adolf Marsch im Sinne des Jugendstils umgestaltet. Nach den Renovierungsarbeiten an der Westfassade der Salvatorkirche (2006) werden die Arbeiten seit Herbst 2007 am Turm fortgesetzt. Die Salvatorkirche verfügt über eine zweimanualige pneumatische Röver-Orgel, welche in den Jahren 1903-1905 erbaut wurde.
1333 Zur Geschichte von Langenberg
angenberg war ursprünglich eine eigene Pflege, zu der über fünfzig Dörfer gehörten und damit einige mehr als zum damaligen Gera. In einer Urkunde von 1333 sind folgende 24 als zu Langenberg gehörend verzeichnet: Söllmnitz, Waswitz, Naundorf, Dorna, Hirschfeld, Bethenhausen, Zschippach, Kulm, Groitzschen, Lauenhain, Cretzschwitz, Negis, Collis, Kaimberg, Pforten, Windischenbernsdorf, Töppeln, Kaltenborn, Harpersdorf, Stublach, Roschütz, Kraftsdorf, Speutewitz und Bartholdisdorf. Die beiden letzteren sind heute Wüstungen, von den anderen gehören mittlerweile 12 zur Stadt Gera, die restlichen liegen im Landkreis Greiz. Kulm fiel in den 1950er Jahren dem Bergbau zum Opfer. Als Ursprung der deutschen Gründung Langenberg gilt eine auf dem Hausberg gelegene Burg mit lang gestrecktem Grundriss, die nach Ernst Paul Kretschmer auch dem Ort ihren Namen gegeben hat – nicht ein langer Berg, wie zu vermuten wäre. Die vermutliche Entstehung Langenbergs als befestigte Militärstation dürfte um 950 liegen. 1060 kam es als Schenkung Kaiser Heinrichs V. an das Bistum Naumburg-Zeitz, später in Meißnischen Besitz. Als Burgwardum Langenberch wird es 1196 zusammen mit einem Burgmann namens Thilo de Langenberc erwähnt, 1238 als Castrum Langenberg in einer Urkunde des Markgrafs Heinrich von Meißen.

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1349 Juden in Gera
ie jüdischen Familien wohnten vermutlich in der zwischen Markt und Kornmarkt gelegenen "Jüdengasse", jedoch ist unklar, aus welcher Zeit die Bezeichnung und damit die jüdische Ansiedlung in dieser Gasse stammen. Möglicherweise stammt die Bezeichnung erst aus der Zeit nach der Verfolgung von 1349.
1351 Die Juden waren eine religiöse Randgruppe
eit dem 10. Jahrhundert entwickelten sich die Judengemeinden (Diaspora) zum Zentrum jüdischer Kultur. Wirtschaftlich lebten die Juden meist vom Waren- und Geldhandel. Im Spätmittelalter mussten sie ihr Betätigungsfeld wechseln und wurden somit auch aus dem Fernhandel verdrängt. Dies geschah, weil die sich ausbreitenden Kaufmannsgilden christliche Gemeinschaften waren und deshalb Juden als Konkurrenz nicht duldeten. Die Möglichkeit, Bauer oder Handwerker zu werden, stand ihnen nicht zu, da die Zünfte und Dorfgemeinden ebenfalls kirchliche Gemeinschaften waren. Im 13.Jahrhundert traf man sie nur noch als Trödler, Viehhändler oder Geldverleiher an. Während der großen Pestepidemie im Jahr 1349, wurden in vielen thüringischen Städten die Juden unter dem Vorwand, sie hätten öffentliche Brunnen vergiftet, beraubt, vertrieben und ermordet. Die von der Pest betroffenen Menschen wurden als Aussätzige oder Monster bezeichnet und waren so von Messen und Gottesdiensten ausgeschlossen. In den Wohngebieten mussten sie sich mit Holzklappern aufmerksam machen, um die gesunden Menschen nicht zu gefährden. In der Folgezeit konnten sich die Juden mancherorts, meist unter verschlechterten Lebensbedingungen, wieder niederlassen. Sie mussten sich nun durch bestimmte Abzeichen kenntlich machen, wie durch den spitzen Hut der Männer. Erst jetzt setzt auch der Zwang ein, dass die Juden in geschlossenen Ghettos leben müssen. In Gera wurde die Jüdengasse mit den Hebräern in Beziehung gebracht. Hier schlugen die Juden ihre Zelte für einen Verkaufsmarkt auf. Man hat diese Straße direkt als das mittelalterliche Ghetto der Stadt bezeichnet.
09.12.1352 Ein Ablaßbrief für Gera
usgestellt war der Ablaßbrief der italienischen Bischöfe in der französischen Papststadt Avignon und war für die Kapelle in der Burg Gera und die Johanniskirche der Stadt Gera bestimmt. Die Urkunde wies auf die baulichen Tätigkeiten seinerzeit an den Kirchen hin. (Die Kapelle in der Burg Gera war zwischen der Burgstraße und der Florian Geyer Straße zu finden und die Johanniskirche etwa auf der Höhe des späteren Rutheneums (Goethegymnasium) unterhalb des Marktes.)
03.08.1358 Die Marktgrafen von Meißen belehen Gera
achdem die Vögte von Weida, Gera und Plauen im Vogtländischen Krieg große Teile ihrer landesherrschaftlichen Stellungen verloren hatten, werden die Marktgrafen von Meißen mit Haus und Stadt Gera als Reichsafterlehen durch das Stift Quedlinburg belehnt. Damit endet die Quedlinburger Herrschaft über Gera und die Vögte werden Lehensträger der Marktgrafen.
21.12.1374 Inbesitznahme der Lehen
ie Vögte von Gera nehmen ihren Besitz von den Marktgrafen von Meißen, gleichzeitig auch Landgrafen von Thüringen, zum Lehen. Durch die Annahme von Lehen konnte das Gebiet in Thüringen urbar gemacht werden. Die Oberen vergaben ihren Landbesitz um es für sich persönlich zum Reichtum zu führen und um ihr Besitztum zu erweiteren, falls es ertragreich werden sollte.
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17.02.1376 Zur Geschichte von Trebnitz
rebnitz liegt im Osten der Stadt Gera an der Grenze zu Korbußen, Schwaara und Brahmenau in der Verwaltungsgemeinschaft Am Brahmetal (Landkreis Greiz) direkt an der Bundesautobahn 4. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das wohl schon in slawischer Besiedlungszeit entstandene Trebnitz am 17. Februar 1376. Mit Ausnahme der Jahre 1514 bis 1574 war Trebnitz immer im Besitz der Vögte von Gera und diesen fronpflichtig. Ab 1550 beginnt unter Heinrich V. Reuß der Kupfer- und Silbererzabbau in der Flur Trebnitz, eingestellt wird er jedoch schon 1603: Die Lagen sind ausgebeutet. Der Ort ist zu dieser Zeit Filialkirche der reußisch-evangelische Parochie Schwaara. 1827 zählte der Ort 28 Häuser und 160 Einwohner, 1870 bestand der Ort aus 38 Wohnhäusern, 30 Scheunen, Kirche, Schule, Armenhaus, Hirtenhaus und Spritzenhaus. Trebnitz war über viele Jahrhunderte auch Schulort für Laasen und Schwaara. 1590 wird erstmals die Existenz einer Schule in Trebnitz erwähnt, ein erstes neues Schulhaus wurde im Jahr 1607 gebaut, ein weiterer Neubau erfolgte im Jahr 1902. 1970 wurde diese Schule geschlossen, die Beschulung erfolgte danach in Brahmenau. Einen empfindlichen Einschnitt erhielt die Flur Trebnitz 1937/38 mit dem Bau der Reichsautobahn (heute Bundesautobahn 4). Nach 1945 wurde im Zuge der Kollektivierung der Landwirtschaft eine LPG Typ 3 gegründet, auch mussten 1956 12 ha Ackerland an die in Gera stationierten Sowjetischen Streitkräfte abgetreten werden. Ein nach der Wende ausgewiesenes Gewerbegebiet ist seit 1992 Standort eines großen Einzelhandelsmarktes, seit 1995 auch eines Großhandelsmarktes. Im Rahmen der Gebietsreform in Thüringen wurde Trebnitz Anfang der 1990er Jahre in die Stadt Gera eingemeindet - gegen den Willen der Einwohner, die im Landkreis verbleiben wollten; eine Verfassungsbeschwerde wurde 1997 endgültig abschlägig beschieden.
1391 Der Marktplatz und das Rathaus
er Marktplatz entstand während der Ortserweiterung in der späteren Innenstadt. Es war ein geplanter und fester Marktplatz auf dem Händler, Handwerker und Kaufleute auch aus benachbarten Stadten kommend ihre Waren angeboten. Als im Jahr 1450 der sächsische Bruderkrieg wütete, wurde der Markt zerstört. Später erfolgte eine getreue Nachbildung des Marktplatzes und des Rathauses. Die Handwerker wohnten in Nebengassen, die zum Teil den Namen des Gewerks das ausgeübt wurde trugen. Die Häuser der Handwerker wie Böttcher (Böttchergasse), Weber (Webergasse) oder Schuhmacher (Schuhgasse), war sowohl Wohnraum für sie als auch Werkstatt. Diese Leute waren ihr Leben lang tief in ihrer Arbeit verwurzelt. Die Kaufleute ihrerseits gehörten zur Oberschicht und wohnten am Markt und in den Handelsstraßen. Dem reichsten Bürger Geras gehörte die Apotheke. So entstand im Jahr 1592 die Stadtapotheke, an die im Jahr 1606 durch einen Erlass von Bürgermeister Hans Hörel noch ein Erker angefügt wurde. An diesem berühmten Anbau wurden die zehn Apostel sowie die vier Jahreszeiten und einige Wappen im Relief angebracht. Auf dem Marktplatz befand sich auch das Geraer Rathaus, noch ohne den Turm, von dem im Jahr 1425 zum ersten Mal berichtet wurde. Es diente schon zu dieser Zeit als Versammlungs-, Verwaltungs- und Gerichtsort. Selbst der Ratskeller, das älteste bis in die Neuzeit betriebene Gasthaus Deutschlands, stand für Feste zur Verfügung.
1392 Der quadratische Markt
m Jahr 1391 hatte man damit begonnen, den Geraer Markt zu errichten, und zwar in der Form, die bis in die Neuzeit erhalten werden konnte. Die Form ist hierbei sehr entscheidend, da er in fast exakter quadratischer Bauweise angelegt wurde. Das war städtebaulich zu dieser Zeit des beginnenden hohen Mittelalters sehr bemerkenswert. Nur in wenigen Städten wurde der Markt so geplant und gebaut. Erwähnt werden muss aber noch, dass der Markt vierseitig umbaut war und zwischen der späteren Stadtapotheke und dem Deutschen Haus noch eine Häuserzeile zu finden war, die zu Ende des 17. Jahrhunderts bei einem Stadtbrand Opfer der Flammen wurde und nie wieder errichtet wurde. Die Kleine und die große Kirchstraße nannte man auch noch "Lange Gasse", da sie die längste durchgehende Gasse Geras war.
1400 Der Geraer Markt
er Markt bildete seit jeher den zentralen Warenumschlagsplatz einer Stadt. Auch gibt es seit jeher ein Verbrieftes Marktrecht. Mehr über den Geraer Markt in den Zusatzinformationen.
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1401 Das 15. Jahrhundet und Gera
as Ende des Mittelalters und der beginnende Übergang zum Humanismus brach zwar nicht völlig unvermittelt herein, läutete allerdings einen wenn auch langsamen aber stetigen Strukturwandel in der abendländischen Gesamtkultur ein. Durch ideelle Strömungen beflügelt, beschritten Kunst und Wissenschaft neue Wege. In Gera entstand die Tuchmacherinnung und die Stadt wurde 200 Jahre alt. Des weiteren wurden die Vorstadtbewohner vom Marktzoll befreit und die Stifterfamilie Ferber erfuhr ihre erste Erwähnung. Auch die Eröffnung der ältesten Schankstätte Deutschlands in Gera auf dem Markt (der Ratskeller) ging auf das 15. Jahrhundert zurück.
21.05.1405 Befreiung vom Marktzoll
egen die Zahlung von 4 Schock Meißner Groschen werden die Vorstadtbewohner von der Entrichtung des Marktzolls befreit. (Neben der Badertorvorstadt befanden sich Ansiedlungen im Bereich Sorge und Zschochern.)
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1410 Ein neuer Lehnsherr in Zwötzen
ie erste urkundliche Erwähnung einer Familie von Zwetzen (Zwötzen) war im Eisenbergischen schon im Jahr 1298 beurkundet worden und wurde auch 1358 in Gera schriftlich niedergelegt. Welche verwandtschaftliche Verbindung hier bestanden hatte ist unklar. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts aber schien die Familie, zumindest unter dem Name Zwetzen, ausgestorben zu sein, denn den Lehnsitz von Zwötzen hatte Purgold von Hof erhalten und nach dessen Tod ein Hans von der Neuenmarkt (Neumark). Das geschah im Jahr 1410. In diesem Jahr hatte jener Hans von Neuenmarkt das Lehen durch einen Akt von Heinrich von Gera erhalten. Dazu gehörten die Güter von Zwötzen und des Weiteren musste er sich zur Bewilligung der Landbete (eine hochmittelalterliche Steuer) verpflichten. So erhielt der neue Lenhsherr, "dy guter gelegin zcu Czwcytzen, dy Purgold vom Hofe seligin gewest." Das ursprüngliche eigentliche Vogtland erstreckte sich nach Süden über Hof bis ins Egerland und Fichtelgebirge und im Norden bis Caschwitz.
22.06.1410 Die Landbethe war zu zahlen
ie Landbethe war eine Steuer, welche an den Landesherren zu zahlen war. An diesem Tag war es, als Hans von Neuenmarkt auf Zwötzen einen Dienstverpflichtung, einen sogenannten Revers, über seine Güter abgab und sich zur Zahlung der Landbethe verpflichtete.
1426 Das Rathaus und der Markt
n der Mitte des fast rechteckigen Altstadtbereiches befindet sich der Marktplatz, der ursprünglich nach der Großen Kirchstraße hin durch acht kleinere Häuschen abgeschlossen war, die nach dem Stadtbrand von 1886 nicht wieder aufgebaut wurden. Das der Sage nach bereits 1254 erbaute, urkundlich erstmals 1426 genannte Rathaus teilte diesen Platz in zwei Teile (Hauptmarkt und Kornmarkt, früher Töpfermarkt), die durch die Jüdengasse und den großen Torweg des Rathauses miteinander verbunden blieben. Der ältere Rathausbau ist wie das Schloss den Wirren des Sächsischen Bruderkrieges zum Opfer gefallen. An seiner Stelle entstand in den Jahren zwischen 1573 und 1576 durch Nikolaus Deiner aus Lobeda und Zimmermeister Christoff Becker aus Gera der Rathausneubau im Renaissancestil, in den wahrscheinlich alte Teile einbezogen worden sind. 1780 wurde auch dieser Bau schwer beschädigt, bis 1784 aber wiederhergestellt.
1437 Zweihundert Jahre Gera als Stadt
n diesem Jahr hatte Gera schon 200 Jahre das Stadtrecht. Vor 200 Jahren waren der Stadt die sogenannten "Regalien" vergeben wurden. Man feierte das Markt- , Zoll und Münzrecht und die eigene freie Gerichtsbarkeit.
1447 Die wichtigste Erfindung des Jahrhunderts
ie Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern (Buchstaben) revolutionierte die Kommunikation dieser Zeit und der Zukunft entscheidend. Bücher waren auch in Gera noch eine Besonderheit und die Verbreitung der Bücher war für die Verbreitung des allgemeinen Wissens nötig. Nicht nur die Bibel, die man anfangs druckte, sondern auch wissenschaftliche Publikationen fanden einen großen Absatzmarkt. Die Anzahl der Bücher, die sich in den nächsten Jahren in Gera sammelte, war ungleich höher als in allen Jahren zuvor.
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1487 Die älteste Schankstätte Deutschlands
n diesem Jahr öffnete nicht die erste aber älteste noch betriebene Schankstätte Deutschlands in Gera ihre Pforten. Da "Mann" ja schon zu allen Zeiten vom Durst geplagt war, kam es den Geraer Zechern gerade recht, dass sie eine Schankstube erhielten. Es war der Ratskeller auf dem Markt. Zum 400. Jubiläum des Traditionshauses wurde im Jahr 1887 wurde eine Postkarte mit einer Innen- und Außendarstellung der Schankstätte in Umlauf gebracht.
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1487 Der Ratsweinkeller
ünfzig Jahre nach der Öffnung des Ratskellers am historischen Markt, die erste Schankstätte Deutschlands, wurde an der Salvatorkirche der Ratsweinkeller eröffnet. Im Jahr 1898 musste die Lokalität dem Treppenneubau der Kirche weichen.
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11.1487 Artikel 87 der Geraer Statuten
an war zu dieser Zeit bestrebt das städtische Handwerk vor auswärtiger Konkurrenz zu schützen. Daher bestimmten die Statuten von 1487, dass in den Dörfern der Herrschaft Gera keine Handwerker oder Händler wohnen und dort ihr Handwerk betreiben durften. Die Bewohner der umliegenden Orte mussten alles was sie benötigten, ausgenommen waren ihre eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse, in Gera erwerben. Ebenso mussten sie alle Waren welche sie selbst verkaufen wollten in Gera auf den Markt bringen und dort anbieten. Ausgenommen waren hier die Schmiede und Leinenweber als unentbehrliches Gewerbe für die Bauern. Diese durften aber nicht näher als eine viertel Meile an Gera heranrücken mit ihrem Gewerbe.
1500 Die Juden aus der Stadt vertrieben
n Gera bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Erstmals werden 1331 Juden in der Stadt genannt. Kaiser Ludwig bestätigte dem Vogt Heinrich von Gera die Rechte über die Juden in seinem Gebiet. Die Judenverfolgung in der Pestzeit 1349 traf auch die Juden in Gera. Ein Überlebender war möglicherweise der 1357 in Erfurt genannte Jude Abraham von Gera. Die jüdischen Familien wohnten vermutlich in der zwischen Markt und Kornmarkt gelegenen "Jüdengasse", jedoch ist unklar, aus welcher Zeit die Bezeichnung und damit die jüdische Ansiedlung in dieser Gasse stammt. Möglicherweise stammt die Bezeichnung erst aus der Zeit nach der Verfolgung von 1349. Eine Synagoge ("Judenschule") wird 1502 genannt, als der Hofjude Meyer mit ihr und einem Haus in der Vorstadt belehnt wurde. Davor lassen sich Juden (in der Zeit nach der Verfolgung in der Pestzeit) erst seit 1478 in Gera nachweisen. In jenem Jahr wirkte ein jüdischer Arzt mit Namen Michel in der Stadt. Wenig später zog ein anderer Jude aus Eger nach Gera zu. Der genannte Hofjude Meyer lebte vom Geldhandel und war insbesondere für den Landesherrn tätig. 1491 wurden die Geraer Juden auf Bitten des Rates von Leipzig gefangen gesetzt unter der Beschuldigung, ein in einem Leipziger Kloster gestohlenes Sakrament gekauft zu haben. Im Jahre 1500 wurden die Juden angeblich aus der Stadt vertrieben, doch wird bereits 1502 der oben genannte Hofjude Meyer in der Stadt erwähnt. Danach schweigen jedoch die Quellen über mehrere Jahrhundert bezüglich Juden in der Stadt.
1502 Markt und Richtstätte in Langenberg
er Markt war der wirtschaftliche Mittelpunkt des alten Burgortes und früher auch Gerichtsstätte. Als Langenberg in diesem Jahr sein Landgericht verlor, beließ man dem Ort ein Rügegericht und den mit ihm verbundenen Frontanz. Die viele Hundert Jahre alte Gerichtslinde auf dem Langenberger Markt wurde 1838 durch einen Sturm umgebrochen und später ersetzt. (Beim Frontanz, meist zu Pfingsten, tanzten Tanzpflichtige, es wurden Verordnungen erlassen, Bürger aufgenommen und auch Ortssatzungen vorgelesen.)
1524 Bauernaufstände
m Zuge einer Agrarkrise kam es zu einer extremen Verschlechterung der bäuerlichen Lebensumstände. Wo noch 200 Jahre zuvor die Grundherren auf die Dienste der Bauern angewiesen waren und sie auf ihrem Grund und Boden halten wollten, änderte sich die Situation nun völlig. Aus diesem Grund kam es in den Jahren 1524 und 1525 zu den Bauernaufständen.
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18.01.2015
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