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1256 Die Geschichte von Kraftsdorf
raftsdorf wurde im Jahre 1256 erstmals urkundlich erwähnt, als der Markgraf Heinrich von Meißen dem Kloster Lausnitz die beiden Dörfer Kraftsdorf und Hermsdorf übereignete. 1876 wurde die Bahnlinie Weimar-Gera eingeweiht und der Kraftsdorfer Bahnhof in Betrieb genommen. Dadurch nahm das Steinmetzgewerbe im Sandstein einen großen Aufschwung. Dessen Produkte fanden beim Bau der Göltzschtalbrücke Verwendung. Im Wald bei Oberndorf errichtete die Wehrmacht 1936 die Luftmunitionsanstalt 5/IV (Muna), wobei später auch Häftlinge aus dem KZ Buchenwald eingesetzt wurden. Im Lager waren bis zu 500 Häftlinge untergebracht, die Schneisen in den Wald trieben und Holzsäulen errichteten zur Lagerung von Bomben. Auf zwei Todesmärschen 1945 wurden 400 Häftlinge getrieben. An sie erinnert seit 1985 ein Gedenkstein im Park des Landesfachkrankenhauses Stadtroda.
1405 Die erkaufte Freiheit
ie "Geraer" welche nicht innerhalb der Stadtmauern lebten, also in der Vorstadt, mussten sich in diesem Jahr die Freiheit vom herrschaftlichen Zoll erkaufen.
Zusatzinformationen
11.04.1532 Elisabeth von Weida in Gernrode verstorben
lisabeth von Weida, geboren um 1460 / 1461, war von 1504 bis 1532 Äbtissin des freien weltlichen Stiftes Gernrode und Frose. Sie galt als eine der wichtigsten Äbtissinnen in der Spätzeit des Stiftes Gernrode. Unter ihrer Herrschaft wurde im Stift die evangelische Lehre eingeführt. Sie war also stark durch Martin Luther (1483-1546) beeinflusst. Dadurch wurde der Ort Gernrode nach Wittenberg eine der ersten evangelischen Stätten in Deutschland überhaupt. Ihrem Verhandlungsgeschick während der Bauernkriege war es zu verdanken, dass das Stift von Zerstörungen verschont blieb. Sie erwies sich als gute Verwalterin, sie schaffte es, die bei ihrem Amtsantritt desolaten Finanzen des Stiftes zu sanieren.
Zusatzinformationen
09.02.1817 Heinrich Gustav Behr geboren
oktor Heinrich Gustav Behr wurde in Schleiz geboren, studierte in Jena Medizin und wurde ab 1850 einer der bekanntesten Ärzte Geras. Außerdem war er Mitglied des Landtages und betätigte sich als Chronist. Vieles aus der Krankenhausgeschichte der Stadt wurde einst von ihm nieder geschrieben. Des weiteren verfasste er Schriften über medizinische Sachverhalte seiner Zeit. Er verstarb am 17. August 1881 in Gera.
1824 Wie die Hautklinik entstand
m Jahr 1804 hatte Johann Christian Ferber in der Loreystraße ein großzügiges Wohnhaus errichtet. Zwischen 1818 und 1824 war dort das Ausflugslokal "Bergschlösschen" zu finden. Danach wurde das Gebäude als Kinderheim des Vereins für freiwillige Wohlfahrtspflege, ab 1945 als Notkrankenhaus und von 1952-2005 als Hautklinik der städtischen Krankenanstalten bzw. des späteren SRH Wald-Klinikum Gera mit Adresse Loreystraße 6 genutzt.
07.03.1825 Louis Schlutter geboren
ieser Geraer Kommissionsrat war der Stifter des am 29. September eingeweihten städtischen Realgymnasiums in der Kurt Keicher Straße. Es wurde später die Schillerschule und ist nun (2007) der Schulteil Kurt Keicher Straße des Geraer Zabelgymnasiums. Nach dem frühen Tod ihrer Kinder stiftete das Ehepaar Schlutter sein Vermögen auf Anraten von Doktor Clemens Weisker auch zum Bau und der Unterhaltung des allgemeinen Krankenhauses für die Landgemeinde des unterländischen Bezirkes, welches dann 1894-1899 bei Gera-Milbitz errichtet worden war. Er verstarb am 9. Juni 1904 in Gera.
1826 Das Dienstbotenkrankenhaus
er Geraer Arzt Dr. Dietel eröffnete ein Privatkrankenhaus für erkrankte und verunglückte Gesellen, Lehrlinge und Dienstboten. Im Jahr 1849 wurde es der Stadt überlassen und ab 1952 wurde es zum Städtischen Krankenhaus.
1836 Das Geraer Armenhaus
m Jahr 1833 hatte man die Straße "Am Krankenhaus" (später die Robert-Koch-Straße) der "Lützowstraße" angegliedert. Dort wurde in den Jahren 1836-1838 vor dem Greizer Gatter das Geraer Armenhaus gebaut. Es umfasste neben einem Gefängnis und einem Totengewölbe 28 kleine Wohnzimmer, von denen fast jedes von zwei bis vier verschiedenen Familien bewohnt wurde. So wohnten dort ständig zwischen 160 und 200 Personen.
1840 Krankenhauseröffnung
ach 17jährigen Bemühungen gelang es dem Arzt Doktor Rudolph Dietel, ein Krankenhaus für Dienstboten, Gesellen und Lehrlingen zu eröffnen. Es wurde 1849 der Stadt überlassen und seit 1852 als Städtisches Krankenhaus weitergeführt.
(Zu Zeiten der DDR Führung als Pflegeheim „Fritz Koch“ mehr „berüchtigt“ als "geflegt" hatte es einen nicht all zu guten Ruf.)
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01.12.1840 Ein Krankenhaus für Dienstboten
chon im Jahr 1823 hatte der in Gera Untermhaus geborene Arzt Dr. Rudolf Dietel die Bereitschaft bekundet, auf eigene Kosten ein eigenes Krankenhaus für kranke Dienstboten, Gesellen und Lehrlinge einzurichten. Dafür kaufte er das Zink'sche Gartengrundstück und erhielt 1826 die Konzession zur Errichtung eines solchen Krankenhauses. 14 Jahre später wurde dann trotz recht knapper finanzieller Mittel die Anstalt eröffnet.
1842 Die Dietel'sche Klinik
n erster Linie war das Krankenhaus zur Behandlung von Gesellen und Lehrlingen der in Gera ansässigen Innungen, sowie der Dienstboten gedacht, aber auch Schwangere konnten dort Aufnahme finden. Die Behandlungen erfolgten bedarfsweise ambulant oder stationär. Lehrlinge sollten schon vor dem Lehrantritt hier untersucht werden. Die Dienstherrschaft hatte an die Klinik 6-9 Groschen die Woche für die Behandlung zu zahlen. In diesem Jahr bereits hatten sich 22 Innungen angeschlossen und finanzierten so den Unterhalt des Hauses.
19.01.1843 Kurt Albin Lade geboren
urt Albin Lade wurde in Kamenz geboren und war von 1881-1898 Oberbürgermeister in Gera. Am 6. Mai 1881 wurde Lade gewählt und trat sein Amt am 16. Juni des Jahres an. In seine Amtszeit fielen die Einweihung der Lutherschule 1883 und des neuen Schulgebäudes des Rutheneum seit 1608 in Jahr 1887. 1892 eröffnete er in Gera die Straßenbahnlinien, womit die Stadt nach Halle/Saale als zweite über einen Personenverkehrsnetz verfügte. Nach einem Misstrauensvotum im Geraer Gemeinderat trat Lade am 6. August 1898 zurück und verzog nach Dresden. Dort verstarb er 8. Mai 1922.
Zusatzinformationen
01.01.1849 Das erste Städtische Krankenhaus Geras
ie im Jahr 1829 verstorbene Luise Fürstin Reuß-Gera hatte in ihrem Testament ein Legat in Höhe von 4000 Talern zur Errichtung eines städtischen Krankenhaus verfügt. In dem Testament war unter anderem zu lesen, "bestimmt, den Gehilfen des Gewerbes und des Hausstandes sowie Obdachlosen oder sonst notleidenden Armen in Krankheitsfällen eine gesicherte Zufluchtsstätte zu bieten". Aus testamentarischen Gründen stand das Geld aber erst zu Beginn des Jahres 1848 zur Verfügung. Nach nur 3 Monaten musste die Klinik, im Tilly´schen Garten gelegen, aber schon wieder schließen, da der Klinikleiter Dr. Theodor Franz nicht Kosten deckend gearbeitet hatte.
01.09.1849 Ein neuer Klinikleiter
as neue "Allgemeine Städtische Krankenhaus" (das spätere Fritz-Koch-Heim) wurde zwar erst 28 Monate später eröffnet, hatte aber schon einen neuen Leiter. Dazu kam es, weil die Dietel'sche Klinik mit in das neue Krankenhaus überging, und deren Leiter die gesamte Anstalt übernahm. Dr. Edmund Eisenschmidt, stand dann bis 1872 der Klinik vor.
1851 Wohin mit den Geisteskranken
in besonderes Problem stellten für die Geraer Mediziner die Menschen mit Geisteskrankheiten dar, da sie im städtischen Krankenhaus keine Aufnahme fanden. Zwar hatte sich die Dietel'sche Klinik ab 1845 bereit erklärt auch Geisteskranke zu betreuen, doch reichte dies auf die Dauer nicht aus. Die Klinik von Dr. Meinhardt, in diesem Jahr auf "Hempelsruhe" (Geyersberg) mit 6 Betten errichtet, diente als sogenannte "Irrenanstalt" und wurde noch bis in das Jahr 1904 erwähnt.
27.12.1851 Der Krankenhausumbau war beendet
as 1849 eröffnete und nur 3 Monate betriebene Krankenhaus im Tilly'schen Garten war umgebaut worden. Mit einer Krankenhaussteuer für die Innungen, Dienstboten, Kaufleute aber auch für Bälle und öffentliche Tanzvergnügen in Höhe von 1 Taler, hatte sich die Stadt das Geld für den Umbau verschafft. Ein sogenanntes "Krankenhausopfer" hatte es in Gera schon einmal gegeben und hatte zu Protesten geführt.
01.01.1852 Eine Krankenhauseröffnung
n diesem Tag wurde in Gera das "Allgemeine Städtische Krankenhaus" eröffnet. (das spätere Fritz Koch-Heim) Die fürstliche Landesregierung bestätigte am 6. August 1852 die Statuten des Krankenhauses und erteilte damit der Anstalt die Rechte einer milden Stiftung. Die Beaufsichtigung der Klinik oblag einem Stadtratsmitglied, dem mindestens 2 Mitglieder des Gemeinderates und 2 gewerbetreibende Bürger der Stadt zur Seite standen.
1855 Doktor Otto Plarre geboren
er spätere Arzt wurde in diesem Jahr im Stadtteil Debschwitz geboren und wurde Gründer des Geraer Schwimmvereins. Außerdem war er Mitinitiator des städtischen Krankenhauses. Seine Tochter Dr. Bruna Wendel Plarre, ebenfalls Ärztin, durchschwamm 1938 als erste Deutsche den Ärmelkanal. Dr. Otto Plarre verstarb 1937 und erlebte damit die Tat seiner Tochter nicht mehr.
1855 Zum Neubau des Armenhauses
it der Industrialisierung Geras konnte nicht jeder Schritt halten und so kam es in einigen Bevölkerungsteilen zu wachsender Armut. Bald war die "Bettelburg", das Geraer Armenhaus in der Mühlengasse 8, zu klein geworden, und so wurde in den Jahren 1836 bis 1838 im Tillyschen Garten vor dem Weidaischen Gatter ein neues Armenhaus errichtet. Später war es der Ostflügel der Pflegeheims "Fritz Koch" in der Robert-Koch-Straße. Die Fertigstellung des Baus verzögerte sich allerdings dadurch etwas, dass die alten Öfen der noch abzutragenden Stadttore darin wieder Verwendung finden sollten. Ferdinand Hahn, Geraer Chronist, gab folgende Schilderung ab: "Das Haus hat, außer einem Gefängniß und einem Todtengewölbe, achtundzwanzig kleine Wohnzimmer, von welchen fast jedes einzelne von zwei, drei, vier verschiedenen Familien ? bewohnt wird. Die Gesamtbevölkerung beträgt fortwährend zwischen hundertsechzig und zweihundert Personen." Ende des 19. Jahrhunderts war das Gebäude ein Krankenhaus und wurde erst zu Zeiten der DDR als Pflegeheim bekannt.
02.04.1860 Heinrich Sturm geboren
einrich Sturm, geboren am 2. April 1860 in Köstritz in der Nähe von Gera und verstorben am 4. März 1917 in Chemnitz, war ein deutscher Jurist, Politiker und von 1908 bis 1917 Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz. Heinrich Sturm war der Sohn des Pfarrer und Lyrikers Julius Sturm. Er besuchte in seiner Kindheit Gymnasien in Leipzig, Vevey und Dresden und legte im Vitzthum-Gymnasium Dresden 1879 die Reifeprüfung ab. Anschließend studierte er in Heidelberg, Leipzig und Berlin Rechtswissenschaft. Im Jahr 1887 wurde er Bürgermeister von Schleiz, 1893 Berufung als Vortragender Rat in das Fürstlich-Reußische Ministerium Gera und 1896 wurde er zum Landrat des Fürstlichen Landratsamtes Gera ernannt. Im Februar 1902 kam Heinrich Sturm nach Chemnitz, wo er als 1. Besoldeter Stadtrat und 2. Stellvertreter des Oberbürgermeisters in den Rat der Stadt eintrat. Nach nur zweijähriger Tätigkeit wurde er Bürgermeister und 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters. 1908 wurde er dann nahezu einstimmig zum Stadtoberhaupt gewählt. In diesem Amt, dass er bis zu seinem Tod 1917 innehatte, vertrat er Chemnitz in der Ersten Kammer des Landtages. Weiterhin war er Vorsitzender des Sächsischen Gemeindetages. Die stürmische Entwicklung von Chemnitz, die vor der Jahrhundertwende begann, setzte sich, unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg, unter seiner Führung fort. Während seiner Amtszeit entstanden u.a. das Opernhaus und das Neue Rathaus. Weitere wichtige Bauten, die in seine Amtszeit fielen, waren der Bau und die Erweiterung der Neunzehnhainer Talsperren, des E-Werks am Schloßteich, der Gasanstalt Altchemnitz und der Kläranlage Heinersdorf. Diese wichtigen Versorgungseinrichtungen wurden notwendig, da die Anzahl der Einwohner rasant zunahm und im Jahr 1910 bereits die 300.000 Marke übertraf. In diesen Jahren wurden weiterhin das Verkehrsnetz ausgebaut, der Stadtpark erweitert, die Küchwaldschänke eröffnet sowie das Küchwaldkrankenhaus, das Reformrealgymnasium an der Schloßstraße und die Höhere Mädchenbildungsanstalt auf dem Kaßberg erbaut. An den früheren Oberbürgermeister erinnert der 1917 im Stadtpark angelegte Heinrich-Sturm-Weg.
01.07.1872 Ein neuer Klinikleiter
n diesem Tag übernahm Dr. Eduard Busch die Leitung des "Allgemeinen Städtischen Krankenhauses" (das spätere Fritz-Koch-Heim) von Dr. Edmund Eisenschmidt, welcher 20 Jahre der Klinik vorstand. Die Klinik wurde in diesem Zuge umgebaut. Die Zahl der Betten pro Zimmer wurde auf 3 beschränkt. Zwei Wundärzte, Herr Köhler (Chirurg 1. Klasse) und Herr Lippold (Chirurg 2. Klasse) arbeiteten unter seiner Anleitung im Krankenhaus.
1875 Diakonissen aus Dresden
er Leiter des "Allgemeinen Städtischen Krankenhaus" (das spätere Fritz-Koch-Heim) Dr. Eduard Busch hatte große Sorgen mit seinem Klinikpersonal. Mal wurden seine Instruktionen nicht befolgt, ein andermal war die Ordnung, Pünktlichkeit und Sauberkeit zu beklagen. Daher wurden in diesem Jahr Diakonissen aus der evangelisch-lutheranischen Diakonissen-Anstalt zu Dresden-Neustadt in der Klinik angestellt. Das Mutterhaus der im Jahr 1844 in Dresden gegründeten Anstalt sah die Krankenpflege als Ausbildungsgrundlage der Schwestern an.
1876 Ein unzufriedener Klinikleiter
r. Eduard Busch, seit 1872 Leiter des Krankenhauses (das spätere Fritz-Koch-Heim), war mit seinem Assistenzarzt Herr Köhler nicht mehr zufrieden. Daher nutzte er dessen Versetzung in den Ruhestand 1876 dazu, endlich die Forderung nach einen approbierten Arzt zu stellen. Bis das so weit war sollten noch 15 Jahre ins Land gehen.
09.05.1879 Kurt Herrfurth geboren
urt Herrfurth wurde am 9. Mai 1879 in Berlin und verstarb an einem unbekannten Ort und einer unbekannten Zeit vermutlich aber in Berlin, wohin er nach Ablauf seiner Amtszeit gegangen war. Er war von 1918 bis 1925 Oberbürgermeister in der Stadt Gera. In seine Amtszeit fielen die Eröffnung des Geraer Sommerbades und des Waldkrankenhauses im Geraer Stadtwald.
Zusatzinformationen
31.12.1879 Wer wohnte wo in Gera
ier ist eine vollständige Einwohnerliste der Stadt Gera enthalten. Alle in Gera zu diesem Zeitpunkt gemeldete Personen mit ihrer Adresse und ihrem Beruf. Zu beachten ist, dass viele Eingemeindungen erst in den ersten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts vorgenommen wurden und so die Einwohner von Untermhaus, um ein Beispiel zu nennen, hier fehlen.
Zusatzinformationen
06.05.1881 Lade wurde Oberbürgermeister
urt Albin Lade, genannt Ruick, geboren am 19. Januar 1843 in Kamenz und verstorben am 8. Mai 1922 in Dresden, war Oberbürgermeister der Stadt Gera von 1881 bis 1898. Am 6. Mai 1881 wählte der Geraer Stadtrat Lade zum Oberbürgermeister und am 16. Juni desselben Jahres trat er mit der Verleihung der Bürgerrechte sein Amt an. In Folge der Industrialisierung wuchs Gera in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts sehr rasch - hatte es 1880 noch rund 27.000 Einwohner gezählt, so waren es 1900 bereits 45.000. In die Amtszeit Lades fielen unter anderem die Einweihung der Lutherschule (1883) und des neuen Schulgebäudes für das Gymnasium Rutheneum (1887), die Eröffnung der Geraer Straßenbahn als zweites Straßenbahnnetz in Deutschland (22. Februar 1892) und die Gründung des Arbeiter-Turnerbundes in Gera (1893). Lades ursprünglich vorgesehene sechsjährige Amtszeit wurde im Frühjahr 1885 auf sechzehn Jahre verlängert, um seiner geplanten Ernennung zum Bürgermeister von Schleswig vorzubeugen. 1898 musste er jedoch nach einem einstimmigen Misstrauensvotum des Gemeinderates seinen Rücktritt einreichen, den der Gemeinderat am 15. April 1898 annahm. Begründet wurde das Misstrauensvotum mit einer Verhaltensänderung Lades seit seiner letzten Wahl. Unter anderem wurde ihm vorgeworfen, dass für ein der Frau des Oberbürgermeisters gehörendes Gut eine Hypothek über 12.000 Mark aus einer städtischen Stiftung ausgeliehen und die Zinsen nicht pünktlich bezahlt worden seien. Zudem hieß es, dass Lades Frau wiederholt Eier und Butter zu überhöhten Preisen an das städtische Krankenhaus verkauft habe. Zu seinem Nachfolger als Oberbürgermeister wurde Ludwig Ernst Huhn im Oktober 1898 gewählt.
27.01.1884 Otto Rothe geboren
tto Rothe war Mitglied der KPD und ab 1924 Mitbegründer des Rotfrontkämpferbundes in Gera. Als Widerstandskämpfer wurde er am 12. April 1935 von den Nationalsozialisten verhaftet und verstarb am 25. April 1935 an den Folgen der im Geraer Gefängnis erlittenen Misshandlungen im Landesfachkrankenhaus in Stadtroda.

1886 Die Augenklinik in der Humboldtstraße
er Geraer Arzt Dr. Schrader eröffnete in diesem Jahr in der Innenstadt eine Augen-, Nasen- und Ohrenklinik mit zu dieser Zeit acht Betten. Assistenzarzt war der spätere Geheime Sanitätsrat Dr. Hermann Schomburg, welcher 1891 ins "Allgemeine Städtische Krankenhaus", des späteren Fritz Koch Heim wechselte. Die Aufnahmegebühr betrug je nach Klasse zwischen 2 und 6 Mark am Tag. Dr. Schrader war später einer der Gründerväter des bis in die Neuzeit bestehenden "Hartmannbundes" der deutschen Ärzteschaft.
1888 Die neue Geburtshilfe-Klinik
in gewisser Dr. Grasemann, Frauenarzt in Gera, gründete in diesem Jahr in der Adelheidstraße (später Clara Zetkin Straße) eine geburtshilfliche Klinik und Klinik für Frauen- und Kinderkrankheiten. Das kleine Krankenhaus verfügte über acht Betten. Grasemann's Kollege aus der Chirurgischen Klinik auf der Sorge Nr. 3, Dr. Thierbach, unterstützte ihn mit unter bei Operationen.
19.01.1889 Rudolf Degkwitz (senior) geboren
udolf Degkwitz, geboren am 19. Januar 1889 in Ronneburg in der Nähe von Gera und verstorben am 21. Mai 1973 in Emmendingen, war ein deutscher Ordinarius für Kinderheilkunde, der 1944 wegen seiner Kritik am NS-Regime vom Volksgerichtshof zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Rudolf Degkwitz entstammte einer wohlhabenden konservativen Kaufmannsfamilie in Thüringen, besuchte das Gymnasium in Altenburg und bestand 1909 sein Abitur in Stralsund. Er studierte an der Universität Lausanne zwei Semester Naturwissenschaften. Anschließend absolvierte er ein Militärdienstjahr. Ab 1911 belegte er in München das Studienfach Medizin. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich Degkwitz als Freiwilliger, kam an der Westfront zum Einsatz und wurde in der Schlacht um Verdun schwer verwundet. Nach seiner Genesung setzte er sein Studium an der Universität München fort und schloss es 1916 mit dem medizinischen Staatsexamen ab. Er erhielt mehrere Kriegsauszeichnungen und wurde 1919 als Oberarzt der Reserve aus dem Heeresdienst entlassen. Während der Novemberrevolution nahm er eine gegenrevolutionäre Haltung ein, verteilte in der München Garnison Flugblätter und wurde vom Arbeiter- und Soldatenrat einige Tage in Haft genommen. 1919 schloss er sich dem Freikorps Oberland unter dem Hauptmann Josef Römer an und nahm an einem Einsatz zur Bekämpfung der Münchner Räterepublik teil. Über Rudolf Heß kam er Anfang der 1920er Jahre in Kontakt mit der NSDAP, nahm an Diskussionsabenden in Münchener Bierstuben teil und lernte Adolf Hitler kennen. Degkwitz, seit 1923 Mitglied der NSDAP, beteiligte sich am 9. November 1923 am Marsch auf die Feldherrnhalle.

Zusatzinformationen
1891 Schomburg wurde Assistenzarzt
r. Hermann Schomburg wurde in diesem Jahr der Assistenzarzt von Dr. Eduard Busch im "Allgemeinen Städtischen Krankenhaus". (das spätere Fritz-Koch-Heim) Damit wurde seiner Forderung von 1876, als sein Assistent Herr Köhler in Pension ging, Rechnung getragen, endlich einen approbierten Arzt an seiner Seite zu haben. Dr. Hermann Schomburg wurde später Sanitätsrat und gehörte zu den bedeutendsten Ärzten der Stadt. Im März 1943 verstarb er fast 91-jährig in Gera.
06.04.1891 Hans Simmel geboren
rofessor Hans Simmel wurde in Berlin geboren und war eine Zeit lang Oberarzt an der Poliklinik in Jena. Am 15. Juni 1928 übernahm er die Funktion als Chefarzt und leitender Arzt der inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses in Gera. Simmel war jüdischer Abstammung und musste sich gegen die Repressalien der Nationalsozialisten wehren. Anfang 1939, nach Haft und KZ, emigrierte er in die USA, wo er am 23. August 1943 in Colorado Springs verstarb.
01.12.1893 Kurt Günther geboren
urt Günther war ein Geraer Maler und wuchs als Sohn eines Druckers und Druckereibesitzers auf. Unmittelbar nach Abschluss des Gymnasiums ging er 1913 zum Studium an die Kunstgewerbeschule in Dresden, wo zu seinen Kommilitonen unter anderem der Geraer Maler Otto Dix und Otto Griebel gehörten. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Günther 1914 zum Kriegsdienst eingezogen, den er bei den Luftstreitkräften ableistete, bis er 1917 wegen einer schweren Lungentuberkolose entlassen wurde. Seine finanzielle Situation erlaubte es ihm, die Krankheit in Davos (Schweiz) behandeln zu lassen, wo er Ernst Ludwig Kirchner kennenlernte.1919 kehrte Günther nach Dresden zurück und setzte sein Studium an der Kunstakademie fort, wo er der Malklasse von Richard Müller angehörte. Zu dieser Zeit arbeitete Günther eng mit Otto Dix zusammen, beide nutzten häufig das Atelier ihrer Kommilitonin Viola Schulhoff. Günther und Schulhoff unterstützen den aus eher einfachen Verhältnissen stammenden Dix oft finanziell. Ein Monument dieser Zeit ist Günthers verschollenes, jedoch fotografisch erhaltenes Gemälde Boxkampf, in dem Dix, Schulhoff und andere im Publikum dargestellt sind. 1922 heirateten Günther und Schulhoff und zogen nach Bad Reichenhall, die Ehe hielt jedoch nur drei Jahre, woraufhin Günther in seine Heimatstadt Gera zurückkehrte. Versuche, wieder in Dresden Fuß zu fassen, wo Otto Dix inzwischen eine Professur innehatte, blieben erfolglos. In den Geraer Künstler- und Intellektuellenkreisen fand Günther schnell Akzeptanz und Anerkennung. Mit den Landschaftsmalern Hermann Paschold, Alexander Wolfgang und Paul Neidhardt, dem Geologen Rudolf Hundt und anderen gründete er die spätdadaistische Vereinigung pro pro bru (produktive-prominente-brummochsen). Günthers vorherrschendes Sujet war, wie bereits in Bad Reichenhall, das Porträt; hinzu kommen veristische Darstellungen weiblicher Erotik. Von 1929 bis 1931 hielt Günther sich in Frankreich auf und betrieb unter anderem Aktstudien an der Académie de la Grande Chaumière. Nach seiner Rückkehr nach Gera löste er einen Skandal aus, indem er ein Gemälde, das ein blondes Mädchen in den Armen eines schwarzen Jazztrompeters zeigte, öffentlich in einem Schaufenster ausstellte ? es wurde von behördlicher Seite entfernt. Nach einer erneuten Eheschließung zog Günther 1932 von Gera in das nahegelegene abgeschiedene Dorf Kaltenborn, wo er ein Haus erworben hatte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war Günther von Hausdurchsuchungen und ab 1934 von Ausstellungsverbot betroffen. 1934 besuchte ihn Erich Knauf nach seiner ersten Haftentlassung in Kaltenborn und wurde von Günther mehrfach porträtiert. Die Jahre der Inneren Emigration verbrachte Günther unter anderem ? nach der Geburt seiner ersten Tochter 1934 ? mit Kinderporträts, ab 1936 mit Porträts der Kaltenborner Bauern und ab 1940 auch verstärkt mit Landschaftsmalerei. 1937 wurden elf seiner Werke als Entartete Kunst aus deutschen Museen entfernt. 1944 wurde der fünfzigjährige Günther zum Volkssturm eingezogen. Nach Kriegsende 1945 wurde Günther als Volksschul- und Volkshochschullehrer in Gera tätig sowie 1946 durch die Landesregierung Thüringen zum Professor ernannt. Seine letzten Lebensjahre waren zunehmend von Krankheit und Depressionen gekennzeichnet. Landschaften nahmen in seinem Spätwerk eine immer dominierendere Rolle ein; verstärkt wandte sich Günther der Alla-Prima-Malerei zu. Er starb schließlich am 12. Februar 1955 im Bezirkskrankenhaus Stadtroda und wurde in Gera beigesetzt.
24.12.1894 Die Louis Schlutter Straße in Gera
u finden war die Straße zwischen der Heinrichstraße und der De-Smit-Straße und wurde nach dem Kommissionsrat Louis Schlutter (07.03.1825-09.06.1904) benannt. Schlutter hatte am 29. September 1894 das städtische Realgymnasium (später Schillerschule) in der Kurt-Keicher-Straße gestiftet. Durch den all zu frühen Tod der Kinder des Ehepaar Schlutter stifteten beide ihr Vermögen auf Anraten von Dr. Clemens Weisker auch zum Bau und zur Unterhaltung eines allgemeinen Krankenhauses für die Landgemeinden des unterländischen Bezirkes. Daraus entstand die Milbitzer Heilanstalt.
11.01.1895 Gründung der Krankenhaus-Stiftung
uf das tatkräftiges Zutun des Geraer Arztes Dr. Clemens Weisker begründete das Ehepaar Louis und Christiane Schlutter die Stiftung "Land-Bezirkskrankenhaus - Stiftung der Familie Schlutter". Weisker sicherte sich in der gemeinsam mit Landrat Dr. Horn erarbeiteten Stiftungsurkunde das Recht, dass ihm mit seiner am 05.02.1895 erfolgten Ernennung zum leitenden Krankenhausarzt auf Lebenszeiten und zum Mitglied der die Stiftung verwaltenden Krankenhaus-Kommission, Zimmer und Betten für seine Privatpraxis zur Verfügung stehen. In dieser Funktion entwarf er ein bis ins Kleinste detailliertes Programm für das auf dem modernsten Stand zu errichtende Krankenhaus und begleitete den Bau desselben und die Beschaffung der finanziellen Mittel hierfür.
04.1896 Die Lützowstraße in Gera
ie "Lützowstraße" entstand aus dem ehemaligen "Eselsgraben". Dort lag die sogenannte "Hungerquelle", welche das ehemalige Armen- und Krankenhaus am unteren Ende der Robert-Koch-Straße mit Wasser versorgte. 1896 wurde der Abschnitt zwischen der "Richterstraße" und der "Schillerstraße" nach dem legendären Freischarführer Ludwig Adolf Wilhelm Freiherr von Lützow (18.05.1782-06.12.1834) benannt. Lützow erwarb sich in den Kriegen gegen die napoleonischen Heere besondere Verdienste. Die Uniformen des Lützower Freikorps waren schwarz, hatten einen roten Ärmelaufschlag und goldfarbene Messing-Knöpfe. Daher hatte die Deutsche Nationalflagge dann später die Farben Schwarz-Rot-Gold.
07.04.1898 Großherzogliche Krankenkosten
ie Großherzoglich Sächsische Landeskrankenhaus-Kassenverwaltung schickte an diesem Tag eine Rechnung über Kur- und Verpflegungskosten für einen gewissen Hermann Schaab aus Thränitz bei Gera für den Aufenthalt im Großherzoglichen Landeskrankenhaus in Jena. Hermann Schaab war dort vom 25. Februar 1898 bis zum 7. April 1898 stationär behandelt worden. Die Kosten beliefen sich auf 63,- Mark, wobei man als Rechnungsgrundlage angab, das der Patient 42 Tage im Landeskrankenhaus der ärztlichen Pflege bedurfte und man pro Tag 1,50 Mark veranschlagte, woraus sich der Rechnungsbetrag von 63,- Mark ergeben hatte. Hermann Schaab musste den Betrag später bei der Gemeinde abstottern.
13.04.1898 Ein teurer Krankenhausaufenthalt
er Thränitzer Bürger Hermann Schaab hatte sich im Frühjahr 1898 in Jena in stationäre ärztliche Behandlung ins dortige Landskrankenhaus geben müssen. Er schien aber wohl nicht geahnt zu haben, dass so ein Aufenthalt recht teuer werden kann, denn er hatte die über 42 Tage aufgelaufenen Kur- und Pflegekosten nicht begleichen können. Die entsprachen fast einem Monatslohn. Daher hatte die Kassenverwaltung des Landekrankenhauses die Rechnung über 63,- Mark, der Tag kostete 1,50 Mark, an die Thränitzer Gemeindeverwaltung geschickt, die den Betrag erst einmal beglich. Erst einmal, denn das "viele" Geld wollte die Gemeindekasse von "Patienten" natürlich wiederhaben. Und so musste der nun genesene aber auch viel ärmere Mann den Gesamtbetrag mit raten zu 1,50 Mark aus seinem wöchentlichen Lohn bei der Gemeinde abstottern, die ihrerseits den Lohn zu Gunsten der Gemeindekasse pfänden ließ.
1899 Krankenhausregeln in Gera
m "Allgemeinen Städtischen Krankenhaus" in Gera, dem späteren Fritz Koch Heim wurden Patientenregeln auf gestellt. In den 28 Zimmer war das Tabakrauchen, das Karten- und Würfelspiel, das Singen und Musizieren, das Schreien und Lärmen und das Lesen unsittlicher Bücher verboten. Die Patienten waren verpflichtet, sich täglich zu waschen, zu kämmen und ihr Bettzeug rein zu halten. Sie durften nicht in "Sachen" auf dem Bett liegen und auch nicht barfuß herum laufen. Schlussendlich hatte der Patient einen Tag vor der Entlassung seine Zufriedenheit oder auch Beschwerde in ein Buch ein zu tragen.
11.11.1899 Die Heilanstalt in Milbitz
ie Heilanstalten Milbitz, eine Stiftung der Familie Louis Schlutter, wurden als Krankenhaus für den Landkreis eröffnet.
11.11.1899 Eröffnung des Land-Bezirkskrankenhauses
m Beisein des Erbprinz Reuß j.L., des Fürstlichen Ministeriums und weiterer Honoratioren wurde das Land-Bezirkskrankenhaus feierlich eröffnet und Doktor Clemens Weisker als dessen ersten Leiter zum Betrieb übergeben. Es war eine feierliche Zeremonie.
06.06.1900 Fortschritt beim Theaterbau
er Architekt des Geraer Theaters, Professor Heinrich Seeling, war nahezu zeitgleich mit den Theatern in Frankfurt/Main, Nürnberg und Gera betraut. Oft wurde er von seinem Assistenten Julius Knüpfer bei der Bauüberwachung in Gera vertreten. Die Zeitung in Gera berichtete über den Bau.
Zusatzinformationen
05.08.1900 Das Sanatorium in Ernsee
er Geraer Bernhard Baumann eröffnete an diesem Tag das Sanatorium Ernseer Berg. Im Jahr 1920 erwarb die Stadt Gera das Anwesen und gliederte es dem Waldkrankenhaus als Lungenklinik an. Diese wurde 1997 geschlossen.
10.08.1900 Hans Otto geboren
ans Otto war ein deutscher Schauspieler. Als einer der ersten Künstler linker Gesinnung wurde er von Nationalsozialisten ermordet. In der Schule besuchte Otto dieselbe Klasse wie Erich Kästner. Im Jahr 1921 debütierte er am Künstlertheater Frankfurt am Main bei dem Intendanten Adam Kuckhoff, mit dem er von da an nicht nur freundschaftlich, sondern später auch familiär als Stiefvater von Armin-Gerd Kuckhoff verbunden war. Am 16. Oktober 1922 heiratete Hans Otto die Schauspielerin Mie Paulun, die zuvor mit Adam Kuckhoff verheiratet war. Von 1924 bis 1926 wirkte er in Gera und von 1926 bis 1929 an den Hamburger Kammerspielen.
Zusatzinformationen
01.04.1901 Schomburg wurde Klinikleiter
r. Hermann Schomburg war im Jahr 1891 von Dr. Eduard Busch im "Allgemeinen Städtischen Krankenhaus" als Assistenzarzt eingestellt worden. An diesem Tag übernahm der inzwischen zum Geheimen Sanitätsrat ernannte Mediziner selbst die Leitung der Klinik. Später wurde das Gebäude als Fritz-Koch-Heim bekannt.
31.08.1901 Weisker erhielt die Kündigung als Anstaltsleiter
ach zunehmendem Kompetenzgerangel zwischen dem Stifter und dem Anstaltsleiter beleidigt zunächst Louis Schlutter im Mai 1901 vor versammeltem Personal den Anstaltsleiter Dr. Clemens Weisker, bevor er ihm ohne statutengemäßer Vollmacht am 31.08. zum Jahresende 1901 kündigte. Ebenfalls rechtswidrig schloss sich die Krankenhaus-Kommission der Kündigung an. Weisker klagt dagegen, schlug wie die Kommission einen Kompromissvorschlag aus und begehrte stattdessen eine Abstandssumme in Höhe von 80.000 Mark oder als Sicherheit eine lebenslängliche Jahresrente in Höhe von 4.000 Mark. In einem gerichtlichen Vergleich erhielt der erste Leiter der Anstalt er Anfang 1906 lediglich eine Abfindung in Höhe von 25.000 Mark.
15.09.1901 Alfred Böttcher geboren
eboren wurde Alfred Böttcher in Kleinbernsdorf bei Gera. In der Zeit der NS-Diktatur war ein Mitläufer, angepasst an die Verhältnisse und als Bürgermeister von Röppisch auch Mitglied der NSDAP, wie so viele. Als die amerikanischen Truppen auf dem Vormarsch und der Krieg damit endgültig verloren war, wollte er in seinem Dorf ein weiteres Blutvergießen verhindern und hisste am 13. April 1945 gut sichtbar eine weiße Fahne. Vor den US-Truppen sahen das zwei SS-Leute, holten ihn aus seinem Haus und schossen ihm mit ihren Gewehren vor dem eigenen Tor in den Bauch. Eine standrechtliche Erschießung. Schwer verletzt brachte man den mutigen Bürgermeister ins Waldkrankenhaus, wo er allerdings noch am Abend des Tages an dem Bauchdurchschuss verstarb.
1903 Ein neuer Operationsaal im Krankenhaus
as "Allgemeine Städtische Krankenhaus", später das Fritz Koch Heim, bekam einen neuen Operationsaal. Dr. Hermann Schomburg, seit 1901 der Leiter der Klinik, hatte schon zu Beginn seiner Amtszeit für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen gekämpft. Die Industrialisierung, die Dampfmaschinen und die neuen mechanischen Webstühle hatten zu teils arbeitsbedingte schwere Verletzungen hervor gebracht. Diese waren im alten OP-Saal so nicht mehr behandelbar.
10.06.1903 Erich Drechsler geboren
rich Drechsler war ein deutscher Maler und Grafiker, Nervenarzt und Direktor eines Psychiatrischen Krankenhauses und Gewerkschaftsfunktionär. Er wurde in einer sozialdemokratischen Arbeiterfamilie geboren. Sein Vater Hermann Drechsler war gelernter Weber, später Redakteur einer Arbeiterzeitung und Landrat mit dem Mandat der USPD. Drechsler absolvierte nach dem Besuch der Volksschule eine Lehre als Dekorationsmaler. Von 1919 bis 1921 studierte er Malerei und Grafik in Dresden und betätigte sich in den folgenden Jahren freischaffend. Von 1931 bis 1936 studierte er in Jena Medizin, promovierte 1937 zum Doktor der Medizin und war bis 1945 Assistenzarzt an der Universitäts-Nervenklinik. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war er für zwei Jahre Sanitätssoldat der Wehrmacht in Erfurt und Kassel. Sein politisches Engagement begann 1917 mit dem Beitritt zur Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), es folgte 1924 die Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).1945 ging er gleich seinem Vater in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und wurde 1946 durch die Zwangsvereinigung von SPD und KPD Mitglied der SED. Von Juli 1945 bis Mai 1946 war er Leiter des Landesgesundheitsamtes und in der Hauptabteilung Gesundheit im Thüringer Innenministerium. 1947 wurde er Minister für Arbeit. Vom Mai 1949 bis April 1974 war er Leiter bzw. Ärztlicher Direktor des Fachkrankenhauses für Neurologie und Psychiatrie Stadtroda. Seine gesellschaftliche Tätigkeit erstreckten sich von 1954 bis 1958 als Mitglied der SED-Kreisleitung Stadtroda und in den 1960er Jahren als Mitglied des FDGB-Bundesvorstands. Er verstarb am 21. November 1979 in Gera und wurde auf dem Ostfriedhof von Gera begraben.
1905 Der Kampf um ein neues Krankenhaus
er Leiter des "alten" Krankenhaus, später Fritz Koch Heim, schrieb in diesem Jahr einen umfassenden Brief an den Geraer Stadtrat. Darin legte Dr. Hermann Schomburg deutlich nahe, warum die Stadt Gera auf den Bau eines neuen Krankenhauses nicht verzichten durfte. Neben den medizinischen Aspekten wies er auf die ungünstige Lage der Klinik, mittlerweile mitten in der Stadt, hin. Die Rauchbelastung für die Patienten sei unzumutbar, da das Industriegebiet mit Webereien, Färbereien und Maschinenbaufabriken direkt unterhalb des Krankenhauses lag. Die Diät-Nahrung konnte auch nicht eingehalten werden, weil des Nächtens durch die niedrig liegenden Erdgeschossfenster zum Beispiel Fettbemmen und Bier aus den in der Nachbarschaft befindlichen Höhler in die Krankenstuben gereicht würden.

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18.01.2015
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