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Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
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1899 Ernst Heyer geboren
rnst Heyer, Sohn eines Maurers, wurde kurz vor der Jahrhundertwende in Gera-Zwötzen geboren. In den Jahren von 1913 bis 1916 absolvierte er eine Lehre als Eisendreher und trat mit Lehrabschluss in die Gewerkschaft ein. Im Jahr 1920 wurde er Mitglied der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und ab 1922 wechselte er zur SPD. In den Jahren 1926 bis 1934 war er mit einem Kleinhandelsgeschäft selbstständig. Von 1928 bis 1933 war er Mitglied der Geraer SPD-Stadtratsfraktion, die mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und Walter Kießling als Geraer Oberbürgermeister, aus dem Rathaus gedrängt wurde. Im August 1934 erfolgte seine Verhaftung und die Zeit bis zum November des Jahres verbrachte er im KZ Bad Sulza. Zwischen November 1934 und März 1935 saß Ernst Heyer in Untersuchungshaft und wurde im April 1935 vom Oberlandsgericht in Jena wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu 2 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Jahre von 1935 bis 1937 verbrachte er im Gefängnis in Ichtershausen. Schon im August 1944 kam es erneut zur Festnahme, diesmal im Rahmen der Aktion "Gitter", was für ihn die Deportation nach Buchenwald bedeutete, wo er zwischen August 1944 und April 1945 gefangen war. Registriert war er mit der Häftlingsnummer 81619, im Block 39, dem Arbeitskommando Dreherei. Nur wenige Tage vor Kriegsende, im April 1945, wurde er im KZ Buchenwald Mitglied der KPD und im Mai 1945 konnte er nach Gera zurückkehren, wo er zugleich in der Stadtveraltung in der Fürsorgestelle der Opfer des Faschismus tätig wurde. Im Juni 1945 berief man ihn zum Leiter des Sozialamtes der Stadt Gera, später wurde er Mitglied des Stadtrates und ehrenamtlicher Mitarbeiter der VdN-Kreiskommission. Ernst Heyer verstarb im Jahr 1989 in Gera.
1933 Widerstand in Gera
ine wichtige Form der Resistenz (des Widerstandes) in Gera war in den ersten Jahren der NS-Diktatur die massenhafte Nichtteilnahme nazikritischer Arbeiter an den Veranstaltungen zum 1. Mai und die an anderen Stellen eingeführte Veranstaltung von Mai-Wanderungen, an denen sich jeweils Hunderte Personen beteiligten. Zu den politischen Aktionen der Geraer linkssozialistischen Gruppe gehörten die gelungene Sprengung einer städtischen DAF-Veranstaltung (DAF - Deutsche Arbeiter Front) im Herbst 1933 durch Rumoren und organisiertes Zwischenrufen, sowie die illegale Herausgabe der Zeitung "Der Marxist" in einer Auflage von 500 mal 10 bis 12 Seiten. Eine solche Organisation, die 1934 mindestens 500 und 1935 auf Fünfergruppenbasis immerhin noch etwa 300 wenigstens teilweise Eingeweihte kannte, konnte der Gestapo auf lange Sicht nicht verborgen bleiben. In zwei Aktionen 1934 und 1935 wurden unter anderem Jack Greidinger, Arthur Schöneburg, Karl Wetzel, Herbert Frister und Ernst Heyer verhaftet und nach einigen Monaten Schutzhaft wieder freigelassen, weil man ihnen nicht Konkretes nachweisen konnte. Die Gestapo aber ahnte nicht, wie nahe sie wirklich dem Kern der Organisation gekommen war. Nun wurde freilich der Kreis der Widerständler kleiner und die Aktionen vorsichtiger, im Jahr 1939 erfolgte dennoch eine weitere Verhaftungswelle mit schlimmen Folgen für die Beteiligten, die aber nicht zur Aufdeckung der gesamten Organisation führte. Im Jahr 1940 trat auf Grund der Einberufungen zur Wehrmacht eine logische Drosselung der Aktivitäten ein. (Quelle: Ein rot-roter Sonderweg?: Sozialdemokraten und Kommunisten in Thüringen 1919 bis 1949.)
27.04.1933 Aus der Geraer Presse
n den "Geraer Nachrichten" stand. "Die SPD benennt ihre neuen Stadratsmitglieder: Robert Giebler, Ernst Heyer, Gustav Müller, Walter Schack, Karl Wetzel, Herbert Frister, Maria Trögel, Erich Dietsch, Fritz Roth, Erich Jähnert und Hans Pfaffrath". Die deutsche Volkspartei verzichtete auf ihren Kandidaten. Zwei Tage später wurde in Gera von der Verhaftung von Robert Giebler berichtet, weil er eine Agitationsschrift für die SPD verbreitet hatte.
08.05.1933 Aus einer Geraer Stadtratssitzung
ort erklärte der SPD-Abgeordnete, Stadtrat und Fraktionsvorsitzende Ernst Heyer : "Wir geben uns keinen Täuschungen über die gegenwärtigen politischen Machtverhältnisse und über die Möglichkeiten unseres Wirkens in politischen Körperschaften hin. Wir lehnen sie ab und bekennen uns ausdrücklich zu unserer sozialdemokratischen Überzeugung. Auch äußerer Druck vermag uns dahin nicht wankend zu machen. Auf uns wirken nur bessere Argumente und bessere Leistungen. Wir werden beides abwarten."
26.02.1935 Anklage gegen Geraer SPD-Mitglieder in Jena
n diesem Tag erhob der Generalstaatsanwalt beim Gemeinschaftlichen Thüringischen Oberlandesgericht Jena (Aktenzeichen Ojs.1/35) Anklage gegen die Geraer SPD-Mitglieder Jakob Greidinger, Arthur Schöneburg, Ernst Heyer, Hans Hellmich, Ella Breitfeld und Erna Kalwach. Grund der Anklage war unter anderem: "...Die Beschuldigten beteiligten sich an den Unternehmen, die verbotene Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) unter den Decknamen "Neu Beginnen" im Gebiet des Reiches wieder aufzubauen..."
04.04.1935 Verurteilt wegen Hochverrates
nde Februar 1935 hatte der Oberstaatsanwalt aus Jena Anklage gegen zahlreiche Mitglieder der inzwischen verbotenen SPD erhoben und sie der illegalen Tätigkeit zum Nachteil des Deutschen Reiches beschuldigt. An diesem Tag ergingen die Urteile. Jakob Greidinger erhielt 4 Jahre Gefängnis, Arthur Schöneburg 3 Jahre, Ernst Heyer 2 Jahre und 6 Monate und Erna Kallwach wurde frei gesprochen. Die Urteilssprüche gegen Hans Hellmich und Ella Breitfeld wurden nicht überliefert.
22.08.1944 Verhaftungen in Gera nach dem Attentat
ach dem missglückten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wurden in Gera im Rahmen der Aktion "Gewitter" folgende Personen von den Machthabern in Haft genommen. Dr. Arno Barth, Hermann Drechsler, Ernst Heyer, Rudolf Jungmann, Fritz Roth, Walter Schmidt, Anna Schneider, Maria Trögel und Paul Wetzel von der SPD; Willy Bröter, Arno Freitag, Fritz Gießner, Walter Karthe, Helene Keiling und Matthias Zanker von der KPD. Die Männer wurden in das Konzentrationslager Buchenwald und die Frauen in das Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt.

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18.01.2015
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