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1575 Ein zweiter Mühlgraben
n der Nähe des späteren Zwötzener Wasserwerkes befand sich im 16. Jahrhundert eine Schmelzhütte mit Pochwerk und Hammer zur Verarbeitung der gewonnenen Kupfererze. Und auch in Untermhaus existierte ein solches Hammerwerk, wie der Name "Am Kupferhammer" als Straßenbezeichnung verdeutlichte. Es lag aber am gegenüberliegenden Elsterufer oberhalb der Cubabrücke zwischen der Uferstraße und der Kantstraße, wo der Mühlgraben am weitesten von der Elster entfernt war. Um nun den Betrieb der wichtigen Cubamühle dort nicht zu stören, wurde der Kupferschmied Hans Kleindienst im Jahr 1575 verpflichtet, einen eigenen Wassergraben, sozusagen als zweiten Mühlgraben, aus der Elster für sich abzuleiten. Wie lange dieser "Kupferhammer" existierte ist nicht mehr nachzuvollziehen. Wahrscheinlich ist aber, dass das Hammerwerk mit dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zum Erliegen kam.
23.04.1575 Ein Lehnbrief von Heinrich dem Jüngeren
er "Kupferhammer" in Untermhaus war bereits 1522 vom Kupferschmied Torsche an den Wollhändler Schollenreuther verpfändet worden. In einem Lehnbrief von 1575 erhielt ein Hans Kleindienst die Genehmigung für eine Kupferschmiede.
Zusatzinformationen
1738 Die Geschichte des Mühlgrabens
er Mühlgraben war über viele Jahrhunderte die Lebensader von Gera. Seit Urzeiten wurde er zu Wasserversorgung und Fischfang, aber auch als Bade- und Waschgelegenheit genutzt. Im Mittelalter war unweit des Badertores eine offizielle Badestelle ausgewiesen. Die ersten Mühlen entstanden kurz nach der ersten Jahrtausendwende. Von den drei Amtsmühlen Angermühle, Klotzmühle und Hausmühle wurden die beiden letzteren 1360 urkundlich erwähnt. Die herrschaftliche Walkmühle wurde von Tuch- und Zeugmachern genutzt und erbrachte der Herrschaft 1738 einen Pachtzins von 360 Gulden. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) beschwert sich nach einer Übernachtung im Hotel "Grüner Baum" am 18. August 1813 in seinem Tagebuch, dass ihn das Hämmern in der Walkmühle um den Schlaf gebracht hat. Auch die Cubamühle entstand vor 1500. Durch die 1766 erbaute Wasserkunst in der Nähe der späteren Himmelsleiter wurde mit Hilfe der Wasserkraft Wasser auf den Geiersberg gepumpt, von wo es vermengt mit Quellwasser in die Stadt als Trinkwasser und Brauwasser für die zahlreichen Brauereien geleitet wurde. Der Kupferschmied Hans Kleindienst wollte am Mühlgraben eine Hammermühle zur Metallbearbeitung errichten. Dies wurde ihm jedoch verwehrt, und er wurde 1575 verpflichtet, am anderen Elsterufer einen zweiten Mühlgraben zu errichten, um diese Mühle zu betreiben. Wahrscheinlich im Dreißigjährigen Krieg verschwand diese Mühle, aber die Straße "Am Kupferhammer" weist noch in der Neuzeit auf deren frühere Existenz hin. Alle genannten Wassermühlen am Mühlgraben hatten unterschlächtige Wasserräder. Die durch Nikolaus de Smit und Balduin Konrad begründete Geraer Textilindustrie nutzte das Wasser des Mühlgrabens zum Färben, Waschen, Spülen und Walken ihrer Erzeugnisse. Auch Gerbereien siedelten sich am Mühlgraben an. So gab es 1609 31 Lohgerber. Straßennamen wie Färbergasse und Gerbergasse weisen auf die Ansiedlung dieser Gewerbe hin. 1679 wurde die Nutzung des Mühlgrabens durch landesherrschaftliche Verordnung, den sogenannten Mühlgrabenrezess, geregelt. Carl Louis Hirsch baute ab Mitte des 19. Jahrhunderts seine Großfärberei am Mühlgraben auf. Noch in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts war der Mühlgraben an manchen Tagen deutlich in den verschiedensten Farben zu erleben. Im 19. Jahrhundert wurde kurz vor der Mündung des Mühlgrabens eine Furnierschneidemühle errichtet, die jedoch 1911 abbrannte. Auch durch die Justiz wurde der Mühlgraben genutzt. In der Nähe der Färbergasse, die bezeichnenderweise vormals "Hinter dem Korbe" hieß, wurden Verurteilte nach Artikel 39 der Geraer Stadtstatuten von 1658 mit "Korbfallen" bestraft.
16.06.1925 Straßennamensgebung in Untermhaus
b der Schellingstraße hatte die an der Elster entlang führende Straße in der Siedlung Schaftwiesen an diesem Tag die Bezeichnung "Am Kupferhammer" erhalten. Bereits 1522 wurde am gegenüber liegenden Elsterufer eine Kupferschmiede erwähnt.
11.08.1934 Schutzhaft für einen Geraer
o wie im nachfolgenden Text dargestellt, wurden Gegner des Nazi-Regimes in Schutzhaft genommen. "44. Schutzhaft für ein Mitglied der Widerstandsgruppe "Neu Beginnen" a. Verhängung von Schutzhaft durch die Gestapo Weimar (11. August 1934) An Herrn Artur Schöneburg Heizungsmonteur Gera Am Kupferhammer 69 Betr.: Schutzhaftbefehl. Wir verhängen hiermit über Sie die Schutzhaft mit Wirkung vom 9.8.34. Diese Maßnahme stützt sich auf § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28.2.33 -RGBL.I S.83- in Verbindung mit § 2 Abs.1 der Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über die Errichtung eines Geheimen Staatspolizeiamtes vom 14.12.33 -ges. S.S. 409-. Grund: Sie stehen im dringenden Verdacht, eine neue staats-feindliche, marxistische Organisation mit der Bezeichnung "Neu-Beginnen" gebildet und diese gefördert zu haben (Vergehen nach § 1 und 2 des Reichsgesetzes gegen die Neubildung von Parteien vom 14.7.33). Die Organisation "Neu-Beginnen" hat sich zum Ziel gesetzt, die II. Internationale von innen heraus zu reformieren und den in Prag -CSR- befindlichen Parteivorstand der SPD durch Mitglieder der Organisation "Neu-Beginnen" zu ersetzen. gez. (Unterschrift)". Im nächsten Schreiben kam die "Bestätigung des Schutzhaftbefehls durch das Thüringische Ministerium des Innern und Anweisung an das Polizeipräsidium Gera zur Überstellung des Verhafteten in ein Konzentrationslager (16. August 1934) Schutzhaftsache! Ablauf der Haftfrist 17.August 1934 Betr.: Schutzhaft Person: Artur Schöneburg aus Gera. In Schutzhaft seit: 9.August 1934. Untergebracht im: Bezirksgefängnis in Gera. Anordnung des Geh. Staatspolizeiamts vom 11.August 1934. Das Geh. Staatspolizeiamt in Weimar hat nach § 2 Abs. 1. der Ausführungsverordnung zum Gesetz über die Errichtung des Geheimen Staatspolizeiamts vom 14.Dezember 1933 - Ges.S.S.409- in der Fassung der Verordnung vom 28.5.1934 die Schutzhaft verhängt. Der Schutzhaftbefehl wird von uns bestätigt und auf Grund des § 1 der Durchführungsverordnung vom 1.3.1933 zur Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28.2.1933 -Ges.S.S.29- die weitere Schutzhaft angeordnet. Auf die Begründung des Schutzhaftbefehls durch das Geheime Staatspolizeiamt nehmen wir Bezug. Diese Anordnung ist dem Häftling sofort schriftlich zu eröffnen, eine Abschrift dieser Anordnung liegt dazu bei. Schöneburg ist am 21.August 1934 durch einen Polizeibeamten in das Konzentrationslager in Bad Sulza zu überführen. Die Einlieferung im Konzentrationslager muss bis 7 Uhr abends erfolgt sein. Die Kosten des Transports fallen der örtlichen Polizeibehörde zur Last (§ 2 II LVO). Für den Häftling sind Transportkosten nur dann zu zahlen, wenn er hierfür nicht selbst aufkommen kann. I.A. gez. Haueisen" (Quelle: ThHStAW, SED LV Thüringen, AIV/2/5-145)
29.05.1939 Die Elsa Brandström Straße
ie Straße am Kupferhammer in Untermhaus wurde nach der schwedischen Philanthropin Elsa Brandström (26.03.1888-04.03.1949) benannt. Sie hatte als Delegierte des schwedischen Roten Kreuzes von 1914-1920 mit großer Aufopferung für das Wohl der deutschen Kriegsgefangenen in Sibirien, Moskau und Petersburg gearbeitet. Man nannte sie dort auch "Engel von Sibirien". Nach der Hochzeit mit dem Sozialisten und Gegner des NS-Regimes, Robert Uhlig, war das Ehepaar 1935 mit der 3-jährigen Tochter nach Amerika ausgewandert, wo sie 1949 auch verstarb.
12.10.1944 Die Siedlung am Kupferhammer, Hauptweg
n diesem Tag, noch im Verlaufe des Zweiten Weltkrieges, wurden die vorläufigen Straßennamen der Behelfsheim-Siedlung auf den Schafwiesen, welche nördlich angrenzend an die bestehende Siedlung errichtet worden war, fest gelegt. Als "Hauptweg" wurde der mit der Straße "Am Kupferhammer" gleichlaufende Weg bezeichnet, die von ihm abgehenden Seitenwege wurden als Wohnwege 1 bis 5 benannt. Erst 1955 erhielten diese Wege ihre endgültigen Namen.
06.04.1945 Vergessene Straßennamen in Gera
n diesem Tag waren die Wege in der Behelfsheim-Siedlung "Kleine Aue", später "Am Mühlgraben", in Amsel-, Drossel-, Finken- und Starenweg benannt worden. Auf Grund des schweren Luftangriffs an diesem Tag auf die Stadt durch alliierte Bomber und die entstandenen Nachkriegswirren war diese Benennung in Vergessenheit geraten. Die Straßen der Siedlung "Am Kupferhammer" in Untermhaus bekamen nun ab 1955 die Vogelnamen.
30.06.1955 Die Straßennamen am Kupferhammer
chon zu Ende des Zweiten Weltkrieges waren vorläufige Namen für die Wohnstraßen "Am Kupferhammer" fest gelegt. Die Siedlung an den Schafwiesen hatte einen Hauptweg bekommen, der in diesem Jahr nun den Namen "Elsterweg" bekam. Die anderen Wohnwege erhielten in der Folgezeit alle Vogelnamen, was der Gegend den Volksnamen "Vogelsiedlung" bescherte.

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18.01.2015
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