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24.12.1892 Peter Boll geboren
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          Straßenbahn -einst und jetzt

 

          Ein ruhmgekrönter Veteran,

          ist unsre Gersche Straßenbahn.

          Im Jahre, als ich kam zur Welt,

          da wurde sie in Dienst gestellt.

          Und deshalb stimmt`s mich immer weich,

          daß wir im Alter beide gleich.

          Wer heute nur zwei Groschen hat.

          Fährt rund um unsere ganze Stadt.

          Doch früher nur nach freier Wahl

          gen Pöppe`n, Debschwitz, Lindenthal.

          Jetzt fährt man äußerst angenehm.

          Doch damals ziemlich unbequem.

          Man raste nicht und hatte Zeit.

          Das ,,Dembo" hieß Gemütlichkeit.

          Der Schaffner war auch Konduktör

          und nebenbei noch Kontrollör.

          Ein Glasgehäus hing an der Wand.

          In dem die Kasse sich befand.

          Dort warf man durch den Schlitz hinein,

          die Münze und den Kinderschein.

          Den Riß man Zuckerwürfelgroß,

          vom rosa Wachstuchbogen los.

          Der Fahrer prüfte nur mit Blick,

          die Fahrgastzahl das Münzenstück.

          Und leerte dann durch Fingerdruck,

          das Glasgefäß mit einem Ruck,

          worauf der Glockenschlag erklang,

          der Donnergleich in`s innere drang.

          Wenn man im Sommerwagen fuhr,

          genoß man offen die Natur,

          das war besonders interessant,

          wenn man vor Bahnhofsschranken stand.

          Jetzt gibt`s das alles längst nicht mehr

          im acht-min-Rundverkehr.

          Saust man im Luxusgleiter hin.,

          Da liegt auch gersche Musike drin.

          Der Fortschritt ist kein leerer Wahn,

          das gilt auch für die Straßenbahn !!!!

                        

          Von  Peter Boll

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18.01.2015
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