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1238 Thränitz wurde erwähnt
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Im Jahr 1533 wurde es als Thrainitz, 1534 als Dreynitz beurkundet. 1530 findet sich in einer alten Prozessakte folgender Vermerk: ”Zins und Frohne im Dorfe Thrainitz haben von alders geyn Lubschwitz (Liebschwitz) gehört und folgend geyn Kaym (Kaimberg) gezogen.“ D. h. Thränitz war dem Rittergut Kaimberg lehnspflichtig. Um 1560 begannen einige Thränitzer und Grobsdorfer Bauern, ihrem Lehnsherrn den Frondienst zu verweigern, woraufhin es 1562 zum großen Froneprozess mit 24 einzelnen Klagschriften kommt; viel erreichten sie jedoch nicht. Zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gehörig war das Kirchspiel Thränitz über die Jahrhunderte Mutterkirche für die umliegenden Gemeinden Kaimberg, Pforten, Gessen (bis 1848), Collis, Zschippern (beide Herrschaft Reuß jüngere Linie), Grobsdorf (je zur Hälfte dem Königreich Sachsen und dem Herzogtum Altenburg angehörig) sowie ab 1928 Poris-Lengefeld. Dass Bier ein Grundnahrungsmittel dieser Gegend ist, zeigt das Kircheninventarium von 1574, hier ist u. a. aufgeführt „eyn braupfan darauf man sechs scheffel weidisch mas brauen kann ...“ Thränitz war einer der ältesten Schulorte der Gegend, sie hat schon lange vor der Reformationszeit bestanden. 1794 wird sie beschrieben als gänzlich neu ausgeführt, auf 500 Gulden versichert, mit Stroh gedeckt, die Esse aus gebrannten Ziegeln. Der Siebenjährige Krieg von 1756–1763 verlangte der Gemeinde Thränitz 1000 Taler Kontributionsgeld an die Preußen ab. Im 18. Jahrhundert fand für einige Jahre die Cruciger Bande, eine aus dem Raum Wurzen stammende Räuberbande, die ihre Diebeswaren bevorzugt auf dem Markt in Weida veräußerten, Unterschlupf in Thränitz. Den sie beherbergenden Bauern ist dies teuer zu stehen bekommen. Im Zuge der Gemeindestrukturreform in Thüringen erfolgte am 1. Juli 1994 die Eingemeindung in die Stadt Gera. 2003/04 konnte der nicht mehr genutzte Garagentrakt der MTS in viel Eigenleistung, mit Sach- und Geldspenden aus dem Ort sowie aus Mitteln der Stadt Gera zu einem kleinen Gemeindezentrum und Feuerwehrheim umgebaut werden.

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18.01.2015
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