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28.02.1978 Rudolf Paul verstorben
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Am 7. Mai 1945 wurde Paul vom amerikanischen Stadtkommandanten und Militär-Gouverneur zum Geraer Oberbürgermeister ernannt, zusätzlich wurden ihm alle Behörden unterstellt. Bis zum Juli 1945 wirkte er maßgeblich an der Neuordnung der Stadt Gera mit. Für kurze Zeit fungierte er auch als stellvertretender Vorsitzender der noch nicht wieder zugelassenen DDP im „Thüringen-Ausschuss“, dem vorparlamentarischen Beratungs- und Kontrollgremium unter US-amerikanischer Besatzung. Am 16. Juli 1945 wurde er nach der kurzen Amtszeit von Hermann Brill in der nunmehrigen Sowjetischen Besatzungszone zum Landespräsidenten des Landes Thüringen gewählt und am 14. August 1945 auf Befehl von Marschall Schukow zum Ministerpräsidenten ernannt. Profilierte Mitglieder dieses provisorischen Kabinetts waren der altkommunistische KPD/SED-Politiker Ernst Busse, 1. Vizepräsident und zuständig für Polizei, Bodenreform und Entnazifizierung, sowie der CDU-Politiker Hans Lukaschek, 3. Vizepräsident und Chef des Landesamtes für Land- und Forstwirtschaft. Lukaschek ersetzte Max Kolter von der CDU, der als Gegner der Bodenreform durch die SMAD abgesetzt, verhaftet und in Haft umgebracht wurde. Paul war ein überzeugter Befürworter der so genannten Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone. Nach seiner Überzeugung durfte angesichts der ungleich verteilten Kriegsschäden in Deutschland durch Bombenkrieg, Vertreibung usw. das zufällig erhalten gebliebene Privateigentum nicht unantastbar sein. In diesem Sinne verfügte er Ende 1946 auch eine für die gesamte SBZ beispielgebende sozialpolitische Gesetzgebung für Vertriebene (in der SBZ Umsiedler genannt) zur Umverteilung überschüssigen Hausrats und zur Verpachtung von Gartenparzellen. Deren Erfolge blieben jedoch aufgrund der Widerstände in der alteingesessenen Bevölkerung begrenzt. 1946 erreichte Paul bei der Sowjetischen Militäradministration die Rückgabe der Bestände des Nietzsche-Archivs, die bereits verpackt und für den Abtransport vorbereitet waren. Rudolf Paul bekannte sich zur neu formierten Demokratischen Partei Thüringens (der späteren LDP) ohne ihr offiziell beizutreten.  Auf ihrem Thüringer Gründungsparteitag im April 1946 trat Paul der SED bei, um sich parteipolitisch besser abzusichern. Bei der Landtagswahl 1946 wurde er für die SED in den Thüringer Landtag gewählt. Von den Altkommunisten in der SED beargwöhnt, war er jedoch weiterhin maßgeblich vom Vertrauen der sowjetischen Besatzungsmacht abhängig. Nach Konstituierung des im Herbst 1946 gewählten neuen Thüringer Landtages wurde er im Januar 1947 zum Ministerpräsidenten des Landes Thüringen gewählt, erhielt jedoch im April 1947 mit dem SED-Landesvorsitzenden Werner Eggerath einen altkommunistischen Stellvertreter und „Aufpasser“. Sein Handlungsspielraum wurde in der Folgezeit immer mehr eingeschränkt. Im Juni 1947 nahm Paul an der vielbeachteten Konferenz der Länder-Ministerpräsidenten aus allen vier Besatzungszonen in München teil, die jedoch scheiterte. Am 1. September 1947 flüchtete er über Berlin-West in die amerikanische Besatzungszone, seines Amtes wurde er offiziell am 9. Oktober 1947 enthoben und durch Eggerath ersetzt. Er war über 30 Jahre lang als Rechtsanwalt in Frankfurt am Main tätig und Mitbegründer der bedeutenden Anwaltskanzlei Knauthe-Paul-Schmitt. Er verstarb am 28. Februar 1978 in Frankfurt am Main.

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18.01.2015
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