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10.08.1900 Hans Otto geboren
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In der Reichshauptstadt Berlin hatte er Engagements am Lessing-Theater, am Deutschen Schauspielhaus und zuletzt im Jahre 1930 am Staatstheater am Gendarmenmarkt. Er galt als Idealbesetzung für jugendliche Helden und Liebhaber. Die ihm angebotene Mitarbeit im Film Fridericus Rex lehnte er aus politischen Gründen ab. Einer der wenigen Filme, in denen er mitwirkte, war "Das gestohlene Gesicht" aus dem Jahr 1930, in dem er unter der Regie von Erich Schmidt die Hauptrolle spielte. 1930 wurde er Vorsitzender der Berliner Sektion des Arbeiter-Theater-Bundes und Vertrauensmann der Gewerkschaft der Deutschen Bühnenangehörigen (GDBA). Am Berliner Staatstheater spielte er in der Premiere von Faust II (21. Januar 1933) zusammen mit Gustaf Gründgens und Werner Krauß. Im Februar 1933 wurde Otto nach den Vorgaben der NS-Kulturpolitik gekündigt. Seine letzte Vorstellung gab er am 23. Mai 1933. Seit 1924 Mitglied der KPD, zog er sich bald darauf in die illegale politische Tätigkeit zurück. Ein Angebot von Max Reinhardt, nach Wien zu wechseln, hatte er nicht angenommen. Am 14. November 1933 war er wegen seiner kommunistischen Haltung verhaftet und während eines Verhörs schwer misshandelt worden. Nach dem Krieg hat Werner Hinze, der mit ihm die Haft hatte antreten müssen, die letzten Tage in der Gewalt der Nationalsozialisten und das Leiden von Hans Otto in dieser Zeit detailliert beschrieben. Hans Otto wurde in einem Restaurant am Viktoria-Luise-Platz in Berlin von der SA festgenommen und unmittelbar danach in das Lokal Café Komet in Stralau-Rummelsburg verschleppt und dort erstmals brutal misshandelt. Danach erfolgte der Transport nach Köpenick, wo sich weitere Verhaftete befanden. Otto hat trotz seiner eigenen Wunden Mithäftlingen Trost und Zuspruch gespendet. Anschließend wurde er in ein SA-Quartier in die Möllendorffstraße verschleppt und von dort in das Gestapo-Hauptquartier in der Prinz-Albrecht-Straße 8 verbracht. Die letzte Station seines Leidens spielte sich in der Voßstraße ab, wo sich eine SA-Kaserne befand. Hier stürzte man ihn nach einem Verhör aus dem dritten Stockwerk, wobei ein Selbstmord vorgetäuscht werden sollte. Am 24. November 1933 starb er in einem Berliner Krankenhaus an seinen Verletzungen. Joseph Goebbels verbot die Bekanntgabe seines Todes und die Teilnahme am Begräbnis, das von Gustaf Gründgens bezahlt wurde. Hans Otto wurde auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf beigesetzt.
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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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