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05.10.1984 Marlies Göhr und der DDR-Sport
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So musste sich Marlies Göhr in der "Volkswacht" in Gera am 5. Oktober 1984 äußern.

Olympische Idee wird in der DDR verwirklicht.


"35 Jahre DDR, das sind auch 35 Jahr Förderung von Körperkultur und Sport. Die olympischen Ideale und der Sozialismus gehören fest zusammen, wie Genosse Erich Honecker in seiner Rede auf der Auszeichnungsveranstaltung für erfolgreiche Sportler sagte. Während in Ländern des Kapitals der Sport kommerziell missbraucht wird, und wie es sich im Zusammenhang mit den olympischen Spielen in Los Angeles so deutlich zeigte, die Olympische Charta mit Füßen getreten, der olympische Geist der Freundschaft, des Friedens und der Völkerverständigung missachtet werden, wird in unserem Staat die olympische Idee verwirklicht. Unsere Sportstätten stehen allen offen. Jahr für Jahr nutzen Hunderttausende sportbegeisterte Bürger die ihnen angebotenen Möglichkeiten zur aktiven Erholung; der Sport der jungen Generation dokumentiert sich eindrucksvoll in der Spartakiadebewegung, und im Bereich des Leistungssports können sich alle Talente des Volkes entfalten.

Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Auch mein sportlicher Weg begann mit der Spartakiade. Als damals 17-jährige feierte ich mit dem Sieg zur DDR-Spartakiade meinen ersten großen Erfolg. Dank der klugen Politik der Arbeiterklasse, die die Jugend fördert und ihr vertraut, konnte ich meine Entwicklung erfolgreich fortsetzen. Olympiasiege, Welt- und Europameistertitel für unsere Republik erkämpfen. Darüber hinaus habe ich die Möglichkeit, mich beruflich weiterzuentwickeln, zu studieren. Darin zeigt sich ein weiterer Vorzug der sozialistischen Gesellschaft: Sie bietet allen soziale Geborgenheit und eine sichere Perspektive. Deshalb sage ich am Vorabend des 35. Jahrestages unserer Republik. Für diese gute Politik zum Wohle des Volkes und zur Sicherung des Friedens lohnt es sich, täglich das Beste zu geben."


Anmerkung des Autors


Hier wurde nicht beabsichtigt Frau Marlies Göhr als Sympathisantin des DDR-Regimes darzustellen, sondern vielmehr versucht aufzuzeigen, wie die Verantwortlichen in der DDR die Sportler für ihre Politik instrumentalisierten. Das war allenfalls ein Lippenbekenntnis einer Sportlerin, die auch weiterhin die Welt bereisen wollte und nicht daran dachte, wegen der DDR ihre sportlichen Ambitionen aufzugeben. Ohne das eindeutige Bekenntnis zum Sozialismus war Sport in der Form und auf dem Niveau einer Maries Göhr undenkbar.


Mike Strunkowski für die Gera Chronik im Juli 2010.

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18.01.2015
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