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1447 Die wichtigste Erfindung des Jahrhunderts
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Johannes Gutenbergs bahnbrechende Erfindung

Johannes Gensfleisch zu Laden, genannt Gutenberg, erfand in Mainz den Buchdruck mit beweglichen Lettern (Buchstaben). Diese Erfindung ervolutionierte "buchstäblich" die Welt. Bücher und Flugschriften als Träger neuer Ideen in vielen Bereichen fanden künftig eine weite Verbreitung.

Die ersten Denkansätze

In den 30er Jahren des 15. Jahrhunderts lebte der noch unbekannte Patriziersohn Johannes Gutenberg, er benannte sich nach dem Erbhof seiner Mutter, dem "Gutenberghof", in Straßburg, wohin er sich nach Streitigkeiten um das Mitbestimmungsrecht zwischen den Mainzer Patriziern und der Handwerkszünften begeben hatte. Dort verdiente er zunächst sein Geld als Goldschmied, Steinpolierer, Spiegelmacher und Skriptor (Schreiber), als er in einem Verlag Bücher kopierte, was für diese Zeit durchaus gängig war.

Die ersten gedruckten Bücher

Bei dieser Tätigkeit begegnete er den ersten gedruckten Büchern, welche etwa zu dieser zeit aufkamen und Verbreitung fanden. Dabei handelte es sich noch um sogenannte Blockbücher, die von aufwendig gearbeiteten Holzschnitten wie von Stempeln auf das papier gedruckt wurden und meist Bilder mit wenigen spiegelbildlich geschnittenen Textzeilen enthielten.
Für die Herrstellung von Büchern mit rellativ viel Text erwies sich allerdings die alte Methode als zu aufwändig. Dieser Nachteil brachte Johannes Gutenberg auf den revolutionären Gedanken mit den beweglichen Lettern zu arbeiten. Aufgrund seiner großen technischen Kenntnisse entwarf er ein Verfahren, in dem er mit einer Legierung (einer Materialmischung verschiedener Metalle) aus blei, Zinn, Antimon und Wismut zu einem von ihm selbst konstruierten Handgießgerät stündlich mehr als 100 völlig gleiche, auswechselbare Metalltypen hergestellt werden konnten.

Die erste Druckerpresse von Gutenberg

Schon im Jahr 1437 gab Johannes Gutenberg seine erste Druckerpresse in Auftrag, die der Mainzer Drechsler Konrad Sasbach in Anlehnung an die Keltern der Mainzwinzer anfertigte. Johannes Gutenberg kaufte Blei, stellte Letterngießformen her und musste zu seinem Leidwesen große Schulden machen. Als er 1446 nach Mainz zurückkehrte, fand Johannes Gutenberg im Goldschmiedemeister Johann Fust einen Finanzier  für die Errichtung einer Druckerwerkstätte. Zu dieser Zeit war die Idee des Letterndrucks technisch breits ausgereift. Seit 1444 konnte Johannes Gutenberg mit stark verbesserter Druckerschwärze Papier auch zweiseitig bedrucken und etwa ein Jahr später arbeitete sein erstes Handgießinstrument für den Massenguss von Lettern, welches stündlich mehr als 100 Buchstaben lieferte. In seiner Mainzer Werkstatt schickte sich Johannes Gutenberg an, den etablierten Verlagen in staßburg und Mainz, in denen Skriptoren Tag und Nacht recht mühselig alte und neue Autoren verfielfältigten,im großen Stil Konkurrenz zu machen. In den Jahren 1450 bis 1455 druckte Johannes Gutenberg in seiner Heimatstadt mainz eine 1282 Seiten umfassende Bibel, welche als "Gutenbergbibel in die geschichte eingehen sollte. Um ein einheitliches Schriftbild präsentieren zu können, das den kostbaren Bilderhandschriften nicht nachstand, goss er für das nach ihm benannte Werk insgesamt 299 Buchstaben und Zeichen. Johann Fust zwang Gutenberg am 6. Dezember 1452 einen Vertrag auf, der diesen am Ende ruinierte. Als Gutenberg seine Bibelausgabe 1455 fertig gedruckt hatte, verklagte Fust ihn auf die sofortige Rückzahlung des Darlehens, und als Gutenberg nicht zahlen konnte, sprach ein Gericht seinen gesamten Besitz einschließlich der kompletten Bibelauflage dem Kläger zu. Gutenberg fand zwar einen neuen Finanzier und druckte noch einige Bücher, aber er starb am 3. Februar 1468 verarmt in Mainz.

Verrat in Mainz

Gutenbergs Mitarbeiter Peter Schöffer, der dem Geldgeber die Geheimnisse der Erfindung zugetragen hatte, gründete 1457 mit Johann Fust eine neue Druckerei, verbesserte die Drucktechnik und druckte in zwei weiteren Arbeitsschritten auch Verzierungen in roter und blauer Farbe ein. Ein anderer ehemaliger Mitarbeiter Gutenbergs, Albrecht Pfister, stellte 1461 in Bamberg erstmals einen illustrierten Buchdruck her. Und der Nürnberger Anton Koberger baute den größten Druckereibetrieb des 15. Jahrhunderts auf.

Die im 15. Jahrhundert gedruckten Bücher wurden seinerzeit als Inkunabeln oder Wiegendrucke bezeichnet.
 
So wirkte die neue Drucktechnik

Durch die revolutionäre neue Drucktechnik entfielen viele der in den Schreibstuben und klösterlichen Skriptorien bislang üblichen Arbeiten. Weil Papyrus und Pergament teuer waren zu dieser Zeit und aufwändig in der Herstellung, verwendete man Über Jahrhunderts hinweg alte Blätter und Papiere immer wieder, deren Schrift unter großen Mühen abgeschbt wurde, das sogenannte Palimpsest. Bücher mussten nun nicht mehr von Hand kopiert werden. kaum einer der europäischen Bibliotheken besaß vor Gutenberg mehr als 500 Werke. Diese waren wegen ihres immenzen Wertes oft mit Ketten an den Regalen befestigt worden, um sie vor Diebstahl zu bewahren.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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