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1364 Ein chirurgisches Standardwerk erschien
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Die "Chirurgia Magna"

Der päpstliche Leibarzt im französischen Avignon und bedeutendste Chirug des Mittelalters, Guy de Chauliac, vollendete 1364 sein Hauptwerk, als eine Zusammenfassung des chirurgischen Wissens seiner Zeit. Unter dem Titel "Chirurgia Magna" fand es für mehr als 200 Jahre als medizinisches Lehrbuch eine weite Verbreitung. Der aus der Auvergne (Frankreich) stammende Guy de Chauliac veröffentliche in dem Buch mehr als 3000 Zitate von etwa 100 Autoren, wobei er besonders die arabische Chirurgie des Albucasis geroße Beachtung schenkte. Er beschrieb Operationsmethoden und widmete sich der Behandlung von Schusswunden, welche nun als Folge von der Verwendung des Schießpulvers häufig entstanden. Als verhängnisvoll erwies sich allerdings die Polemik des Chriurgen gegen die antiseptische Wundbehandlung, denn er schrieb nach der alten Säftemethode dem Eiter noch eine reinigende Wirkung zu. Für ihn war das "Gleichgewicht der Säfte" wie Eiter, Blut, Schweiß und Gallensaft noch heilungsbestimmend. Daher sollte auch ein "Aderlass", bei dem der Patient so manches Mal so viel wertvolles Blut abgab dass er daran fast verstarb aber sicher nicht genaß, zu dieser Zeit noch für ein Gleichgewicht der Körpersäfte sorgen. Über die Funktion des Blutes als Nährstoff- und Sauerstofftransporteur wusste man noch nichts. Spätere Erkenntnisse diesbezüglich wurden als bahnbrechend eingestuft, was sie auch waren.
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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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