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1252 Folter wurde legitimes Rechtsmittel
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Wieso durfte gefoltert werden?

Papst Innozenz IX. erließ in einem Schreiben die Weisung, dass künftig bei kirchlichen Inquisitionsgerichten die Folter angewandt werden dürfe, um Aussagen die zur Verurteilung des "Täters" führten zu erzwingen. Meist wurden Menschen von der Inqisition "befragt", die nicht dem Kirchenwillen entsprachen, gegen die Bibelauslegung waren, den Glauben anders auslegten oder einen anderen Glauben hatten und wissenschaftliche Forschungen betrieben hatten, deren Ergebnis nicht mit der Kirchenlehre einhergingen.
Die sogenannte "peinliche Befragung", bei der den Angeklagten systematisch schwere körperliche Schmerzen zugefügt wurden, war bei weltlichen Gerichten schon vorher durchaus üblich, sie wurden allerdings in den meisten Fällen nur bei Menschen der sogenannten Unterschicht angewandt, da sie sich zum einen keine Verteidigung leisten konnten und den Folterern durch ihre niedere gesellschaftliche Stellung danach nicht auf Augenhöhe begegnen konnten. Sie konnten sich also weder davor noch danach wirksam wehren. Den potentiellen Folteropfern wurden zuvor die Instrumente der "Befragung" ausfürlich gezeigt und erklärt, um sie im gegebenen Fall vielleicht noch zu einem Geständnis zu bewegen,damit sie der Folter doch noch entgehen konnten.
Stauferkaiser Friedrich II. (1194-1250) hatte die Folter im Jahr 1232 in seiner Ketzeranordnung bereits als Mittel der Befragung zum Gesetz erklärt. Das die Kirche nun in eigener Regie foltern lassen konnte, gab ihr eine schreckliche Waffe in die Hand, die allzu oft Anwendung fand, oft auch nur dann, wenn die Kirche und ihre Vertreter unbedingt einen Schuldigen vorführen musste.
Wer seine "Vergehen" gestand wurde in der Regel verbrannt, viele sogenannte Ketzer oder Herätiker drohte lebenslange Kerkerhaft.
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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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