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27.05.1237 Elisabeth von Thüringen wurde eine Heilige
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Elisabeth von Thüringen

Elisabeth war die Tochter von König Andreas II. von Ungarn und Gertrud von Kärnten-Andechs-Meran. Im Geburtsjahr 1207 von Elisabeth fand der berühmte „Sänger­krieg” auf der Wartburg bei Eisenach statt. Dichtung und Legende erzählten von der Anwesenheit des zauberkun­digen Klingsor aus Ungarn und seinem prophetischen Hinweis auf die Königstoch­ter Elisabeth.

Die Anfänge im Leben von Elisabeth

Als Vierjährige wurde Elisabeth, unter Einfluss der politischen Interessen des Papstes Innozenz III., mit dem damals auch erst elf Jahre alten Thüringer Landgrafensohn Hermann verlobt und zur Erziehung in deutscher Umgebung und durch ihre Schwiegermutter Sophie nach Thüringen geschickt. Als Vorbild diente dabei Hedwig von Schlesien, die Schwester ihrer Mutter. Doch Hermann starb 1216, ein Jahr darauf auch sein Vater und als Herrscher stand nun der jüngere Ludwig an, der, nachdem er volljährig geworden war, 1218 als Ludwig IV. Landgraf wurde. Elisabeth, die am Hofe durch Frömmigkeit, Schönheit und Sittsamkeit aufgefallen war, aber nun ohne Gemahl dastand, sollte nach Ungarn zurückgeschickt werden. Inzwischen hatte sich Ludwig allerdings in sie verliebt und im Jahr 1221, Elisabeth war gerade 14 Jahre alt und für diese Zeit im heiratsfähigen Alter, wurde die Hochzeit gefeiert.

Die Ehe von Elisabeth

Es kam zu einer glücklichen Ehe, aus der schnell drei Kinder hervorgingen. Als jüngstes Kind kam ihre Tochter Gertrude zur Welt. Als im Jahr 1225 die ersten Franziskaner nach Eisenach kamen, übte deren Ideal befreiender Besitzlosigkeit großen Einfluss auf Elisabeth aus. Sie kümmerte sich um Bedürftige und besuchte die Armen­vier­tel. Dies wurde trotz der Unterstützung, die Elisabeth von ihrem Mann erhielt, von der Familie mehr als skeptisch betrachtet. Ausführlich berich­ten die Legenden, wie sie unerschüttert den Verleumdun­gen und Vorwürfen ihrer Umgebung standhielt.

Die ersten "Wunder" der Elisabeth

Immer wieder werden wunder­same Ereignisse berichtet, die auf Elisabeth zurückgeführt wurden. Der Aussätzige, den sie zur Pflege in ihr Bett hat legen lassen, wurde aufgedeckt, aber statt Elisa­beth zu ertappen wurde das Bild des Gekreuzigten Christus gesehen. Als sie im Hungerjahr 1226 alles verfügbare Korn austeilen ließ und auch Geld aus der Staatskasse zur Hilfe verwandte, wurden heftige Vorwürfe erhoben, da bedeckte sich plötzlich der Boden des Saales mit Korn, so die Legende und Korn füllte alle Kammern. Als sie bei der festlichen Ankunft des Kaisers Friedrich II. kein Gewand mehr in der Truhe fand, überkleidete sie ein Engel mit Glanz und Schmuck, worauf sie fürstlicher als je im Saal erschienen sein soll.
Das „Rosenwunder” ist weder in der Lebensbeschreibung noch in den großen Legendensammlungen verzeichnet. Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, trat seiner Frau, die mit einem mit Brot gefüllten Deckelkorb die Burg herab stieg, mit der Frage entgegen: „Was trägst du da?”, sie deckte den Korb auf, sah aber nichts als Rosen.
Ihr Mann Ludwig trat dem Deutschen Orden bei und empfing von Konrad von Hildesheim das Kreuz, um am 5. Kreuzzug teilzu­neh­men. Er erkrankte dabei im italienischen Brindisi, wur­de, schon eingeschifft, in Otranto wieder an Land gebracht und starb dort an einer Seuche. Die Legende berichtet aber auch von einem verderb­lichen Trank, den er mit der Kaiserin Jolanthe getrunken habe, denn auch sie starb. Elisabeth war tief traurig: „Mit ihm ist mir die Welt gestorben”.
Nach dem Tod ihres Mannes wurde Elisabeth mit ihren drei Kindern von ihrem Schwager Heinrich Raspe von der Wartburg vertrieben mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder für Almosen. In Eisenach fand sie keine Unterkunft, habe zunächst in einem Schweinestall gehaust. Bei ihrem Onkel mütter­licherseits, dem Bischof von Bamberg, fand Elisabeth dann mit ihren drei Kindern Aufnahme: er wollte sie wieder vermählen, aber Elisabeth lehnte selbst die Werbung von Kaiser Friedrich ab. Rückkehrende Kreuzfahrer brachten ihr Ring und Gebeine Ludwigs; nach seiner feierlicher Bestattung musste man ihr auf Betreiben von Papst Gregor IX. ihr Witwengut herausgegeben. Legendär wurde, dass Papst Gregor IX., auf Franziskus' ausdrücklichen Wunsch, diesem den Mantel von den Schultern nahm und ihn Elisabeth zusandte.
1229 zog Elisabeth an den Wohnort ihres Seelenführers und Beichtvaters, des Prämonstratensers Konrad von Marburg. Dieser strenge, asketische Mann wollte „die Heilige zu einer Heiligen machen”, verfolgte sie mit Bußübungen, geißelte sie schon für kleine Vergehen. Konrad wurde wegen seiner fanatischen Strenge 1233 erschlagen. Elisabeth lebte aus der Überzeugung, ganz arm sein zu wollen, ging von Tür zu Tür betteln und wollte öffentlich auf allen ihr juristisch zustehenden Reichtum verzichten. Konrad hinderte sie aber am Verzicht, allerdings nur um das Vermögen zu retten. Mit diesem Witwenvermögen errichtete sie daraufhin 1229 in Marburg ein Spital, benannte es nach Franziskus und arbeitete dort selbst als Pflegerin bis zu ihrem Tod. Sie ließ nun auch ihre Kinder zurück und trat in die von Konrad geleitete Hospitalitergemeinschaft ein, nicht als Tertiarin in den Franziskanerorden, wie oft angenommen.

Krankheit und Tod der Elisabeth

Im November 1231 wurde Elisabeth krank. Es heißt, dass ihre letzten Tage von kindlicher Heiterkeit über­strahlt waren. Wenige Tage vor ihrem Tod hatte sie eine Vision von einem Vogel, der zwischen ihr und der Wand fröhlich sang und sie dazu beweg­te, mitzusingen. Sie verschenkte ihre letzten Sa­chen und soll sogar noch ihre Gefährtinnen ge­tröstet haben. Elisabeth starb im Alter von 24 Jahren, aufgezehrt in der Fürsorge für andere, und wurde in ihrem Franziskushospital bestattet.
Die schnelle Heiligsprechung Elisabeths schon vier Jahre nach ihrem Tod wurde Mechthild von Helfta in einer Vision von Gott so erklärt: „Es gehört sich für einen Boten, schnell zu sein. Elisabeth ist und war ein Bote, den ich zu den Frauen gesandt habe, die, ohne an ihr Seelenheil zu denken, auf den Burgen saßen, von der Unkeuschheit so tief durchdrungen und vom Hochmut ganz bedeckt und von der Eitelkeit so beständig umhüllt, dass sie von Rechts wegen für den Abgrund bestimmt gewesen wären. Elisabeths Vorbild sind viele edle Frauen gefolgt, so weit ihr Wille und ihre Kraft eben reichten.” (Das fließende Licht der Gottheit V, 34)

Ihr Vermächtnis auf Erden

Der Deutsche Orden, der seinen Verwaltungssitz in Marburg hatte, erweiterte Elisabeths Spital und ließ 1235 - 1283 die ihr geweihte Kirche als ersten gotischen Bau in Deutschland errichten. 1236 erfolgte die Erhebung ihrer Gebeine im Beisein Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen. Er stiftete eine Krone, mit der der Leichnam gekrönt wurde. Im selben Jahr erschien die von Cäsar von Heisterbach verfasste Lebensgeschichte. 1240 wurde die neue Predigerkirche in Eisenach der Landgräfin geweiht, im Jahr 1245 wurde der goldene Schrein in Marburg mit der Inschrift „Gloria Teutoniae”, „Ruhm des deutschen Landes” versehen. 1249 wurden die Reliquien im Chor der Kirche St. Elisabeth in Marburg beigesetzt, der bis 1283 nicht konsekriert war. Die Überlieferung und Verehrung von Elisabeth wurde ab Mitte des 13. Jahrhunderts stark beeinflusst durch die von Dietrich von Apolda vor 1240 verfasste Lebensgeschichte. Die Wallfahrt wuchs nun so schnell, dass sie bald eine mit der zu Jakobus nach Santiago de Compostela vergleichbare Bedeutung erreichte.
Wallfahrten zu Elisabeths Grab gehörten, auch durch wun­dersame Heilungen sich aus­breitend, zu den berühm­tes­ten des Mittelalters.

Reliquien der Elisabeth

Philipp von Hessen ließ Elisabeths Reliquien 1539 im Zuge der Reformation aus dem Sarg entfernen und gab den Befehl, die sterblichen Überreste seiner Ahnfrau in einem Beinhaus oder auf einem Totenacker so zu zerstreuen, dass sie nicht wieder auffindbar sein sollten, um die Verehrung zu beenden. Der Statthalter Georg von Kolmatsch missachtete aber die Weisung und ließ die Reliquien auf sein Wasserschloss Wommen bei Herleshausen bringen. Nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg musste er 1548 die Reliquien an den Deutschen Orden zurückgeben, wobei sich herausstellte, dass nur noch ein relativ kleiner Teil der Reliquien vorhanden war. Der Kopf mit Unterkiefer, fünf Röhrenknochen, eine Rippe, zwei Schulterblätter und ein „Breitbein”. Elisabeths Kopf erhielt im Elisabethinnen-Kloster in Wien 1548 einen neuen Schrein. 1907 erfuhr ihre Verehrung in Deutschland und Österreich neue Impulse durch große Feiern zu ihrem 700. Geburtstag.
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18.01.2015
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