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05.10.1495 Die Stiftung des Michel Birckigt in Gera
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Eine Beschreibung des Vorgangs und des Willens von Michel Birckigt zur Spende

Am Montag nach Michaelis in Gera 1495


Der Geraer Bürgermeister Erhart Treuffer, die Ratsgeschworenen: Cuntz Hillebrant, Erhart Birckigt, Heinrich Ritter, Nickel Aytner und Michell Pezsollt und die Vertreter der Gemeinde Vintz Leubnitz und Jorg Küne „darczu eine andern Burgermeister, Geschworne Rathmanne vnd gemeine beysitzer von weten gantzer gemeyn der Stadt Gera (d.i. der andere, der ruhende Rat)“ eignen der St. Johanniskirche gegen Empfang einer Stiftungssumme von 100 fl. Rheinisch, die Michel Birckigt, Bürger zu Gera, der Hauptkirche vermacht hat, die kleine Stadtwiese bei St. Wolfgang (Westteil des Platzes der Republik) zu. Michel Birckigt und sein Weib können diese Wiese „biss zu ennd ihres Lebens an grasse, hey, grumadt vnd hutweiden an (ohne) vnsser und der kirchveter eynrede gebrauchen vnnd genießen“, müssen aber der Kirche am Tage purificationis Mariae 1 Pfund Wachs jährlich zinsen. Nach ihrem Tode soll ihnen und ihrem Geschlechte alle Jahre am Sonntag nach Egidii Vigilia und Montags darauf Seelenmesse gehalten werden.
Dem Pfarrer sollen 3 Groschen, dem Prediger (einen solchen gab es in Gera also schon in katholischer Zeit) sollen 3 Groschen, “das er vor dy selen des geschlechtes byten muss... item zweyen Capellanen: dem Vikarier Corporis Christi (Altar in der Johanniskirche) Laurentii, Valentini (ebenda)“, desgleichen dem Vikarier Sancti Wolff­gangi, Sandt Jacoffs Bruderschaft vnnd Hannsen Riesen gestiffts (Kapelle auf der Nordseite der Johanniskirche, in die Kirche eingebaut, später Vorhalle hinterm Nord­portal mit Westkapelle), dem Schulmeister vnd Kirchner izlichen 2 Groschen vnd den Collaboratoribus (den Schulgehilfen der Stadt) 1 Groschen „zu presentz“ gegeben werden „sso alsso, das der Aussenbleybenden presentz nymands anders, den der Kirchen volge“. 16 neue Groschen jährlich, und zwar je 4 Groschen Ostern, Assump­tionis Mariae (15.8.), Allerheiligen (1.11.) und Weihnachten sollen den „armen sunder­siechen menschen“, also den Insassen des Wolfgangshospitals, gereicht werden.
Gera besitzt also 1495 an seiner Ratsschule zwei ständige Lehrer und mehrere Hilfskräfte.
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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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