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20.03.1948 Ein Ausstellung über Puschkin
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Alexander Sergejewitsch Puschkin (geb. am 26. Maijul./ 6. Juni 1799greg. in Moskau, verst. am 29. Januarjul./ 10. Februar 1837greg., Sankt Petersburg) gilt als russischer Nationaldichter und Begründer der modernen russischen Literatur.

Sein Leben
 
Puschkin wurde am 26. Mai 1799 in Moskau geboren. Väterlicherseits stammte er aus einem alten Adelsgeschlecht. Mütterlicherseits war sein Urgroßvater Abraham Petrowitsch Hannibal, ursprünglich ein afrikanischer Sklave, der dem Zaren Peter dem Großen geschenkt, sein Patenkind wurde und später bis zum Generalmajor und Gouverneur von Reval aufstieg. Er verbrachte die Sommer von 1805 bis 1810 üblicherweise bei seiner Großmutter, Maria Alexejewna Gannibal, im Dorf Sacharow bei Swenigorod nahe Moskau. Diese frühen Kindheitseindrücke spiegelten sich in seinen ersten Versuchen als Dichter wider, z.B. in den bald darauf entstandenen Gedichten Mönch (1813), Bowa (1814), sowie in seinen im Lyzeum entstandenen Botschaft an Judin (1815) und Traum (1816).

Sechs Jahre verbrachte Puschkin im Lyzeum Zarskoje Selo (das heute seinen Namen trägt), einer Elite-Lehranstalt, die am 19. Oktober 1811 eröffnet worden war. Von dort aus erlebte der Junge auch die Ereignisse des Vaterländischen Krieges gegen Napoleon (1812). Puschkin war in der Rangfolge der besten Internatsschüler der 27. von 30, die vom Kultusminister ausgewählt worden waren. Im Alter von 17 Jahren verließ er das Internat.

Anfang 1815 las Puschkin im Beisein G. R. Derschawins sein patriotisches Gedicht Erinnerungen an Zarskoje Selo, das in der Zeitschrift Russisches Museum gedruckt wurde.

Noch als Schüler wurde Puschkin in Abwesenheit in die Petersburger literarische Gesellschaft Arsamas des W. A. Schukowski aufgenommen, die sich gegen tradierte, verkrustete Sprachvorstellungen der etablierten Literatur wandte und sich für eine Weiterentwicklung der russischen Hoch-/Schriftsprache einsetzte. Die frühe Poesie des Dichters strahlt seine unstillbare Lebenslust aus.

1816 erfuhr Puschkins Lyrik eine entscheidende Wendung, als die Elegie zu seiner Haupt-Dichtform wurde.

Als Puschkin 1817 das Lyzeum abschloss, nahm er mit dem Titel eines Kollegiensekretärs eine Stellung im Petersburger Kollegium für Auswärtige Angelegenheiten an. Er wurde zum ständigen Theaterbesucher, nahm an den Sitzungen der Arsamas-Gesellschaft teil und wurde Mitglied der Literatur- und Theatergemeinschaft Grüne Lampe, die von den Anfängen der Dekabristenbewegung beeinflusst war. Obwohl Puschkin am frühen, geheimen Wirken der Dekabristen nicht teilnahm, war er doch mit vielen der aktiven Mitglieder in Freundschaft verbunden und schrieb politische Epigramme und Gedichte wie "Liebe, Hoffnung, stiller Ruhm...". In diesen Jahren war er beschäftigt mit der Abfassung des märchenhaften Versepos Ruslan und Ljudmila, das er schon im Lyzeum begonnen hatte und mit dem er ganz auf der Linie von Arsamas bezüglich der Notwendigkeit der Schaffung nationaler Heldenepen lag. Das Gedicht wurde im Mai 1820 abgeschlossen und rief ein erbittertes Echo in der Kritik hervor, die sich über den Niedergang des Hohen Kanons empörte.


Im Frühjahr 1820 musste Puschkin sich für einige Spottgedichte verantworten, in denen er Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie den Kriegsminister und den Bildungsminister lächerlich gemacht hatte. Einer Verbannung nach Sibirien entging er durch die Protektion einflussreicher Freunde. Petersburg musste er jedoch im Zusammenhang mit einer Versetzung zu General Insow nach Jekaterinoslaw im Frühsommer verlassen. Er erkrankte an seiner neuen Dienststelle und schloss sich seinem Petersburger Freund, dem General Rajewski an, der auf dem Weg zu den kaukasischen Bädern war und ihn im Fieber vorfand. Puschkin reiste von August bis September über die Krim, wo er u.a. die Familie Bronewski besuchte, nach Odessa. Er lebte einige Zeit bei Rajewski und lernte dessen Tochter Maria kennen. Das romantische Gedicht Der Brunnen von Bachtschissaraj entstand. 1820 wurde Puschkin auch Mitglied der Filiki Eteria. Bis 1824 lebte er an verschiedenen Orten im Süden Russlands, u.a. in Odessa, Kischinow und Kamjanka. 1823 begann er sein bedeutendstes Werk, das Versepos Eugen Onegin, das er erst 1830 abschloss. Von einer Teilnahme am Dekabristenaufstand schreckte er 1825 auf dem Weg nach St. Petersburg doch noch zurück.

1824 bis 1825 lebte Puschkin bei seinen Eltern auf dem Gut in Michailowskoje, eine Zeit, die durch Konflikte mit dem Vater und einen intensiven literarischen Briefwechsel mit seinen Freunden geprägt ist. Seine Tragödie Boris Godunow, mit der er die eingefahrenen Wege der russischen Dichtung weit verließ, erlebte in dieser Zeit ihre Anfänge.

Nach einer Audienz bei Zar Nikolaus I. durfte Puschkin von 1826 bis 1831 zwar wieder in Moskau und Petersburg leben, seine Werke wurden aber vom Zaren persönlich zensiert und sein Werk und Leben stark kontrolliert (auch aufgrund seiner Verbindungen zu den Aktivisten des Dekabristenaufstands). Dies prägte auch die Weiterarbeit an Eugen Onegin. Puschkin war unzufrieden, da er weder seine dichterischen noch seine privaten Vorstellungen verwirklichen konnte.

Einen Wechsel in Puschkins Lebensumständen bewirkte seine Heirat mit Natalja Gontscharowa 1831. Sie hatten sich 1830 kennengelernt. Mit Blick auf die Hochzeit erhielt Puschkin von seinem Vater das Dorf Boldino, 250 km von Nischni Nowgorod entfernt. Puschkin wollte es nur kurz besuchen, doch verhinderte eine Choleraepidemie die Rückkehr nach Moskau. Puschkin war gezwungen, in der Provinz zu bleiben, und es wurde seine größte Schaffensperiode.

Das Paar zog 1831 nach Petersburg, wo es mit Unterstützung von Gontscharowas wohlhabender Verwandtschaft am mondänen Leben des Zarenhofes teilnehmen konnte – was Puschkin, der sich nach Unabhängigkeit sehnte, frustrierte. Er stritt sich häufig und oft aus trivialen Gründen; seine Werke in dieser Zeit entstanden unter großem psychischen Druck.

Erst 1836 durfte er die Literaturzeitschrift Sowremennik (Der Zeitgenosse) herausgeben, ein Fortschritt in seiner stark von der Zensur beeinträchtigten Tätigkeit. Am 27. Januar 1837 alten Kalenders duellierte er sich infolge einer Intrige mit dem französischen Gardeoffizier Georges-Charles de Heeckeren d’Anthès und wurde dabei durch einen Bauchschuss schwer verletzt. Am 29. Januar 1837, zwei Tage später, starb er. D’Anthès, den die Kugel an Brust und Arm streifte, erlitt dagegen nur leichte Verletzungen. Aus Angst vor Sympathiekundgebungen überführte man Puschkin in das Swjatogorski-Kloster im heutigen Puschkinskije Gory bei Pskow und beerdigte ihn dort.

Puschkins Bedeutung in der Literatur
 
Ehemaliges Wohnhaus Puschkins auf dem alten Arbat in Moskau. Heute beherbergt es ein MuseumPuschkin gilt für die meisten seiner Landsleute als der russische Nationaldichter (mit weitem Abstand vor im Ausland wohl bekannteren Schriftstellern wie Tolstoi, Dostojewski, Gogol oder Pasternak).

Bis zum Einmarsch Napoleons in Moskau 1812 sprach die russische Oberschicht Französisch. Nach dem darauf folgenden Brand Moskaus fragte man sich, warum man eigentlich die Sprache des Feindes spräche. Puschkin bereitete in seinen Gedichten, Dramen und Erzählungen der Verwendung der Umgangssprache den Weg; er schuf einen erzählerischen Stil, der Drama, Romantik und Satire mischte – ein Stil, der seitdem untrennbar mit der russischen Literatur verbunden ist und zahlreiche russische Dichter massiv beeinflusste. Seine romantischen Zeitgenossen waren Byron und Goethe; er wurde beeinflusst von Voltaire und den Shakespeareschen Tragödien.

Seine Hauptwerke
 
Gedichte und Verserzählungen

Erinnerungen an Zarskoje Selo (1815)
Ruslan und Ljudmila (1820)
Graf Nulin (1825)
Eugen Onegin (1825-1831) von Pjotr Iljitsch Tschaikowski als Oper vertont.
Boris Godunow (1825)
Poltava (1829)
Der eherne Reiter (1833)
Das Märchen vom Fischer und Fischlein
Das Märchen vom goldenen Hahn
Die Nixe
Das Fest während der Pest
Szenen aus Ritterzeiten
Der Gefangene im Kaukasus / Der Berggefangene (1822)
Das Räuberbrüderpaar
Die Fontäne von Bachtschissaraj / Der Springbrunnen von Bachtschissaraj (1824)
Die Zigeuner (1825/1827)
Zar Saltan
Gabrielade
Das Märchen von der toten Prinzessin und den sieben Recken
Das Häuschen in Kolomna (1830)

Dramen

Der geizige Ritter (1830), von Sergej Rachmaninow 1903-5 als Oper vertont.
Der steinerne Gast (1830), von Alexander Dargomyschski als Oper vertont (unvollendet), von César Cui und Nikolai Rimski-Korsakow vollendet.
Mozart und Salieri (1832): Puschkin vertritt die These, Salieri habe Mozart vergiftet, da er in Mozart eine von Gott gegebene Genialität erkannte. Salieri stellt die Frage: Warum wurde der leichtsinnige Mozart, der seine Begabung nicht ernst nimmt, und nicht ich, der so sehr Musik liebt, mit Genialität ausgestattet? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Rimski-Korsakow vertonte das Werk als Oper.
Boris Godunow (1828), von Mussorgski als Oper vertont
Die Meerjungfrau (russ. Русалка Rusalka), von Alexander Sergejewitsch Dargomyschski als Oper vertont
Die Hauptmannstochter (1836), historischer Roman über den Pugatschow-Aufstand
Der Mohr Peters des Großen. Der Mohr des Zaren (unvollendet, begonnen 1827) über Puschkins aus Eritrea stammenden Urgroßvater
Dubrovsky (unvollendet, begonnen 1823/33)

Erzählungen

Die Geschichten des verstorbenen Iwan Petrowitsch Belkin / Erzählungen Belkins (1831)
Der Sargmacher
Der Postmeister
Der Schneesturm
Der Schuss
Das Fräulein als Bäuerin (Aus der Erzählung gestaltete Leo Stein 1913 das Libretto zur Operette Polenblut für den Komponisten Oskar Nedbal.)
Pique Dame (1834)
Der Sargtischler
Roslavlev
Kird?ali
Ägyptische Nächte (Fragment, 1835)
Geschichte des Pugatschew'schen Aufruhrs (deutsch, Stuttgart, 1840)

Tagebücher

Die Reise nach Arzrum während des Feldzug im Jahre 1829

 

 


    

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