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22.03.1947 Gedenken an Erich Knauf
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Erich Knauf (geboren am 21. Februar 1895 in Meerane, Sachsen und verstorben am 2. Mai 1944 in Brandenburg an der Havel) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Liedtexter, der wegen seiner regimekritischen Haltung während der Nazi-Diktatur hingerichtet wurde.

Über seinen Lebenslauf

Erich Knauf wurde im Jahr 1895 als Sohn eines Schneiders und ehrenamtlichen Parteisekretärs der SPD geboren. Er war ein enger Freund von Erich Kästner und Erich Ohser (alias e.o.plauen), Mitglied der USPD, Redakteur der „Plauener Volkszeitung“ und seit 1928 Schriftführer der Büchergilde Gutenberg.

Knauf verbrachte im Jahr 1934 mehrere Monate in den Konzentrationslagern Oranienburg und Lichtenburg wegen einer missliebigen Theaterkritik in einer Berliner Zeitung. Im Jahre 1936 wurde er Pressechef der Filmproduktionsgesellschaft Terra Film.

In einer der Bombennächte 1943 wurde Knauf in Wilmersdorf zusammen mit Erich Ohser bei einem Arzt untergebracht. In einem Luftschutzbunker während einer Bombennacht wurden sie von einem Nachbarn belauscht, wie sie sich leise politische Witze erzählten, und von diesem denunziert. Knauf wurde am 28. März 1944 verhaftet, am 6. April 1944 vom Richter Roland Freisler am Volksgerichtshof „wegen defätistischer Äußerungen im Luftschutzkeller“ zum Tode verurteilt und am 2. Mai 1944 im Zuchthaus Brandenburg enthauptet. Seine Witwe erhielt für die Kosten der Hinrichtung eine Rechnung. Die Verfahrenskosten, die die Witwe Erna Knauf bezahlen sollte, kosteten inklusive Hinrichtung 585,74 Reichsmark. Erich Kästner schrieb über diese Rechnung einen kurzen Prosatext. Erich Ohser, der mit Knauf zusammen verhaftet worden war, entzog sich der Hinrichtung durch Freitod im Gefängnis.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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