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16.12.999 Adelheid von Burgund verstorben
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Adelheid von Burgund
Adelheid war wie ihr späterer Gemahl Otto I. früh verwitwet. Ihr erster Gatte war Lothar II. der König von Italien. Nach dem Tod ihres ersten Gemahls im Jahr 950 fürchtete dessen Nachfolger Berengar II, die Witwe könnte nach der langobardischen Tradition die Königswürde ihrem zukünftigen Ehemann übertragen. Daher wurde Adelheid von Burgund gefangen genommen, worauf sie den deutschen König Otto I. um Beistand bat. Otto I., selbst seit 946 früh verwitwet, zog dann im September 951 nach Italien, heiratete Adelheid von Burgund und wurde König der Langobarden. Darauf hin machte er seine Gemahlin zur Mitregentin.
Auf ihren Sohn Otto II. (seit 961 Mitkönig und seit 967 Mitkaiser) hatte Kaiserin Adelheid einen sehr großen Einfluss, bis sie sich mit ihm entzweite und 978 den kaiserlichen Hof verließ. Den Höhepunkt ihrer politischen Macht erreichte Adelheid von Burgund jedoch erst nach dem frühen Tod ihres zweiten Gemahls Otto I. im Jahre 973. Bis zur Volljährigkeit ihres Enkelsohnes Otto III. (980-1002) übernahm sie für ihn, gemeinsam mit dessen Mutter Theophanu (um 955-960 bis 991), der Witwe von Kaiser Otto II., die Regentschaft im Deutschen Reich. (Theophanu zeichnete Dokumente sogar als Kaiserin.)
Nach dem Tode Theophanus 991 führte Adelheid bis 994 im Namen ihres Enkels die Regierungsgeschäfte alleinig weiter, da Otto III. noch nicht mündig war. Als Otto die Mündigkeit erreicht hatte, zog sie sich in das von ihr selbst gestiftete Kloster Selz im Elsass zurück, wo sie im Dezember 999 fast 70-jährig verstarb. Zu dieser Zeit war das ein ungewöhnlich hohes Alter. Adelheid von Burgund hatte das mittelalterliche Bild von der frommen, schönen und gebildeten Fürstendame dieser Zeit geprägt und verkörpert.
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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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