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11.06.1572 Ein Vormund für Heinrich Posthumus
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Der neue Erbe des Hauses Reuß wurde wie sein verstorbener Vater auf den Namen Heinrich der Jüngere getauft. Er erhielt den Beinamen "Posthumus" was der "Nachgeborene" bedeutet. Der Name Posthumus wurde, und das galt als durchaus ungewöhnlich, sowohl in den umgangsprachliche als auch in den offiziellen Gebrauch übernommen worden, da er auch in den Kaiserlichen Urkunden auftauchte.
Der Kaiser Maximilian (1527-1576) verordnete die Vormundschaft für den Reußensprössling, welcher über zahlreiche Besitztümer verfügte. So zählte zum Haus Reuß die Herrschaften von Plauen, zu Greiz, Kranichfeld, Gera, Schleiz und Lobenstein.

Die Jugend des Heinrich Posthumus

Im Alter von sieben Jahren begann 1579 auch für Heinrich Posthumus der sogenannte Ernst des Lebens. M. Bartholomäus Rosinus, Lehrer der Stadt- und Ratsschule und später auch Rektor der Geraischen Schule begann mit dem Unterricht. Sein Erzieher Friedrich Glaser, welcher es später bis zum General-Superintendent und Direktor des Konsistoriums und Inspektor des neuen Gymnasiums brachte, hatte einen besonderen Einfluss auf den jungen Reußen.
Im Jahr 1587, im Alter von erst 15 Jahren, schrieb sich Posthumus, der als hoch intelligent galt, in die Universitätsmatrikel von Jena ein. Als Name gab er an " Henricus Ruthenus junior, Dominus a Plauen, posthumus". ( Heinrich Reuß der Jüngere, Herrscher von Plauen, Nachgeborener) In Jena an der Universität studierte er die Wissenschaften und die Sprachen, im Hauptfach Latein. Einer seiner Kommilitonen war der junge Graf David zu Mansfeld, Seeberg und Schraplau, der 1614 Juliane Marie, die Tochter von Heinrich Posthumus, ehelichte.
Begleitet wurde Heinrich Posthumus stets von seinem Erzieher Friedrich Glaser. Im Jahr 1588, etwa um Michaelis herum, bezog er die Universität Straßburg, die einen ausgezeichneten Ruf genoss, denn dort studierten etwa 40 adlige Nachkommen wie Grafen, Prinzen und andere Herren zu dieser Zeit.
Im Jahr 1591 ging Heinrich Posthumus von der Straßburger Universität ab, weil dort eine Epidemie herrschte und verbrachte die folgenden Jahre bei seinem Onkel Graf Otto zu Solms.
Im Jahr 1593 übernahm er die Regierung setze in der Folge weitreichende Reformen durch und gründete ein Gymnasium in der Stadt.
Heinrich Posthumus verstarb am 3. Dezember 1635 in Gera.

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18.01.2015
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