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01.01.1990 Die DDR im Jahr 1990
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3. Januar 1990

Der „Runde Tisch“ vereinbarte die „Große Koalition der Vernunft“ bis zu den Volkskammerwahlen am 18. März 1990.

5. Januar 1990

Das DDR-Fernsehen und der DDR-Rundfunk sendete die Nationalhymne der DDR wieder mi dem Teyt von Johannes R. Becher. Die alte DDR-Regierung hatte den Text wegen der Passage „...Deutschland einig Vaterland...“ einst verboten.

6. Januar 1990

Jetzt sollten ihn alle seine Fans sehen können, ohne Repressalien von der Stasi befürchten zu müssen und Udo Lindenberg, der an diesem Tag seine letzte DDR-Tournee begann, konnte auch endlich alle Titel singen. Da war nichts mehr zensiert.

8. Januar 1990

Auf der Leipziger Montagsdemonstration wurde der Ruf „Wir sind das Volk“ vom allgemeinen Ruf „Wir sind ein Volk“ übertönt.

11. Januar 1990

In einer Regierungserklärung erklärte Hans Modrow noch, dass keine Währungsreform vorgesehen wäre.

15. Januar 1990

Da entlud sich Volkeszorn an der richtigen Stelle. Viele waren von der allmächtigen Stasi jahrelang bespitzelt worden. Nun stürmten die Menschen in Berlin-Lichtenberg die Stasi-Zentrale.

21. Januar 1990

Nun versuchte die Neu-Sozialisten das Image der SED-PDS aufzubessern, indem sie die Alt-Sozialisten vor die Tür setzten. Egon Krenz wurde aus der Partei ausgeschlossen und seiner Ämter enthoben. Aber aus einer alten Krähe ließ sich über Nacht nun mal kein junger Singvogel machen. Man nahm der Partei den Wechsel nicht ab.

22. Januar 1990

Bis zum 24. Januar weilte der britische Außenminister Douglas Hurd in der DDR , um Vorbehalte gegen eine deutsche Wiedervereinigung vorzubringen.

28. Januar 1990

Ministerpräsident Hans Modrow und der Rund Tisch vereinbarten, die Volkskammerwahlen vom Mai auf den 18. März vorzuverlegen.

29. Januar 1990

Das hätte er sich nicht denken lassen. Bei den Nazis hatte er zuletzt für seine Überzeugung im Gefängnis gesessen. Nun wurde Erich Honecker, inzwischen erkrankt, aus dem Krankenhaus heraus verhaftet.

1. Februar 1990

Ministerpräsident Hans Modrow unterbreitete sein Konzept „für den Weg zu einem einheitlichen Deutschland“, Der Stufenplan sah vor, zuerst Vertragsgemeinschaft, dann Konföderation und dann die Übertragung von Souveränitätsrechten auf die Konföderation.

4. Februar 1990

Die ehemalige Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Partei des Demokratischen Sozialismus (SED-PDS) versuchte alles um ihr altes Image abzulegen und trennte sich endgültig vom Name SED. Nun nur noch PDS.

7. Februar 1990

Das Neue Forum, Demokratie Jetzt und die Initiative Frieden und Menschenrechte schlossen sich zur Partei „Bündnis 90“ zusammen.

10. Februar 1990

Bei einem treffen zwischen Bundeskanzler Kohl und Michail Gorbatschow in Moskau wurde die Zusicherung gegeben, dass die UdSSR einer Wiedervereinigung nicht im Wege stehe.

20. Februar 1990

Das Kombinat „Robotron“ ging als erste Firma der DDR ein sogenanntes „Joint Venture“ mit einer bundesdeutschen Firma ein.

1. März 1990

Der DDR-Ministerrat beschloss die Umwandlung aller Kombinate und Volkseigenen Betriebe in Kapitalgesellschaften sowie die Errichtung einer Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung von Volkseigentum.

12. März 1990

In seiner letzten Sitzung lehnte der Rund Tisch die Übernahme des Grundgesetzes der Bundesrepublik für die DDR nach Artikel 23 des Grundgesetzes ab.

14. März 1990

Es wurde der letzte Wahlkampfauftritt an diesem Tag für Bundeskanzler in der DDR vor den Volkskammerwahlen.

18. März 1990

Die Wahlen zur Volkskammer erfolgten mit einer Wahlbeteiligung von 93,93%. Die konservative „Allianz für Deutschland“ mit CDU, DSU und DA errang 47,8% der Stimmen.

5. April 1990

An diesem Tag wurde Sabine Bergmann-Pohl zur ersten Präsidentin der Volkskammer der DDR gewählt.

12. April 1990

Nun wurde der letzte Alt-Sozialist aus der Verantwortung entfernt. Der Glaube mit Hans Modrow eine Erneuerung zu schaffen war irrig. Deshalb wurde Lothar de Maiziére von der CDU zum Ministerpräsidenten gewählt.

16. Mai 1990

Für die neue Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion änderte die DDR-Volkskammer die Verfassung.

16. Mai 1990

In Bonn einigten sich Bund und Länder auf die Gründung eines Fonds „Deutsche Einheit“ zur finanziellen Unterstützung der DDR. Er sollte, mit 115 Milliarden DM ausgestattet, die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion finanzieren.

18. Mai 1990

In der westdeutschen Hauptstadt Bonn wurde der Staatsvertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion unterzeichnet.

21. Mai 1990

Der erste in der Deutschen Demokratischen Republik gefertigte VW Polo lief im Automobilwerk Zwickau vom Band.

23. Mai 1990

Alle Lehrstühle und Dozenturen für den Marxismus-Leninismus an sämtlichen Bildungseinrichtungen der DDR wurden aufgelöst.

29. Mai 1990

An diesem Tag fand der letzte Länderkampf der Leichtathleten in der DDR-Geschichte in Großbritannien statt.

1. Juni 1990

Darauf hatten die Menschen lange gewartet. Die unsinnigen Namensänderungen der Städte der DDR hatte ein berühmtes Ende. Aus Karl-Marx-Stadt wurde wieder Chemnitz. Guben war zum Glück nie wirklich in Wilhelm-Pieck-Stadt umbenannt worden.

12. Juni 1990

Die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik beschloss an diesem Tag die Gründung der Treuhandanstalt.

13. Juni 1990

Sie hatte nun fast 29 Jahre die beiden deutschen Staaten geteilt. An diesem Tag wurde in Berlin mit dem Abriss der 27 Kilometer langen Mauer begonnen.

21. Juni 1990

Die Bundesregierung und die Volkskammer verabschiedeten eine gleichlautende Erklärung zur Anerkennung der polnischen Westgrenze.

1. Juli 1990

Einer der denkwürdigsten Tage der deutschen Geschichte. Die Währungsunion, der Tag als die DDR die ersehnte DM bekam. 600 Tonnen DM-Scheine und 500 Tonnen DM-Münzen kamen in die Hände der DDR-Bürger. Damit war die Einheit Deutschland nicht mehr aufzuhalten.

5. Juli 1990

Bis zum 6. Juli fand in London das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten statt.

8. Juli 1990

Nun starteten auch Radsportler aus der DDR beim berühmtesten Radrennen der Welt, der Tour de France. Der Geraer Olaf Ludwig errang einen Etappensieg und schrieb Geschichte für die besiegelte DDR-Geschichte.

14. Juli 1990

Helmut Kohl traf in der Sowjetunion mit Michail Gorbatschow zu Gesprächen zusammen. Michail Gorbatschow billigte einem vereinten Deutschland die volle Souveränität und die freie Wahl der Bündniszugehörigkeit zu.

21. Juli 1990

Nun konnten die besten Bands der Welt in Deutschland spielen. „The Wall“ von Pink Floyd wurde auf dem Potsdamer Platz in Berlin vor 320.000 Zuschauern aufgeführt.

22. Juli 1990

In der DDR wurden die Landesgrenzen in 15 Bezirke aufgeteilt. Dieser Territorialunsinn wurde nun wieder beendet, indem das Ländereinführungsgesetz verabschiedet wurde.

24. Juli 1990

An diesem Tag stand schon fest, wann die DDR ihr letztes Stündlein hätte. Jeder musste damit umgehen können. Deshalb erschien die letzte DDR-Briefmarke, die ihre Gültigkeit am 3. Oktober verlor. Da gab es keine DDR mehr.

15. August 1990

50.000 Bauern demonstrierten auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz gegen den Kollaps der DDR-Landwirtschaft.

23. August 1990

Die DDR-Volkskammer beschloss den Beitritt der DDR zur BRD nach Artikel 23 des Grundgesetztes mit Wirkung zum 3. Oktober 1990.

31. August 1990

Im Palais unter den Linden wurde an diesem Tag der „Vertrag über die Herstellung der Einheit Deutschlands“ unterzeichnet.

5. September 1990

An diesem Tag wurde das Gesetz über den Verbleib der Stasi-Akten von der DDR-Volkskammer verabschiedet.

11. September 1990

Beim letzten treffen der 2 + 4-Verhandlungen wurde von den sechs Außenministern der „Vertrag über die abschließende Regelung im bezug auf Deutschland“ unterzeichnet.

14. September 1990

Auf dem FDGB-Kongress wurde die Auflösung der Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) zum 30. September beschlossen.

22. September 1990

So langsam löste sich die DDR in „Wohlgefallen“ auf. Auch der DTSB (Deutscher Turn und Sport Bund) wurde aufgelöst.

24. September 1990

In Ost-Berlin wurde zwischen der DDR und der Sowjetunion ein Vertrag unterzeichnet, nachdem die DDR-Mitgliedschaft im Warschauer Vertrag am 3. Oktober erlischt.

30. September 1990

Manche Leute dachten in dieser bewegten Zeit auch an Sport. Das erste und letzte Grand-Prix-Turnier  im Tennis in der DDR fand in Leipzig statt.

1. Oktober 1990

Der Vereinigungsparteitag der CDU-Ost und der CDU-West fand in Hamburg statt. Helmut Kohl wurde Vorsitzender der CDU Deutschlands und Lothar de Maizière sein Stellvertreter.

2. Oktober 1990

Die letzte Volkskammersitzung fand statt. Lothar de Maizière erklärte des Ausscheiden der DDR aus der sozialistischen Staatengemeinschaft zu einem „Abschied ohne Tränen“.

2. Oktober 1990

Um 23.59.55 Uhr erblickte der letzte DDR-Bürger das Licht der Welt. Das Baby Svea F. wurde im Krankenhaus Berlin-Friedrichshain geboren.

2. Oktober 1990

Genau um 00.00 Uhr, zum 3. Oktober, endete die Existenz der DDR  Aus DDR-Bürgern wurden nun Bundesbürger.

Auf eine Wahl der Sportler des Jahres, der Fernsehlieblinge und der Bestseller des Jahres wurde verzichtet. Durch den Gewinn des WM Titels war die Bundesdeutsche Fußball- Nationalmannschaft nicht zu toppen.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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