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01.01.1978 Die DDR im Jahr 1978
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1. Januar 1978

An diesem Tag trat ein für die gesamte Deutsche Demokratische Republik geltendes neues Arbeitsgesetzbuch in Kraft.

1. Januar 1978

Das Kombinat Mikroelektronik Erfurt wurde gebildet, dem Kombinat Robotron Dresden wurde das Kombinat Zentronik eingegliedert, dass nun mit 70.000 Beschäftigten das größte Kombinat der DDR wurde.

10. Januar 1978

Das Büro des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ in Ost-Berlin wurde durch die Behörden der DDR geschlossen. Damit reagierte die SED-Führung auf die Veröffentlichung eines Manifestes einer angeblichen SED-Oppositionsgruppe.

15. Januar 1978

Bis zum 16. Januar wurde mehreren Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion die Einreise nach Ost-Berlin verweigert.

1. Februar 1978

Das Ministerium für Volksbildung erließ eine Direktive zur Einführung und Gestaltung des Wehrunterrichts in den Klassen 9 und 10 der allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen ab dem 1.9.1978.

4. Februar 1978

„Neumann – 2 x klingeln“ hieß es nun bereits seit 10 Jahren bei Radio DDR. Die Rundfunkfamilie, gesprochen von den Schauspielern Herbert Köfer, Helga Piur und Helga Göring, erlebte Freud und Leid eines DDR-Alltags und Millionen Hörer fieberten bei den über 600 Folgen mit.

10. Februar 1978

Das ehemalige Wohnhaus von Berthold Brecht (1898-1956) in der Berliner Chausseestraße wurde als Gedenkstätte und Archiv eröffnet.

18. Februar 1978

Das DDR-Kulturministerium legte einen „Plan zur langfristigen Entwicklung der sozialistischen Kultur und ihrer materiellen technischen Basis“ vor. Darin wurde unter anderem eine Steigerung der jährlichen Buchneuerscheinungen von 5.900 auf 7.200 genannt.

6. März 1978

Erich Honecker traf sich zu Gesprächen mit dem Vorstand der Evangelischen Kirchenleitung in der DDR. „Den Kirchen als Kirchen im Sozialismus eröffnen sich viele Möglichkeiten des Mitwirkens an zutiefst humanistischen Zielen“, meinte Erich Honecker.

6. März 1978

Bei einem Hubschrauberabsturz im afrikanischen Libyen kam das Politbüromitglied Werner Lambertz, welcher als Nachfolger Honeckers gehandelt wurde, ums Leben. Die Spekulationen um ein mögliches Attentat die einsetzten, erwiesen sich zu dieser Zeit als unhaltbar. Ein Attentat wurde aber nie ganz ausgeschlossen, denn Lambertz galt als Hoffnungsträger und Reformpolitiker.

7. März 1978

Vom 7. bis zum 11. März 1978 fanden Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf im kanadischen Ottawa statt. Anett Pötzsch aus der DDR wurde Weltmeisterin.

10. März 1978

Eine erneute DEFA-Film-Premiere in der DDR. Der Film „Brandstellen“ nach einer Vorlage von Franz-Josef Degenhardt wurde erstmals gezeigt.

24. März 1978

Zwischen den Kirchen der DDR und der SED-Führung wurde vereinbart, dass zusätzlich zur traditionellen sonntäglichen Rundfunk-Gottesdienstübertragung die Kirche monatlich 15 Minuten Sendezeit im Radio und sechs Sendetermine im II. DDR-Fernsehen erhielt.

30. März 1978

Als erster westlicher Regierungschef seit der internationalen Anerkennung der DDR traf der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky von der SPÖ in Ost-Berlin zu einem Staatsbesuch in der DDR an.

20. April 1978

Heiner Müllers Theaterstück „Germania Tod in Berlin“ wurde im bayrischen München uraufgeführt. In einer Montage aus 13 Bildern stellte Heiner Müller Fragmente aus der deutschen Geschichte und der Arbeiterbewegung dar.

1. Mai 1978

Am Tag der Arbeit in der DDR war es soweit. Das Thüringer Röhrenwerk Mühlhausen stellte den 100.000sten Taschenrechner vom Typ MR 201 her.

8. Mai 1978

Waldemar Cierpinski hatte im Jahr 1976 es schon zum Sportler des Jahres in der DDR geschafft. An diesem Tag siegte er beim ersten Marathon Prag-Lidice-Prag.

21. Mai 1978

„Der Prozess“ nach Franz Kafka (1883-1924) in einer Inszenierung von Peter Weiss unter der Regie von Hanns Anselm Perten hatte seine Erstaufführung.

26. Mai 1978

Vom 26. Mai bis zum 28. Mai 1978 fand in der DDR das größte Kirchenfest seit dem Kirchentag Jahr 1954 statt.

29. Mai 1978

Auf dem VIII. Schriftstellerkongress der DDR wurde Hermann Kant als Nachfolger von Anna Seghers zum neuen Präsidenten der Vereinigung gewählt. Der Kongress tagte unter dem Motto: „Der Schriftsteller in den Kämpfen unserer Zeit“.

3. Juni 1978

Die DDR-Mannschaft gewann den ersten internationalen Vergleichswettkampf querschnittsgelähmter Sportlerinnen und Sportler der sozialistischen Länder in der Leichtathletik in Ost-Berlin.

5. Juni 1978

das Politbüromitglied Günter Mittag reiste an diesem Tag nach Frankreich und vereinbarte unter anderem eine Zusammenarbeit mit dem Automobilkonzern Citroen.

12. Juni 1978

Erich Honecker und der ständige Vertreter der BRD, Günter Gaus, trafen sich in Ost-Berlin zu einem Meinungsaustausch. Erich Honecker sicherte dabei Günter Gaus den sofortigen Beginn von Gesprächen über den Bau einer Autobahn von West-Berlin nach Hamburg zu.

30. Juni 1978

Rothäute hatten in der DDR Hochkonjunktur. Ein weiterer Indianerfilm mit Gojko Mitic „Severino“ kam an diesem Tag in die Kinos der DDR.

6. Juli 1978

Mit einer Sensationsweite von 22,15 m stellte der DDR-Leichtathlet Udo Beyer in Göteborg einen neuen Weltrekord im Kugelstoßen auf.

2. August 1978

Evelin Jahl gelang im sächsischen Dresden mit 70,72 ein neuer Weltrekord im Diskuswerfen der Frauen. Das Sportgerät kannte man schon in der Antike.

3. August 1978

Nun nahm auch die Republik Surinam erstmals diplomatische Beziehungen zur Deutschen Demokratischen Republik auf.

24. August 1978

Das ZK der SED beschloss an diesem Tag weitere Kombinatsbildungen. Von den bisher 54 zentralgeleiteten Kombinaten erhöhte sich die Zahl bis 1982 auf 133.

26. August 1978

Als erster Deutscher nahm der DDR-Kosmonaut Siegmund Jähn vom 26. August bis zum 3. September 1978 an einem Weltraumflug an Bord von „Sojus 31“ teil.

29. August 1978

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Prag siegte die Geraerin Marlies Göhr über die 100m. Marita Koch lief über 400m einen Weltrekord in 48,94 Sekunden.

1. September 1978

In den Schulen der DDR wurde in den Klassen 9 und 10 der Wehrunterricht eingeführt. In 8 Doppelstunden pro Schuljahr wurden die Schüler über Waffengattungen, Verteidigung und die militärische Situation in Mitteleuropa informiert.

1. September 1978

Das Internationale Handelszentrum der Deutschen Demokratischen Republik in der Ost-Berliner Friedrichstraße wurde übergeben.

2. September 1978

Eine offizielle DDR-Delegation unter der Leitung von Gerald Götting nahm an der Amtseinführung von Johannes Paul I. teil. (Er war der erste Papst mit einem Doppelnamen, den der von seinen Vorgängern Johannes XXIII. Und Paul VI. übernahm. Mit 33 Tagen hatte er eines der kürzesten Pontifikate der apostolischen Geschichte inne. Schon am 16. Oktober übernahm Johannes Paul II. die Geschicke der katholischen Kirche und war Papst bis zu seinem Tod am 2.4.2005, einem der längsten Pontifikate der apostolischen Geschichte.)

19. September 1978

Günter Reischs Film „Anton der Zauberer“ wurde zum Publikumserfolg. Die Geschichte vom Schrottvertreter zum Millionär und vom Strafgefangenen zum Ersatzteilbeschaffer wurde augenzwinkernd erzählt.

28. September 1978

Der Ministerrat der DDR erließ eine neue Verordnung über den Erholungsurlaub von Werktätigen. Der bezahlte Jahresurlaub wurde zum 1.1.1979 von 15 auf 18 Tage erhöht.

4. Oktober 1978

An der Autobahnanschlussstelle Röbel in Mecklenburg wurde die letzte, etwa 40 Km lange Strecke der Autobahn Berlin-Rostock für den Verkehr freigegeben. Der Bau der 228,5 Km langen Autobahn mussten 122 Brückenbauwerke errichtet werden.

4. Oktober 1978

Der Superschwergewichtler Jürgen Heuser aus der DDR wurde Weltmeister im Gewichtheben. Die WM im amerikanischen Gettysburg ging am 8. Oktober 1978 zu Ende.

5. Oktober 1978

Der DEFA-Streifen „Sieben Sommersprossen“ nach einem Szenarium von Christa Kozik hatte seine Premiere. Er wurde der Filmfavorit bei den Jugendlichen der DDR. Auch durch seine sehr freizügigen Hauptdarsteller.

13. Oktober 1978

An diesem Tag wurde für die Streitkräfte der Nationalen Volksarmee der DDR ein neues Verteidigungsgesetz erlassen.

30. Oktober 1978

Bei der Ruder-Weltmeisterschaft im neuseeländischen Hamilton gewannen die DDR-Athleten 8 Gold- und 3 Silbermedaillen.

6. November 1978

Der Film „Das Versteck“ von Frank Beyer nach einem Buch von Jurek Becker hatte in Ost-Berlin seine unangekündigte Premiere. Das musste sein, da der Hauptdarsteller, Manfred Krug, schon seit 1977 in die „feindliche“ BRD übergesiedelt war. Der Film wäre nach Ankündigung von der DDR-Behörden verboten worden.

16. November 1978

Im DDR-Außenministerium in Ost-Berlin unterzeichneten Vertreter der BRD und der DDR das Verkehrsabkommen zwischen beiden deutschen Staaten. Darin wurde der Bau einer neuen Transitautobahn zwischen Berlin und Hamburg, die Wiedereröffnung des Teltow-Kanals für die Binnenschifffahrt und die Neuregelung der Transitpauschale an die DDR vereinbart.

25. November 1978

Unter der Regie von Dieter Mann kam es an diesem Tag zur Erstaufführung von „Zufälliger Tod eines Anarchisten“ nach Dario Fos Werk.

30. November 1978

Zum dritten Mal seit 1971 und 1975 wurde die DDR-Handball-Nationalmannschaft der Frauen im tschechoslowakischen Bratislava Weltmeister.

1. Dezember 1978

An diesem Tag nahm das zu Ozeanien gehörende Papua Neuguinea diplomatische Beziehungen zur DDR auf.

31. Dezember 1978

In diesem Jahr hatte die DDR 11 Milliarden (Devisen) Mark für die Tilgung von Krediten und Zinsen aufzubringen. Rund 40 % ihrer Deviseneinnahmen mussten für den Schuldendienst aufgewandt werden.
Dem standen erwartete Einnahmen aus Exporten von 9,3 Milliarden Mark gegenüber.

Die Sportler des Jahres 1978

Marlies Koch, Udo Beyer und der Ruder-Achter der Männer wurden von den Lesern der „Jungen Welt“ zu den populärsten Sportlern des Jahres gewählt. Jürgen Croy, Sachsnring Zwickau, wurde nach 1972 und 1976 zum dritten Mal zum Fußballer des Jahres in der DDR gewählt.

Die Bestseller des Jahres 1978

„Märkische Forschungen“ von Günter de Bruyn
„Eine Anzeige in der Zeitung“ von Günter Görlich
„Die Maßgabe der Kunst“ von Peter Hacks

Die Hits des Jahres 1978

„Über sieben Brücken mußt du gehen“ von Karat
„König der Welt“ von Karat
„Wilde Jahre“ von Puhdys
„King vom Prenzlauer Berg“ von City
„Sagte mal ein Dichter“ von Holger Biege
„Entweder oder“ von Karussell

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18.01.2015
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