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1840 Die letzten Stadttore verschwanden
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Eine Stadt und ihre Mauer

Landläufig wird immer wieder behauptet, dass die größten Flüsse ausgerechnet durch die größten Städte fließen.
Die Städte des Mittelalters wurden an "großen" Flüssen gebaut. Wie Köln am Rhein oder Ulm an der Donau. Diese Flüsse führten allerdings nicht durch die Städte, sondern an ihnen vorbei. Wasser war so wichtig, das die Städte in der unmittelbaren Nähe der Flüsse, die waren natürlich noch sehr viel sauberer wie später, errichtet werden mussten.

Warum denn an den Flüssen?

Städte waren zur Zeit des Mittelalters rundherum befestigt. Sie waren mit einer Stadtmauer und so manches Mal auch von einem Stadtgraben umgeben. Nur durch die Stadttore erhielt man Einlass in die Stadt. Die Stadtwachen an den Toren kontrollierten die Menschen, welche in die Stadt gelangen wollten. Man wollte sich so vor Dieben , Gaunern, Betrügern, Mördern und sogenannten Beutelschneidern schützen. Die Städte wurden des Nachts durch die Stadtwachen geschlossen und man musste schon einen triftigen Grund vorweisen um noch danach in die Stadt zu gelangen. Hochgestellte Persönlichkeiten hatten damit keine Probleme. Die Leute niederen Standes mussten im Falle der geschlossenen Tor entweder die Wachen bestechen oder draußen bleiben. Für das Mittelalter war das aber nichts ungewöhnliches.
Die neuen Städte, denn die meisten waren zu dieser Zeit erst gegründet worden, hatten gerade ihre Regalien (die Stadtrechte) erhalten und schützten sich durch die Stadtmauern vor Feinden. Die Städte wurden jenseits der Flüsse angelegt, da die Flussfurt durch die Stadt eine Schwachstelle an der Stadtbefestigung gewesen wäre. Man konnte ja keine Mauer über den Fluss bauen.
Eine Stadtmauer hatte auch immer mehrere Stadttore, durch welche man die Stadt in die verschiedensten Richtungen verlassen oder auch betreten konnte. So waren Straßenverbindungen zwischen den Städten entstanden, welche die Handelsbeziehungen erleichterten. Aber auch den Zugang aus den verschiedensten Richtungen zu ließen.

Was war nun mit den Geraer Stadttoren?

Das "Weidaer Tor"

Es stand an der damaligen Weidaer Straße und markierte den Richtung die man einschlagen musste um ins benachbarte Weida zu gelangen. Aus der Weidaer Straße wurde später die Greizer Straße.

Das "Badertor"

Das war zu finden zwischen dem Stadtmuseum und dem Goethegymnasium. Um es mal grob auszudrücken. Am damaligen "Johannisplatz" befand sich eine Badeanstalt. Daher also der Name "Badertor". Zwischen dem Gymnasium und der Bebauung zu Zeiten als das "Badertor" noch stand, war wesentlich weniger Platz als zur Zeit der Textübernahme im Jahr 2008. Das war nur eine kleine Gasse mit dem Torbogen, durch den, wäre er noch vorhanden kein Kleintransporter gepasst hätte. (In unserer Bildergalerie sind mehrere Bilder des Stadteingangs am "Badertor" zu sehen, einfach den Suchbegriff eingeben)

Das "Klotztor"

Unweit des Badertores befand sich das "Klotztor", welches an die Klotzmühle angeschlossen war. Man müsste es in der Neuzeit in der Nähe des zentralen Platzes am Kultur- und Kongresszentrum suchen.

Das "Schlosstor"

Das "Schlosstor" markierte den Ausgang aus der Stadt in Richtung des Schloss Osterstein und befand sich in der Schlossstraße am Rande der Geraer Innenstadt. So etwa am späteren Puschkinplatz.

Das "Leumnitzer Tor"

Das "Leumnitzer Tor, das gibt es ja eigentlich noch. (Stand 2008) Die Verbindung zwischen dem historischen Steinweg und der Straßenbahnhaltestelle "Sorge/Markt" bildete in der Vergangenheit das "Leumnitzer Stadttor". Es ist nur als ein Torbogen erhalten. Aber der Standort ist nahezu authentisch.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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