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06.06.1900 Fortschritt beim Theaterbau
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Auszug eines Zeitungsartikels vom 6. Juni 1900

"Der Theater- und Konzertsaal-Neubau wird nunmehr, nachdem die Mauer- etc. Arbeiten an die mindestfordernden Baumeister Sittig und Siegel (die im Verein mit dem Baumeister Buchmann und Berger die Arbeiten ausführen) vergeben worden sind, unverzüglich in Angriff genommen. Die Arbeiten wurden heute morgen bereits begonnen."

In den folgenden beiden Jahren waren Scharen von Maurern, Zimmerleuten und Handwerkern für den Bau des neuen Theaters beschäftigt. Anfang Oktober 1901 konnte die Geraer Zeitung melden:

"Der Theater- und Konzertsaalbau ist soweit vorgeschritten, dass das erste Ziel des Baues, ihm ein Dach zu bringen, erreicht worden ist. Aus diesem Anlass fand am Sonnabend gegen Abend das Richtfest statt, das dadurch eine besondere Weihe erhielt, das ihm seine Durchlaucht der Erbprinz in Begleitung seiner Exzellenz des Oberhofmarschalls Freiherrn von Meysenburg beiwohnte. Auch der Schöpfer des Baues, Architekt Seeling, war zu der Feier erschienen. Der ausführende Meister der Zimmerarbeiten, Zimmermeister L. Schlegel, hielt eine der Feier entsprechende Ansprache, in der er auch ferner den Segen des Baumeisters aller Welten für den Bau erbat und wünschte, dass die Kunst in dem Bau wachsen, Blühen und gedeihen möge. Der Polier Gegner brachte ein Hoch auf den Fürsten, den Erbprinz und das ganze Fürstenhaus aus. Seiner Durchlaucht dem Erbprinzen wurden die sämtlichen an dem Bau beteiligten Gewerksmeister vorgestellt, worauf der Erbprinz seinem Interesse dadurch Ausdruck gab, dass er von dem den Bauleuten gestifteten Biere trank. Möge der Bau, an dem erfreulicherweise, bis jetzt kein Unfall vorgekommen ist, auch fernerhin von Unfällen verschont bleiben! Innerhalb Jahresfrist dürfte er seinen künftigen Zweck übergeben werden."

Schnell hatte man gebaut, vielleicht auch viel zu schnell. Denn kaum waren die Druckerpressen, welche den Theaterneubau in großen Lettern vom "unfallfreien Theaterbau"
auf das Zeitungspapier gebracht hatte, mit neuen Schlagzeilen versehen, da passierte es. Nun war in der Zeitung zu lesen:

"Unfall! An dem Theaterneubau stürzte gestern Mittag, als die Mittagspause begann, ein Maurer so unglücklich von einer Leiter herab, dass er einen Oberschenkel- und einen Unterschenkelbruch des einen Beines erlitt. Dem Verletzten wurde zunächst ein Notverband angelegt, worauf er in das städtische Krankenhaus überführt wurde."

Der Neubau ging weiter und die Zeitung berichtete auch weiter über das Bauvorhaben und am 15. August war zu lesen:

"Der Neubau des Theater- und Konzertsaalgebäudes schreitet lebhaft vorwärts. Zur Zeit werden bereits Planierungsarbeiten vor dem Gebäude in der Augustastraße vorgenommen. Auch die Arbeiten im Inneren des Neubaus nehmen einen guten Fortgang."

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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