Rolle oben
1788 Theaterumbau
<<< zurück zur Chronik

Zum künftigen Theater

Seit 1788 war das Theater "Vom Schloßtor an der neuen Allee" ein solider Bau, hatte ein Ziegeldach und auch eine Kassenvorhalle. Denn bisher mussten die Billetts beim "Direktor in der neuen Schlossgasse im schwarzen Bären" gekauft werden. Das ist bekannt aus den sogenannten "Theaterzetteln", die die jeweiligen Programme enthielten, die Schauspieler und die Aufführungstermine. Die Zettelträger, meist Vertreter der Familien Müller, Degenkolb und Vollimhaus, verteilten ihre Ankündigungen wie heutzutage die Anzeigenzeitungen. Zum Abschluss der jeweiligen Spielzeit wurde sogar ein Theaterjournal vom Souffleur herausgegeben. Genannt wurden darin die Namen des Direktors, des Regisseurs, des musikalischen Leiters und natürlich auch der Schauspieler, der Sänger und Tänzer. Oftmals waren sie das in Personalunion und manchmal spielte sogar der Herr Direktor als Schauspieler in den Stücken mit.
Von der Meddox´schen  Gesellschaft sind Theaterzettel aus den Jahren 1786 bis 1794 erhalten geblieben. Sie überdauerten alle folgenden Kriegstage. Auf ihrem Spielplan fanden sich Stücke des jungen Johann Wolfgang Goethe (1749-1832, noch ohne das "von" er war noch kein Geheimer Rat) wie "Clavigo", Friedrich Schiller´s (1759-1805) "Don Carlos", "Kabale und Liebe", "Die Räuber", Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) "Emilia Galotti", William Shakespeare´s (23.04.1564-23.04.1616) "Hamlet". Aber auch andere Autoren wie Kotzebue, Schröder, Gotter, Weise oder Großmann befriedigten die Theaterlust der Geraer. Sogar Opern wurden aufgeführt, wie Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) "Die Entführung aus dem Serail" und die berühmte "Zauberflöte", daneben Opern von Hiller, Dittersdorf und Benda. Zu erwähnen wäre, dass Benda bis 1795 im benachbarten Köstritz lebte.

<<< zurück zur Chronik
Rolle unten
Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
77 neue Artikel