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08.01.1808 Henriette Schüler geboren
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Das Ehepaar Zabel

Dem Apotheker Karl Friedrich Gotthelf Zabel (1771-1847) und seiner Gattin Henriette Zabel ( geb. Schüler 1808-1884) verdankt die Stadt Gera zahlreiche soziale Einrichtungen und Stiftungen und, das ist besonders erwähnenswert, die Zabelschule wie sie damals hieß.
Da dem Ehepaar Zabel eigene Kinder verweigert blieben, stiftete es sein Vermögen testamentarisch "zur Begründung und Errichtung einer Unterrichtsanstalt für Mädchen aus dem Bürgerstande, welche den Namen "Zabel´sche höhere Töchterschule" führen sollte". Zur Zeit der Testamentsaufstellung bestand in Gera eine sogenannte "Ratstöchterschule". Als 1864 die Gesamtschule auf dem Geraer Nicolaiberg unter der Leitung des Direktors Alfred Lorey eröffnet wurde, enthielt diese auch eine Mädchenabteilung oder auch Höhere Töchterschule, welche sich in den folgenden Jahren gut entwickelte. Frau Henriette Zabel fügte deshalb 1872 ihrem schon lange verfassten Testament einen Passus bei, der die bestehende höhere Töchterschule zur Nutznießerin ihres einst hinterlassenen Vermögens bestimmte.
Nach dem Tod von Henriette Zabel wurde die Stadt Gera zur Universalerbein ihres Nachlasses. Das enorme Vermögen bestand aus etwa einer halben Million Mark in barem Geldvermögen und vier Feldgrundstücken, welche ebenso einen Wert von annähernd einer halben Million Mark hatten. Es handelte sich damals um die größte private Stiftung, welche die Stadt bis dahin erhalten hatte.
Nach dem letzten Willen der Erblasserin übernahm der zu diesem Zeitpunkt regierende reußische Fürst das offizielle Patronat der Schule, die ja bereits 1875 eine eigene Leitung und eigene Lehrkörper (sprich "Lehrer") erhalten hatten. Die Stadt übernahm die Verantwortung über die Verwaltung des Vermögens und die bisherige höhere Töchterschule wurde in "Zabel´sche höhere Töchterschule" umtaufen, um ein ehrenvolles Andenken an die noble Geraer Spenderin zu bewahren.
In den Jahren 1887 bis 1889 wurde für diese Schule aus dem Zabel´schen Nachlass an der Ecke Zabelstraße/Ecke Clara-Zetkin-Straße ein eigenes Schulgebäude errichten, dessen Baukosten sich auf 258.739 Mark beliefen.
In der DDR wurde die Zabel´sche Stiftung, welche ganze Schülergenerationen in der Stadt geprägte hatte, nur gering geschätzt.

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18.01.2015
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