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13.11.1826 Karl Friedrich Anton Wartenburg geboren
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Wer war Wartenburg?

Aus den Kinderschuhen herausgewachsen, besuchte er das Geraer Gymnasium Rutheneum und studierte danach von 1847 bis 1851 Rechtswissenschaften an der Leipziger Universität. In diese Zeit wurde er wegen seiner Beteiligung an der Revolution von 1848/49 des Hochverrates angeklagt und zu 2 ½ Jahren Haft verurteilt, welche er auch über die Dauer von einigen Monaten verbüßte.
Da er auf Grund dieser Vorstrafe keine Zulassung zum juristischen Vorbereitungsdienst und dem anschließenden zweiten Staatsexamen erhielt und damit keine Aussichten mehr auf ein Fortkommen in der juristischen Laufbahn hatte, reiste er nach Brüssel, Paris Holstein und Hamburg und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Auslandskorrespondent verschiedener deutscher Zeitungen. Im Jahr 1858 kehrte er dann nach Gera zurück und war hier als Autor zahlreicher Romane, Novellen, Skizzen und Bühnenstücke schriftstellerisch tätig.
Wartenburg engagierte sich sehr für die Verbesserung der sozialen Lage der Arbeiter. Am 16. Mai 1861 wurde auf seine Initiative der Geraer Arbeiterbildungsverein gegründet, welcher sich dem 1863 gebildeten "Verband Deutscher Arbeitervereine" anschloss. Auf dem IV. Vereinstag dieses Verbandes am 6. und 7. Oktober 1867 im Geraer Rathaussaal, auf dem der Sozialist August Bebel zum Verbandspräsidenten gewählt wurde, führte Wartenburg als Vorsitzender des Geraer Arbeiterbildungsvereins den Vorsitz.
Ab 1863 gehörte Wartenburg dm Gemeinderat von Gera an. Im Jahr 1877 wurde er zum Mitglied des städtischen Gesundheitsamt in Gera als Vertreter der Bürgerschaft berufen und wurde dort verantwortlich für gesundheitspolitische Überwachung in einem der sechs "Gesundheits"- Bezirke der Stadt. Von 1871 bis 1889 war er Mitglied des Landtages des Fürstentums Reuß jüngere Linie. Dort setzte er sich für die Verbesserung der Lebenslage der Arbeiter ein und trat, allerdings leider vergeblich, für die Rückgabe der fürstlichen Kammergüter an den Staat ein. 1880 setzte er gegen den Widerstand der Bourgeoisie die Anstellung eines Fabrikinspektors durch, der die Frauen- und Kinderarbeit, die Arbeitsbedingungen in den Fabriken, die Einhaltung des Arbeits- und Unfallschutzes und die Entlohnung der Arbeiter kontrollieren sollte.
Nach seiner entgültigen Rückkehr nach Gera 1858 war er zunächst Redakteur bei der "Norddeutschen Wochenpost" und gründete 1868 das "Norddeutsche Wochenblatt", welches von Wartenburg auch geleitet wurde. Er gehörte zu den Gründern und führenden Kräften der 1871 gegründeten linksliberalen Deutschen Fortschrittspartei in Gera. Von 1874 bis 1884 war er Redakteur des "Geraischen Tageblatts", des Organs der Deutschen Fortschrittspartei, das die Interessen der kleinbürgerlich-oppositionellen politischen Kräfte vertrat.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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