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1550 Der Stadtgraben
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Kleine Reste der Stadtmauer sind noch in der Gasse hinter der Mauer an den Hintergebäuden der Sorge sowie im Hof Greizer Straße 15 erhalten geblieben.
Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde dann der Wallgraben von der Stadtmauer eingeebnet und mit einigen Häusern bebaut, wie beispielsweise die "Kaisergasse". Die Stadtmauer umschloss aber noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts fast vollständig die Stadt. Den südwestlichen Eckpfeiler der inneren Stadtbefestigung bildete die alte Burg der Vögte und Herrn von Gera, welche in den Mauerring als Befestigungsteil fest eingefügt war. Von hier lief die westliche Stadtmauer oberhalb des Mühlgrabens bis fast an den Leumnitzer Bach, der, seit Mitte des 18. Jahrhunderts vollständig überwölbt, die Sorge hinunter fließt. Von dort folgte die nördliche Stadtmauer dem Straßenzug hinter der Mauer bis zum Steinweg und stieg dann bis zum Nicolaiberg an, wo sie ihren höchsten Punkt erreichte.
Entlang der Ostfassade des Schreiber´schen Hauses und der Sankt Salvatorkirche ging sie in gerader Richtung bis zur Ecke des Ferber´schen Hauses, Greizer Straße 37/39, wo sie im rechten Winkel abbog und sich nördlich des späteren Stadtgrabens wieder zum Ausgangspunkt hinabsenkte.
Gera besaß in seiner Vergangenheit fünf Stadttore. Im Westen stand das "Badertor", welches noch zusätzlich mit einem Vorwerk gesichert war. Die Regensburger Straße und die Nürnberger Straße führten als wichtige Handelsstraßen durch dieses Tor auf den Geraer Markt, wo sich der Handelsverkehr sammelte. Durch die "Lange Gasse", die "Große Kirchstraße", welche zu dieser Zeit, vor dem Brand von 1683, noch mit einer aus sieben Häusern bestehenden Häuserzeile zwischen dem Deutschen Haus und der Apotheke sich am Markt durchzog, und der Steinstraße, verließ der Fernverkehr die Stadt wieder in Richtung Leipzig.
Die anderen vier Tore befanden sich in Höhe der beiden Elsterterrassen, zwischen denen die Stadt an hochwassergeschützter Stelle entstanden war. Auf der unteren Flussterrasse stand im Norden vor der Johannisstraße das Schlosstor, im Süden am Ende der Burgstraße das Klotztor, auf der oberen Flussstrasse stand im Norden vor dem Steinweg das Leumnitzer Tor und im Süden am Ende der Weidaer Straße das Weidaer Tor.
Zwischen1837 und 1840 mussten vier Stadttore der nun einsetzenden Industriealisierung weichen. Zwischen 1883 und 1884 wurde auch das Badertor als letztes Geraer Stadttor abgebrochen.
Im Zusammenhang mit der Verrohrung des Mühlgrabens von der Florian Geyer Straße in südlicher Richtung bis zur Mühlengasse in den Jahren 1977 bis 1980 wurde die Stadtgrabentrasse begradigt und unter Einbeziehung der Kaisergasse bis zur Reichsstraße weitergeführt.
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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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