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14.03.1886 Emil Schönherr geboren
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Der Autor der Gera-Chronik ist verwandt mit dem Widerstandskämpfer aus Gera. Hat ihn aber nie kennen gelernt, da er erst 1969, sieben Jahre nach dessen Tod, geboren wurde. Emil Schönherr war mit einer der Schwestern des Vaters der Großmutter mütterlicherseits verheiratet, war also in die Familie des Autors nur "eingeheiratet".
Emil Schönherrs Ehefrau und spätere Witwe Olga Schönherr, geborene Olga Jubelt, hatte 16 Geschwister von denen nur ihre älteren Zwillingsbrüder Paul und Alfred (geb.1890) den Zweiten Weltkrieg überlebt hatten und bis 1977 als die ältesten lebenden Geraer Zwillinge galten, lebte bis zu ihren Tod, Paul verstarb 1977 und Alfred 1980, in Gera in der Schülerstraße. Auch sie war eine überzeugte Kommunistin. Die Einrichtung der kleinen Wohnung, die der Autor als Kind noch gekannt hatte, machte das deutlich. Als erstes sah man ein Bild von Lenin im Flur. Dieses bekannte Gemälde war es, welches den Revolutionsführer in einem Lehnsessel zeigt und fast jeder Schüler in der DDR kannte. Das sind Kindheitserinnerungen eines damals Zehnjährigen, welcher dort ungeliebte Pflichtbesuche zu absolvieren hatte. Verstanden hatte das der spätere Autor der Gera-Chronik noch nicht, aber im Nachhinein wurde ihm klar, wie verlogen der antifaschistische Widerstandskampf in der DDR dargestellt wurde. Die Witwe kassierte nach dem Tod Schönherrs nicht nur eine Witwenrente, sondern auch noch eine Rente als "Verfolgte des Naziregimes", denn auch sie galt als Verfolgte. Warum?  
Olga Schönherr verstarb, auch erkrankt an einer Altersdemenz, an Altersschwäche mit über 80 Jahren im Sterbehospiz "Waldhaus". Sie war mehr als ein Jahrzehnt nach ihrem Ehemann geboren und auch etwas älter verstorben. Die DDR hatte die Verfolgten des Naziregimes und deren Angehörige extrem gut versorgt und überdurchschnittlich finanziell abgesichert.

Mike Strunkowski, aus seinen privaten Erinnerungen und den Recherchen über seine Familie. In Erinnerung gerufen und inhaltlich verfasst von seiner Mutter Monika Strunkowski im Jahr 2007.
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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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