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23.05.1618 Der Dreißigjährige Krieg
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23.05.1618 Böhmen Fenstersturz zu Prag
Nach einer Versammlung böhmischer Stände werden in Prag zwei katholische Ratsherren aus dem Fenster des „Hradschin“ gestürzt. Die böhmischen Stände rebellieren gegen die Rekatholisierungspolitik König Ferdinands II. Um ihre 1609 verbriefte Religions- und Gewissensfreiheit zu bewahren, wählen sie eine Regierung aus 30 Direktoren und stellen eine Armee auf. Die Eskalation des religiösen Konflikts lösen den Dreißigjährigen Krieg aus.

25.08.1619
Nachdem die Aufständischen der böhmischen Stände den habsburgischen katholischen König Ferdinand II für Abgesetzt erklärt haben, erheben sie den pfälzisch protestantischen Kurfürsten Friedrich V. zu ihrem Herrscher. Friedrich führt die Protestantische Union im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation an.

28.08.1619 Deutsches Reich
Ferdinand II wird nach dem Tod seines Vetters Matthias zum Kaiser gewählt. Er verbündet sich mit der Katholischen Liga gegen die aufständischen Stände in Böhmen.

08.11.1620 Böhmen
Ende des Aufstandes in der ersten Phase des Dreißigjährigen Krieges. Das böhmische Heer unter dem pfälzischen Kurfürsten Friedrich V. unterliegt den kaiserlichen Truppen unter Johann Tserclaes Graf von Tilly in der Schlacht am Weißen Berg vor Prag. Friedrich muss in die Niederlande fliehen und erhält wegen seiner kurzen Regierungszeit den Namen „Winterkönig“. Kaiser Ferdinand II belohnt den bayrischen Herzog Maximilian I für seine Unterstützung mit der Übertragung der pfälzischen Kur auf Bayern. In Böhmen setzt die massive Rekatholisierung ein.

1625 Deutsches Reich
Angesichts der Eroberung der Katholischen Liga im protestantischen Norddeutschland greift Christian IV. von Dänemark in seiner Eigenschaft als protestantischer Herzog von Holstein in die Kämpfe ein. Die zweite Phase (Dänischer Krieg) des Dreißigjährigen Krieges beginnt.

1625 Deutsch Reich
Kaiser Ferdinand II ernennt Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (1583 – 1634) zum Herzog Friedlands. Wallenstein stellt auf eigene Kosten ein 20.000 Mann starkes Heer auf und kämpft gegen den protestantischen „Niedersächsischen Bund“ und König Christian IV. (1596 – 1648) bei Lutter am Barenberg.

10.05.1627 Böhmen
Die erneuerte Landesordnung legt die Erblichkeit der böhmischen Krone für das Haus Habsburg fest und verankert des Katholizismus als einzige Religion im Gesetz. Dieselbe Regelung wird 1628 für die Markgrafschaft Mähren getroffen.

06.03.1629 Dänemark / Deutsches Reich
Der Friede zu Lübeck beendet die zweite Phase des Dreißigjährigen Krieges. Dänemarks König Christian IV muss seine Neutralität gegenüber den Vorgängen im Deutschen Reich erklären.

1630 Schweden
Die dritte Phase des Dreißigjährigen Krieges beginnt.
Schwedenkönig Gustav II Adolf landet in Pommern. Er greift zugunsten der Protestanten ein und strebt zudem die Erweiterung der schwedischen Herrschaft über den Ostseeraum durch Annexion von deutschen Gebieten an.

12.11.1630 Deutsches Reich
Auf dem Regensburger Kurfürstentag stellen sich die deutschen Fürsten gegen ihren Kaiser Ferdinand II. Der Habsburger ist ihnen durch Siege über die protestantischen Heere zu mächtig geworden. Ferdinand II muss seinen Feldherren albrecht von Wallenstein, zugunsten des Grafen Tilly der katholischen Liga, entlassen. Auch die Rekatholisierung in den protestantischen Gebieten wird gestoppt.

23.01.1631
Im Vertrag von Bärwalde sichert das katholische Frankreich dem protestantischen schwedischen König Gustav II Adolf finanzielle Hilfe im Kampf gegen den katholischen Kaiser Ferdinand II zu. Kardinal Richelieu, der erste Minister Frankreichs, entscheidet sich aus machtpolitischen Erwägungen gegen den katholischen Kaiser, da er die Macht der Habsburger über Europa brechen möchte.
Frankreich sieht sich vom habsburgischen Deutschen Reich im Osten und dem habsburgischen Spanien im Süden bedroht.

20.05.1631 Deutsches Reich
Graf von Tilly, der Feldherr der katholischen Liga, erobert und zerstört das protestantische Magdeburg. Bei den Bränden und Plünderungen kommen etwa 25.000 Menschen ums Leben. Kursachsen verbündet sich nun mit dem schwedischen König Gustav II Adolf.


15.04.1632 Deutsches Reich / Schweden
In der Schlacht bei Rain am Lech besiegt der schwedische König Gustav II Adolf das Heer der katholischen Liga, dessen Feldherr Graf Tilly tödlich verwundet wird. Gustav II Adolf zieht in München ein. Kaiser Ferdinand II ruft den 1630 abgesetzten Albrecht von Wallenstein zurück.
 
30.10.1632 Frankreich
Die Adelsmacht ist endgültig gebrochen. Der erste Minister, Kardinal Richelieu, erreicht, dass König Ludwig XIII (geb. 1601 – gest. 1643) und (1610 – 1643 König von Frankreich) den Der aufständischen Herzog Heinrich II von Montmorency  hinrichten lässt. Nach diesem Exempel wagt der französische Adel keine Aufstände mehr.

16.11.1632 Deutsches Reich / Schweden
In der Schlacht bei Lützen fällt Schwedens König Gustav II Adolf. Der Kampf gegen die katholischen Heere unter Führung Albrechts von Wallensteins endet unentschieden. Der schwedische Reichskanzler  Axel Oxenstierna (seit 1612) führt die Politik des Königs fort und übernimmt die Vormundschaft für die Königstochter Christine.

23.04.1633 Deutsches Reich / Schweden
Der Heilbronner Bund. Die meisten der deutschen protestantischen Reichsstände verbünden sich mit Schweden gegen die katholischen Gegnern unter Kaiser Ferdinand II.

1633 Deutsches Reich
Der siegreiche katholische Feldherr Albrecht von Wallenstein nimmt Sonderverhandlungen mit Schweden, Brandenburg und Sachsen auf. Er strebt einen Ausgleich mit den protestantischen Mächten zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges an. Seine Politik ist nicht mit Kaiser Ferdinand abgesprochen, der ihn am 24. 01. 1634 in einem Patent als Hochverräter bezeichnet und befiehlt, ihn tot oder lebendig zu fangen.

25.02.1634 Deutsches Reich
In Eger wird der wegen angeblichen Hochverrates gesuchte Albrecht von Wallenstein von kaiserlichen Offizieren gefangen genommen und ermordet. Matthias Gallas erhält den Oberbefehl über die Truppen des katholischen Kaisers Ferdinand II.

06.09.1634 Deutsches Reich / Schweden
In der Schlacht bei Nördlingen unterliegen Schweden und der „Heilbronner Bund“ den kaiserlichen und spanischen Truppen der katholischen Habsburger. Die Schweden müssen sich nach Norddeutschland zurückziehen.   

19.05.1635
Die Spanier greifen in den Dreißigjährigen Krieg ein. Die spanische Karibikinsel Martinique und Guadeloupe werden besetzt. In Oberitalien und mit den Niederlanden schließt der erste Minister, Kardinal Richelieu, antihabsburgische Bündnisse. Er strebt im Osten die Rheingrenze an.

30.05.1635 Deutsches Reich
Zusammenbruch des „Heilbronner Bündnisses“. Kursachsen schließt in Prag Frieden mit Kaiser Ferdinand II, dem sich die meisten protestantischen Reichsstände anschließen.
Kurfürst Johann Georg I von Sachsen (1611 – 1656) erhält die Lausitz als erbliches Lehen zugewiesen. Der Prager Frieden beendet die Dritte Phase des Dreißigjährigen Krieges.

18.09.1635 International
Die vierte Phase des Dreißigjährigen Krieges beginnt.
Die Kaisererklärung Kaiser Ferdinand II gegenüber dem mit Schweden verbündetem Frankreich eröffnet die letzte, grausame Phase der Auseinandersetzung.

25.02.1637 Deutsches Reich
Nach dem Tod seines Vaters Ferdinand II wird Ferdinand III zum Kaiser gekrönt.

1642 Frankreich
Der erste Minister, Kardinal Richelieu, stirbt nach achtzehnjähriger Amtszeit . Sein Nachfolger wird Jules Mazarin

24.10.1648 International
Der Westfälische Friede.
Der „Westfälische Friede“ zwischen Kaiser Ferdinand III und den Reichsständen mit Schweden (Friede zu Osnabrück) und Frankreich (Friede zu Münster) beendet den Dreißigjährigen Krieg. Politisch schreibt er die Vormachtstellung Frankreichs in Zentraleuropa und Schweden im Norden fest. Beide Mächte erwerben Territorien des Deutschen Reiches. Die Reichsstände werden souverän und das Kaisertum geschwächt. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 wird erneut gültig und auf die Calvinisten ausgedehnt. Die Unabhängigkeit der Schweiz vom Reich und der Niederlande von Spanien werden festgeschrieben. (Hager Frieden von 1648) .Der Kriegsschauplatz war das Deutsch Reich, dessen Bevölkerung in vielen Regionen durch die Morde der Soldateska auf 50 % zusammen geschmolzen ist.

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18.01.2015
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