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21.05.1405 Befreiung vom Marktzoll
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Im Jahr 1237 wurden in Gera mit dem Stadtrecht die sogenannten Regalien vergeben. Neben dem Zoll und der Gerichtsbarkeit wurde auch das Marktrecht geregelt. Für den Markttag gab es eine festgelegte Ordnung, welche unbedingt einzuhalten war. Da es den betuchten Geraer Bürgern, sie hatten allesamt Hauseigentum vorzuweisen und galten daher als Bürger, nicht zuzumuten war, umgeben von einfachen Menschen ohne Bürgeranspruch ihre Markteinkäufe zu tätigen oder tätigen zu lassen, gab es Marktzeiten. Zuerst durften die Herrschaften einkaufen, dann die Bürger und dann erst die einfachen Menschen aus der Geraer Vorstadt. So verteilte sich natürlich auch die Qualität der angebotenen Ware auf die Höhe der Einkünfte und den gesellschaftlichen Stand. Das änderte sich an diesem Tag und es kam einem Umsturz gleich, was an nun angeordnet worden war.
Der Geraer Stadtarchivar ernst Paul Kretschmer (1887-1957) schrieb einst dazu folgendes auf: "An diesem Frühjahrstag wurden die Bewohner der Vorstadt von Gera vom Zoll befreit gegen eine jährliche Abgabe von 4 Schock guter Meißner Groschen an Heinrich, Herrn von Gera. Kündigt dieser den Vertrag nicht, so läuft derselbe weiter. Daraus ergibt sich, daß nur die innerhalb der Stadtmauer angesiedelten Bewohner vom herrschaftlichen Zoll (Markt­zoll) befreit waren, also tatsächlich Vollbürger gewesen sind."
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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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