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20.03.2008 Aenne Biermann war Namensgeber
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Wer war Aenne Biermann?

Aenne Biermann war eine bekannte Geraer Künstlerin und Fotografin in den späten 1920er Jahren und den frühen 1930er Jahren. Sie schuf in ihrem doch sehr kurzen Leben ein umfangreiches fotografisches Werk von erstaunlicher Dichte.
Im Frühjahr 1898 kam sie als Anna Sybilla Sternefeld, in einer jüdischen Familie, in Goch am Niederrhein, zur Welt und verstarb am 14. Januar 1933 kurz vor ihrem 35. Geburtstag an einer Lungenerkrankung.
In den Jahren 1926/27, als sie von dem Geraer Geologen Rudolf Hundt gebeten wurde einige Mineralien zu fotografieren, sah sie sich veranlasst, sich recht intensiv mit der Kunst der Fotografie, der Lichtbildkunst, zu beschäftigen.
Die eigentliche Autodidaktin auf dem Gebiet der Fotografie war bald zu einer international anerkannten Vertreterin der "Neuen Sachlichkeit" geworden. Ihre Fotografien zeigten streng komponierte Natur- und Sachaufnahmen, Akte, Portraits und experimentelle Arbeiten mit Mehrfachbelichtung. Schon zu ihren Lebzeiten wurden ihre Kunstwerke auf internationalen Fotoausstellungen gezeigt.
Anlässlich ihres 100. Geburtstages konnte im Geraer Museum für angewandte Kunst eine Dauerausstellung besichtigt werden.
Im Alter von 22 Jahren hatte sie den jüdischen Kaufmann Herbert Biermann geheiratet, welcher mit seinem Bruder in Gera das damals größte Textilkaufhaus Thüringens betrieb. Durch die finanzielle Absicherung durch die Heirat, konnte sie sich intensiv mit dem noch relativ neuen Medium der Fotografie widmen. Sie erlebte nicht mehr wie in der Zeit des Nationalsozialisten ihre Familien Sternefeld und Biermann verfolgt und enteignet worden. Ihr Ehemann und ihre Kinder emigrierten nach Palästina.
Das fotografische Archiv der Künstlerin mit mehreren tausend Negativen gilt seit Beginn des Zweiten Weltkrieges als weitestgehend verschollen.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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