200 Wie die Thüringer entstanden
<<< zurück zur Chronik

Die Hermunduren

Die Hermunduren waren ein germanischer Volksstamm, der zur Gruppe der Elbgermanen (Herminonen) zählte und im Gebiet des Oberlaufs der Elbe siedelte. Die Römer rechneten sie zur großen Stammesgruppe der Sueben und bezeichneten sie als treu ergebene Freunde der Römer.

In Nachbarschaft zu den Hermunduren siedelten nach einer Überlieferung von Tacitus die Narister, Markomannen und Quaden.

1 n. Chr. wurden Teile der Hermunduren durch den römischen Oberbefehlshaber Lucius Domitius Ahenobarbus in das von den Markomannen verlassene Gebiet am Main umgesiedelt. Sie gerieten unter die Oberhoheit des markomannischen Königs Marbod. Nach dem Krieg mit Arminius im Jahre 9 n. Chr. wurde Marbod vom Goten Katualda gestürzt und ging daraufhin ins römische Exil. Für 51 n. Chr. konnten Kämpfe an der Donau belegt wertden, in denen die Hermunduren unter ihrem Fürsten Vibilius den Usurpator Katualda stürzten. Im Jahre 58 n. Chr. wurde von einem hermundurischen Sieg über die Chatten in der legendären Salzschlacht berichtet, in der es wahrscheinlich um die Salzquellen an der Werra oder der Saale ging. Zuletzt erhielt man 166 n. Chr. bis 180 n. Chr. Kenntnis von der Teilnahme der Hermunduren an den Markomannenkriegen auf Seiten der aufständischen Markomannen und Quaden gegen Marcus Aurelius.

Spätere Funde

In Thüringen wurden archäologische Funde von Fibeln, eisernen Waffen, Terrinen, Schalenurnen und rädchenverzierten Keramikteilen als hermundurisch gedeutet. Diese wanderten vermutlich von der Elbe her allmählich nach Süden und Südwesten und drängten die dort siedelnden Kelten über den Thüringer Wald ab, sofern sie sich nicht mit ihnen vermischten.

<<< zurück zur Chronik