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100 Das Thüringer Königreich
Die Anfänge der Besiedlung des Thüringer Königreichs lagen in den drei Jahrhunderten vor und nach Christi Geburt. Um die Zeit des 2. und 1. Jahrhunderts vor Christus bis zum 2. Jahrhundert nach Christus bildeten die Hermunduren zusammen mit Sweben und Semnonen, welche zu den elbgermanischen Herminonen gehörten, nach ihrer Einwanderung einen eigenen Stammesverband. Ihre unmittelbaren Nachbarn waren, abgesehen von den Alteinheimischen und den Kelten, unter anderem die Semnonen, die Langobarden (später Italien), die Chatten, die Markomannen, die Wandalen und die Sweben.
120 Thüringen im zweiten Jahrhundert
Zwischen 64 vor Christus und 120 nach Christus gab es die erste Erwähnung der Hermunduren bei Strabon, Paterculus, Domitius, Tacitus und anderen. Die Hermunduren hatten eine bestimmende Stellung bei den Elbgermanen, sie handelten bis in den Donauraum und siedelten etwa zwischen Werra und Erzgebirge, Harz und Donau (Nord- u. Südhermunduren). Ab dem 3. Jahrhundert wanderten die Angeln und die Warnen ein.
200 Wie die Thüringer entstanden
Im 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. wanderten Angeln und Warnen von Norden in das Siedlungsgebiet der Hermunduren ein. Die Stämme bildeten den Stammesverband der Thüringer. Noch um 800 wird das von den fränkischen Besatzern aufgezeichnete Gesetzeswerk der Thüringer als "Lex Angliorum et Werinorum hoc est Thuringorum" bezeichnet.
Zusatzinfomationen
270 Siedlungen und die Völkerwanderung
Die späteren Thüringer und Geraer waren aus den Germanen entstanden und diese siedelten während der schon gut 200 Jahre vor Christi Geburt einsetztenden Völkerwanderung auch in der Gegend in der Gera, Weimar und Erfurt entstehen sollten.
Zusatzinfomationen
380 Die ersten Thüringer
Um das Jahr 380 nach Christus kam es zur erstmaligen Erwähnung des Namens "Thoringi" für Thüringer bei Flavius Vegetius Renatus. Dem folgten danach Überschichtungs- und Verschmelzungsprozesse verschiedener Stämme und Gruppen im Thüringer Raum. So vergrößerte sich der Siedlungsraum durch die steigende Anzahl von Menschen verschiedener Herkunft. Der Name Thüringen läßt allerdings mehrere Deutungen zu: "Thoringi" germanisch turingoz, "Hermondoroi" germanisch ermanduroz. Ableitbar ist das von "ermena" (groß), "dur" (wertvoll), "duren" (fest), "Dur" (Eigenname) oder "turon" (kühn). Teurier ist der keltische Name für Volk. Während der Völkerwanderungszeit verharren die Thüringer auffälligerweise an ihren Orten. Thüringer Nachbarn in 4./5. Jahrhunderts waren Sachsen, Franken, Alemannen, Bajuwaren, Langobarden u. a. Mögliche Herrscher in Thüringen waren Erpes, Hoyer, Otterich, Byssinus (Bissin - der Vater von König Hermenefried).
460 Bisinus von Thüringen

Bisinus (gelegentlich auch Basinus, Besinus oder Bisin) ist der Name von zwei Thüringerherrschern, die im späten 5. Jahrhundert zur Zeit der Völkerwanderung lebten. Beide werden von Gregor von Tours in dessen Historien erwähnt (Gregor, Historien 2,12 und 3,4). Der bei Gregor Bysinus genannte erste Herrscher soll ein Herrscher der Thüringer um 460 gewesen sein. Er soll den von den fränkischen Großen vertriebenen König Childerich I. bei sich aufgenommen haben, der ihm seine Gemahlin Basina entführte und mit ihr angeblich Chlodwig I., den Stifter des Frankenreichs, zeugte. Die Darstellung ist historisch allerdings unglaubwürdig, wenngleich Chlodwigs Mutter tatsächlich Basina hieß. Möglicherweise ist dieser Bysinus nicht historisch, sondern erst die zweite Person (siehe unten). Gregor schrieb diesen Teil der Historien um 575 nieder und benutzte dazu oft nur mündliche Überlieferungen, die nicht besonders zuverlässig waren.

466 Basena von Thüringen
Schon vor der Gründung Geras mit den Anfängen im späten 10. Jahrhundert waren schon Herrschergeschlechter in Thüringen bekannt. Basena von Thüringen, auch Basina genannt, geboren noch vor dem Jahr vor 466, war als Gattin des merowingischen Königs Childerich I. Königin der Franken. Sie stammte wohl aus dem Volk der Thüringer, vielleicht aus dessen Königsfamilie. Der Geschichtsschreiber Gregor von Tours (um 538/539 geboren und 594 verstorben), dem die Fredegar-Chronik und der Liber historiae Francorum folgen, berichtete, sie sei in erster Ehe mit Bisinus, dem König der Thüringer, verheiratet gewesen. In Thüringen habe sie Childerich, der sich dort nach seiner Absetzung im Exil aufhielt, kennengelernt. Nach achtjähriger Exilszeit sei Childerich zurückgerufen und von seinem Volk wieder zum König eingesetzt worden. Dann habe Basena ihren Ehemann verlassen und sich zu Childerich begeben, mit der Begründung, er sei der tapferste Mann, den sie kenne, daher wolle sie sich mit ihm verbinden. Darauf habe er sie erfreut zur Frau genommen. Diese sagenhafte Erzählung wird von der Forschung mit Skepsis betrachtet, zumal Bisinus im frühen 6. Jahrhundert herrschte, Childerich hingegen schon 482 starb. Die thüringische Herkunft Basenas wird aber akzeptiert. Der Ehe Childerichs und Basenas entstammten der Sohn und Nachfolger Childerichs, Chlodwig I. ( 466 - 511) sowie die Töchter Audofleda (geb. um 470 und verst. nach 526), Albofledis und Lantechild.
480 Das Thoringi des Sidonius Apollinaris
Im 3. Jahrhundert brachen Angeln und Warnen von Norden nach Thüringen ein und bildeten zusammen mit den Hermunduren und Turonen die Thüringer. Im 4. Jahrhundert wurde der Name Thoringi erstmals durch Flavius Vegetius Renatus schriftlich erwähnt, wobei diese Quelle bezweifelt wird. Sicher hingegen ist die Existenz von Sidonius Apollinaris, eines gallischen Autors, der um 480 die Thoringi als einen ehemaligen Gefolgschaftsverband des Hunnenkönigs Attila (395-453) bei dessen Kriegszug nach Gallien benannte. (Gaius Sollius Modestus Sidonius Apollinaris, geboren am 5. November 431 oder 432 in Lyon und verstorben nach 479 in Clermont-Ferrand, war ein hoher gallo-römischer Aristokrat, dessen Leben und Beziehungen ihn in die Mitte der römischen Politik des 5. Jahrhunderts setzen. Er war im Jahre 468 Stadtpräfekt von Rom und danach bis zu seinem Tod Bischof der Auvergne. Seine Schriften stellen eine wichtige Quelle für die Geschichte Galliens in der Spätantike dar. Er wird als katholischer Heiliger verehrt.)
485 Herminafried von Thüringen

Herminafried (auch Hermenefred, Erminafried, Irminfried genannt), geboren vor dem Jahre 485 und verstorben im Jahre 534 in Zülpich (Tolbiacum)) war ein Sohn des thüringischen Königs Bisinus und übernahm um 510 die Herrschaft von seinem Vater. Zwischen 506 und 510 heiratete er Amalaberga, eine Nichte des Ostgotenkönigs Theoderich, der damit sein antifränkisches Bündnissystem in den mitteldeutschen Raum ausweitete. Aus dieser Verbindung gingen zwei Kinder hervor: der Sohn Amalafrid und eine Tochter. Ob Herminafried getauft war, lässt sich nicht bestimmen. Seine Frau war auf jeden Fall Arianerin. Ausgrabungsergebnisse legen jedoch nahe, dass zumindest Teile des thüringischen Adels das Christentum (katholisch oder arianisch) annahmen. Nach der Herrschaftsübernahme kam es wohl zu einer Reichsteilung, da Herminafrieds Brüder Baderich und Berthachar gleichfalls als Könige erwähnt werden. Wie das Verhältnis der drei Könige untereinander war, lässt sich nicht herausfinden. Zumindest scheint Herminafried eine Vorrangstellung eingenommen zu haben. Die fränkischen Quellen (Gregor von Tours: Historiarum libri decem und Venantius Fortunatus: Vita Radegundis) sind in dieser Hinsicht indifferent. Die negative Darstellung des Herminafried bei Gregor ist möglicherweise mit der Feindschaft der Franken zu den Thüringern und mit Gregors Absicht, die fränkische Eroberung des Thüringerreiches zu rechtfertigen, zu erklären. Nach der Herrschaftskonsolidierung Herminafrieds band Theoderich Thüringen in seine antifränkische Koalition ein, die durch die Heirat mit Amalaberga gefestigt wurde und bis zum Tod Theoderichs im Jahre 526 das Land vor fränkischen Übergriffen bewahrte. Vermutlich um 529 wurde wahrscheinlich ein erster Invasionsversuch der Merowinger zurückgeschlagen. Jedoch war die fränkische Invasion 531, nach einer vernichtenden Niederlage des thüringischen Heeres an der Unstrut, erfolgreich, und hatte den Sturz Herminafrieds zumindest in seinen Kerngebieten zur Folge. Bis 534 konnte er sich anscheinend noch in einem abgelegenen östlichen Teilgebiet behaupten. Im Jahre 534 (nach anderen Quellen bereits 531) wurde er unter einem Vorwand zu Verhandlungen mit dem Merowinger Theuderich I. nach Zülpich gelockt und dort von den Festungsmauern gestürzt. Er verstarb darauf hin in Zülpich. Gregor von Tours sagt lapidar dazu: a nesquio quo (man weiß nicht von wem), deutet aber an, dass Theuderich hinter der Tat gesteckt haben dürfte. Herminafried ist unter dem Namen Irminfried eine der Hauptgestalten des sog. Iringliedes. Anscheinend gab es beim Untergang des Thüringerreiches auch Verrat, wie diese Saga es impliziert.

490 Baderich geboren

Baderich oder Balderich wurde im Jahr 490 geboren und war ein Sohn des Thüringerkönigs Bisinus. Seine beiden Brüder hießen Herminafried und Berthachar, er hatte außerdem eine Schwester namens Radegund, die mit dem langobardischen König Wacho verheiratet war. Als Bisin(us) um das Jahr 510 verstarb, wurde das Reich aufgeteilt. Baderich bekam den südlichsten Teil. In der neueren Forschung wird angenommen, dass er wie sein Bruder Berthachar bei der fränkischen Invasion des Thüringerreichs (erste Angriffe erfolgten bereits 529, 531/34 wurde das Reich vollständig erobert) getötet wurde. Er starb jedenfalls anscheinend vor seinem Bruder Herminafried, zuverlässige Details berichten die Quellen nicht. Baderich soll weder Frau noch Kinder gehabt haben. Er verstarb um das Jahr 530.


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